Radpsort

Alpenpässe reizen Hagener Michael Schaake immer noch

Michael Schaake aus Hagen fährt mit beim Giro delle Dolomiti

Michael Schaake aus Hagen fährt mit beim Giro delle Dolomiti

Hagen.  Die Alpenpässe reizen ihn: Das Radsport-Rennen „Peakbreak“ gibt es nicht mehr. Jetzt startet Michael Schaake erstmals beim Giro delle Dolomiti.

Die Tour de France elektrisiert aktuell die Radsportfans, doch Michael Schaake startet am heutigen Samstag zum Giro. Nicht zum Giro d’Italia, dessen Sieger 2019 Anfang Juni ermittelt wurde, sondern zum Giro delle Dolomiti nach Südtirol. Dort startet der 64-jährige Hagener ab Sonntag zum ersten Mal. Und einige der insgesamt sechs Etappen, das versprechen die Veranstalter, werden dem Giro d’Italia ähneln.

Das Radsport-Etappenrennen „Peakbreak“ in Österreich hat Michael Schaake schon mehrfach absolviert, dabei siebenmal die Alpen und zahllose Alpenpässe auf dem Rennrad überquert. Doch 2018 wurde das Rennen drei Wochen vor dem Start abgesagt, auch in diesem Jahr scheint es keinen „Peakbreak“ zu geben. Der Hagener, mittlerweile im Ruhestand, suchte nach einer Alternative, die Alpen-Tour im Sommer mit Wettkampf-Faktor fehlte ihm. Und wurde beim schon zum 43. Mal angesetzten Giro delle Dolomiti - laut Eigenwerbung „ein Muss-Termin für jeden Radfahrer der die Berge liebt“ - fündig. Für Schaake auch eine Tour ins Ungewisse: „Wie das Rennen genau funktioniert, weiß ich noch nicht.“

Was sicher ist, sind die technischen Daten. Insgesamt 680 Kilometer fahren die 600 Teilnehmer eines internationalen Starterfelds auf den sechs Etappen in sieben Tagen, 9700 Höhenmeter sind dabei zu überwinden. Und der Start und Zielort ist jedesmal Bozen, lediglich zur vierten Etappe werden die Radsportler nach Bruneck transportiert. Von Südtirols Hauptstadt aus gehen die Etappen über den Ritten, das Würzjoch, den Passo Fedaia und das Fassatal und die Seiser Alm, von Bruneck aus - nach einem Ruhetag - nimmt man den Passo Valparola in Angriff. Als letzte, weitgehend flache Etappe steht ein Mannschafts-Zeitfahren durch die Südtiroler Weinstraße an, bei dem Einzelstarter Schaake damit rechnet, einem Team zugeteilt zu werden.

Der Modus allerdings bereitet Schaake, der nicht mehr für den SSV Hagen sondern für den RSC Krombach fährt und wie beim Peakbreak erneut von Betreuer Klaus Sattler begleitet wird, noch Kopfzerbrechen. „Das Besondere ist, dass nicht die Zeit der gesamten Etappe genommen wird, sondern nur ein bestimmter Ausschnitt wie bei einem Bergzeitfahren“, erklärt er, der Modus behagt ihm nicht wirklich: „Ein alter Mann wie ich fährt ja lieber lange im gleichen Trab, die Kondition habe ich ja noch“, sagt Schaake, „eine relativ kurze Strecke am Anschlag zu fahren, ist nicht so mein Ding.“ Wie der Modus funktioniert, wird an der 173 Kilometer langen „Königsetappe“ über knapp 3000 Höhenmetern deutlich: Von Bozen aus rollen sich die Fahrer durchs Grödner Tal und über das Sella Joch ein, erst nach der Abfahrt bis Canazei wird dann beim 9,6 km langen Anstieg zum Passo Fedaia die Zeit gestoppt. Dort sammeln sich alle Fahrer wieder, nach dem Mittagessen in Moena geht es über Auer zurück nach Bozen. Im ambitionierten Tempo, wie Schaake glaubt, aber ohne Zeitwertung.

Im Rhein-Sieg-Kreis getestet

„Ich muss erstmal sehen, wie mir diese Bergzeitfahren gefallen, lasse mich überraschen“, sagt der Hagener, der zur Vorbereitung eine Drei-Etappen-Tour durch den Rhein-Sieg-Kreis - 375 km, 7500 Höhenmeter - gefahren ist. Aber er ist sich auch sicher, was seine Renn-Ambitionen angeht: „Wenn ich Vierter in meiner Altersklasse bin, will ich auch Dritter werden.“ Wobei die Konkurrenz, gerade unter den einheimischen Radsportlern, groß ist. Das hat Schaake jüngst beim Familienurlaub im 20 km von Bozen entfernten Lana, wo er auch während des Giro wohnen wird, erfahren: „Da bin ich vor dem Frühstück kleine Touren geradelt und es sind mit Radvereine aus Bozen oder Meran entgegen gekommen. Da war so mancher kantiger Alm-Öhi aus Südtirol dabei.“

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