2. Handball-Bundesliga

13 Tore von Valentin Schmidt reichen VfL Eintracht nicht

Kann die erwartete Niederlage im Westderby gegen den ASV Hamm mit 13 Toren nicht verhindern: Valentin Schmidt.

Kann die erwartete Niederlage im Westderby gegen den ASV Hamm mit 13 Toren nicht verhindern: Valentin Schmidt.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Hagener Zweitliga-Handballer können den favorisierten ASV Hamm beim 23:28 nicht ernsthaft gefährden. Nils Dresrüsse zweiter Aktivposten.

Die 3. Liga kommt näher. Zum Auftakt des 34. Spieltages schafften es die abstiegsbedrohten Zweitliga-Handballer des VfL Eintracht Hagen nicht, zwei Bonuspunkte auf ihr Konto zu bringen. Auch das sechste Duell mit dem ASV Hamm endete wie die vorausgegangenen fünf Kräftemessen seit dem Hagener Aufstieg im Jahr 2015: Der favorisierte Tabellenvierte behielt das bessere Ende für sich, diesmal mit 28:23 (12:8).

V

or offiziell 812 Zuschauern in der Krollmann Arena am Ischeland entwickelte sich eine Partie, in der die Abwehrreihen dominierten. Der VfL Eintracht tat sich im Angriff extrem schwer. Nur ein einziges Mal, durch Daniel Mestrum in der dritten Minute (1:1), konnten die Hausherren egalisieren. Toptorschütze Jan-Lars Gaubatz wurde schmerzlich vermisst. Der Halbrechte musste wegen einer Blessur an der Wurfhand die Partie von der Bank aus verfolgen. Für ihn stand Andreas Bornemann in der Start-Formation. Der 25-Jährige, der zum Ligarivalen TuS Ferndorf wechseln wird, agierte ohne Fortune. Allerdings stand er mit seinen Fehlwürfen und Ballverlusten nicht allein. Bis zur 20. Minute schafften es die Schützlinge von Trainer Nils Pfannenschmidt ganze dreimal, ASV-Schlussmann Felix Storbeck zu überwinden. Dass die Partie zu diesem Zeitpunkt (3:7) nicht schon verloren war, lag einzig und allein an Schlussmann Nils Dresrüsse, der sein Team mit zehn Paraden vor der Pause im Spiel hielt.

Die Grüngelben kämpften sich sogar heran: Als Dragan Tubic in der 24. Minute nach einer Klasse-Parade von Dresrüsse auf 6:8 verkürzte, machte sich bei den Eintracht-Anhängern Hoffnung breit. Obwohl die Gastgeber bis zu diesem Zeitpunkt viele Chancen ausgelassen hatten, waren sie wieder auf Tuchfühlung.

50 Sekunden vor Ende der ersten Spielhälfte trat Valentin Schmidt beim Stand von 8:11 zum Strafwurf an. Aber der Mittelmann, der am Ende mit 13 Treffern zum Top-Goalgetter avancieren sollte, konnte Gäste-Schlussmann Storbeck nicht überwinden. Besser machte es beim letzten ASV-Angriff des ersten Abschnitts Oliver Milde, der mit der Halbzeitsirene traf. 12:8 für Hamm statt 11:9, und Eintracht-Kreisläufer Jonas Dell hatte acht Sekunden vor Ende des ersten Durchgangs auch noch eine Zweiminuten-Strafe bekommen. Das verhieß nichts Gutes für den zweiten Abschnitt.

Das erste Tor nach Wiederanpfiff erzielten dann auch die Gäste: Jan von Boenigk brachte seine Farben mit 13:8 in Front. Es sollte der einzige Treffer des Ex-Eintrachtlers an diesem Abend bleiben.

Der Rest des Spiels ist schnell erzählt: Die Hausherren ließen sich nicht hängen, waren aber nicht in der Lage, den Favoriten in Schwierigkeiten zu bringen. Daran konnte auch Valentin Schmidt nichts ändern, der acht seiner 13 Tore nach der Pause erzielte. Der Hagener Rückstand pendelte sich zwischen fünf (15:20) und sieben (20:27) Toren ein. Eintracht-Coach Pfannenschmidt probierte viele Varianten aus, schickte die Youngster Tim Brand, Damian Toromanovic und Tom Bergner aufs Feld. Der ASV blieb Chef im Ring.

„Wir hätten ein bisschen besser und schöner spielen können, aber es war ein verdienter Sieg. Ich bin zufrieden“, fasste Gästetrainer Kay Rothenpieler die 60 Minuten zusammen. „Meine Mannschaft hat nie aufgesteckt, aber es hat nicht gereicht. Wir konnten heute Jan-Lars Gaubatz nicht adäquat ersetzen“, bilanzierte Niels Pfannenschmidt. „Wir müssen die freien Dinger reinmachen“, haderte VfL-Sportdirektor Michael Stock, „wenn du das nicht schaffst, verlierst du.“

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