Vierte Heimpleite in Serie

Albrechts Dreier trifft Phoenix Hagen ins Mark

Nur Jannik Lodders (rechts) trifft zweistellig bei der Phoenix-Heimpleite gegen die Artland Dragons.

Nur Jannik Lodders (rechts) trifft zweistellig bei der Phoenix-Heimpleite gegen die Artland Dragons.

Foto: Jörg Laube

Hagen.   Viertes Heimspiel 2019, vierte Pleite für Phoenix: Auch gegen die Artland Dragons verspielt man einen Vorsprung. Den Gästen reicht eine Führung.

70 Tage Wartezeit reichen nicht aus, die Fans von Phoenix Hagen müssen sich eine weitere Woche gedulden - mindestens. Einen Heimsieg gönnte der Basketball-Zweitligist den diesmal 2594 Zuschauern in der Krollmann Arena auch im vierten Anlauf des Jahres nicht. Genau einmal führten die Artland Dragons am Ischeland nach dem letzten Dreier von Paul Albrecht zwölf Sekunden vor dem Ende, das reichte ihnen zum 67:64 (26:38)-Sieg. „Wir haben nicht die notwendige Engerie investiert und lethargisch gespielt“, ärgerte sich Phoenix-Trainer Chris Harris sichtbar über den Auftritt seines Teams nach der Pause, das zum wiederholten Mal einen komfortablen Vorsprung verspielte: „Da hatten wir wohl das Gefühl, das klappt schon.“

Von den Hagener Fans wurde er freudig begrüßt, für den Phoenix-Trainer ist er eine Herausforderung. Auch mit 35 gilt Chase Griffin in der 2. Basketball-Bundesliga noch zu den Akteuren, die heiß laufen können wie kaum ein anderer. Phoenix-Coach Harris begegnete dem US-Guard der Artland Dragons deshalb mit einer ungewöhnlichen Maßnahme, stellte gegen ihn erstmals in dieser Saison den schnellen Jasper Günther in die Startfünf. Auch weil Kapitän Dominik Spohr grippebedingt kaum trainiert hatte, später nach nur 13 Einsatzminuten entkräftet passen musste. Der 19-Jährige Günther eröffnete die Partie auch mit dem ersten Korbleger nach 19 Sekunden, es blieben allerdings bis zum Ende - bei neun Wurfversuchen - seine einzigen Punkte. Nicht nur mit ihm setzten die Gastgeber – wie zuletzt schon in Chemnitz und Hamburg erfolgreich praktiziert – auf intensive Defensive.

Das wirkte nach der ausgeglichenen Startphase (8:8, 6. Minute). Griffin hatte gerade seinen ersten Dreierversuch auf den Ring gesetzt, im Gegenzug traf dafür Jannik Lodders aus der Distanz. Und mit schnellen Ballgewinnen setzten sich die Gastgeber nun ab, Jonas Grof, Lodders und Kris Davis nutzten sie per Fastbreaks zum 17:8 (7.). Dann traf auch Griffin erstmals, doch die Hagener blieben vorn, Dreier von Jeremy Dunbar und Dominik Spohr sorgten für den ersten zweistelligen Vorsprung (26:15, 10.). Diese hochprozentige Wurfquote - vier der ersten sechs Distanzwürfe landeten im Ziel - konnte Phoenix nach der ersten Viertelpause allerdings nicht halten. Die nächsten sieben Versuche aus der Distanz verfehlten ihr Ziel, auch nach dem Wechsel saß nur noch einer von neun Würfen.

Dass die Gastgeber dennoch zunächst klar vorn blieben, dazu trug Javon Baumann am Brett maßgeblich bei. Spohr sorgte für das 36:21 (17.), ehe die Gäste nach einer Auszeit durch den starken Danielius Lavrinovius noch verkürzten (38:26). Und mit mehr Energie und Defensivdurck wieder aus der Kabine kamen, während Phoenix offensiv nun völlig den Faden verlor. Mit seinem zweiten Dreier verkürzte der Litauer Lavrinovius 44:40 (26.), Lodders und Joel Aminu hielten Phoenix bis ins letzte Viertel vorn (54:47).

Pfiffe nach der Schlusssirene

Dieses eröffnete Griffin mit einem Not-Dreier in Bedrängnis mit der Sirene (54:50), auch seine Teamkollegen hatten nun ihren Wurfrhythmus gefunden. Zum 56:56 glich Jannes Hundt ebenfalls aus der Distanz erstmals aus (33.), die nun mutlos und statisch agierenden Gastgeber dagegen erarbeiteten sich kaum noch freie Würfe und mussten um jeden Punkt hart kämpfen. Alex Herrera traf noch einmal zur 64:62-Führung, doch Pierre Bland glich postwendend aus (37.). Nun war es eine Frage der Nerven. Bei Phoeenix verpassten Grof, Herrera und Davis, auf der anderen Seite machte es Albrecht besser. Ein Angriff blieb den Hagenern noch, doch Davis’ Dreier aus der Drehung landete auf der Kante des Korbbretts.

„Das ist schon frustrierend“, bekannte Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel, der Verständnis für die vernehmbaren Pfiffe etlicher Besucher nach der Schlusssirene hatte: „Heute haben wir einen entscheidenden Schritt in Richtung Play-offs verpasst.“ Darauf dürfen nun die Dragons wieder hoffen. „Wir sind noch am Leben und haben viel Charakter gezeigt“, freute sich Chase Griffin, der seine alte Heimat wieder als Sieger verließ.

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