Schwimmen

Gladbecks Schwimm-Olympiahoffnung: „Training war seltsam“

Olympiahoffnung Jessica Steiger (VfL Gladbeck) darf wie alle anderen Leistungsschwimmer wieder im Freibad trainieren. Sie fand die erste Einheit in ihrem sportlichen Wohnzimmer aber seltsam.

Olympiahoffnung Jessica Steiger (VfL Gladbeck) darf wie alle anderen Leistungsschwimmer wieder im Freibad trainieren. Sie fand die erste Einheit in ihrem sportlichen Wohnzimmer aber seltsam.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Gladbeck.  Die Gladbecker Topschwimmer dürfen wieder trainieren. Wir sprachen nach dem Auftakt mit Olympiahoffnung Jessica Steiger. Sie fand’s seltsam.

Die Leistungsschwimmer des VfL und der SV 13 sind am gestrigen Dienstag nach mehrwöchiger Corona-Zwangspause ins Training zurückgekehrt. Mit der Gladbecker Olympiahoffnung Jessica Steiger (VfL), die am vergangenen Sonntag ihren 28. Geburtstag gefeiert hat, sprach WAZ-Redakteur Thomas Dieckhoff über die erste Einheit im Freibad, über fehlende Wettkämpfe, Motivationsprobleme und Tokio 2021.

Wie ist denn das erste Training im Freibad nach der langen Pause verlaufen?

Es war anders, seltsam. Am Montag haben wir erst einmal von unserem Trainer Marcel Karow Infos bekommen, sehr viele Infos, unter anderem auch die Leitlinien des Deutschen Schwimmverbandes. Daran orientieren wir uns. Das heißt, dass beispielsweise eine Anwesenheitsliste geführt wird, wir beim Betreten des Freibades unsere Hände desinfizieren und die Umkleidekabinen nur zeitlich getaktet und mit Masken betreten dürfen. Die Zahl der Aktiven im Wasser ist natürlich streng begrenzt, damit der Abstand eingehalten werden kann. Auch im Wasser müssen wir Abstand halten. Und das Athletiktraining findet nun ebenfalls draußen statt. Fest steht, dass auf den Trainer viel Arbeit wartet.

Jessica Steiger hat am Olympiastützpunkt Essen trainiert

Wie haben Sie sich in den vergangenen Wochen fit gehalten?

Ich stand die ganze Zeit in Kontakt mit unserem Trainer. Unter anderem bin laufen gegangen. Außerdem habe ich Poweryoga gemacht, weil es gut fürs Körpergefühl ist, Liegestütze und Kraftübungen, unter anderem mit einer Wasserkiste. Außerdem durfte ich, nachdem ich einen entsprechenden Antrag gestellt habe, zuletzt im Olympiastützpunkt Essen trainieren. Das hat mit sehr viel Spaß gemacht.

Auf welches Ziel arbeiten Sie, nachdem die Olympischen Spiele 2020 ja längst abgesagt worden sind, hin?

Mein langfristiges Ziel ist jetzt natürlich Tokio 2021. Zwischenziele gibt es momentan jedoch nicht, weil es in diesem Jahr überhaupt keinen internationalen Höhepunkt mehr gibt. Ich hatte bis zuletzt die Hoffnung, dass zumindest im Dezember die Kurzbahn-Weltmeisterschaften in Abu Dhabi wie geplant ausgetragen werden. Aber diese Titelkämpfe sind in der vergangenen Woche auch noch verschoben worden. Sie sollen nun im November 2021 stattfinden. Und ob in diesem Jahr noch Deutsche Meisterschaften ausgetragen werden oder nicht, weiß auch noch niemand. Es gibt zwar sehr viele Gerüchte, aber wir Aktiven wissen gar nichts. Wir trainieren daher momentan ins Blaue herein.

Jessica Steiger fehlen der Druck und die Wettkämpfe

Das muss doch schwierig sein, ohne greifbares Ziel vor Augen tagtäglich hart zu schuften, oder?

Ja, mir fehlt das Ziel und mir fehlt der Druck und mir fehlen die Wettkämpfe. Klar ist doch, dass man im Training nie so an seine Grenzen geht wie in einem Wettkampf.

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