Basketball

Am Ende fehlt Phoenix Hagen die Energie

Zusammenstehen für die Nummer 9: Vor dem Spielgedachten Dietmar Günther, Kai Schulze, Jasper Günther, Max Fouhy, Javon Baumann, Joel Aminu, Marco Hollersbacher, Jannik Lodders, Teammanager Uwe Schröer, Betreuer

Foto: Jörg Laube

Zusammenstehen für die Nummer 9: Vor dem Spielgedachten Dietmar Günther, Kai Schulze, Jasper Günther, Max Fouhy, Javon Baumann, Joel Aminu, Marco Hollersbacher, Jannik Lodders, Teammanager Uwe Schröer, Betreuer Foto: Jörg Laube

Hamburg.   Es war ein hoch emotionales Spiel, in dem Phoenix Hagen am Ende die Energie fehlte. Mit 84:111 unterlag man deshalb bei den Hamburg Towers.

Den ersten Schritt zurück in den Liga-Alltag musste das Team von Phoenix Hagen nicht alleine tun. Gut 150 Hagener begleiteten den Basketball-Zweitligisten zu den Hamburg Towers, unterstützten ihr Team unaufhörlich. Und die Gäste lieferten lange ein leidenschaftliches Spiel ab, brachen erst im Schlussviertel ein. Und erlitten mit 84:111 (48:49) die erste Auswärtsniederlage. „Respekt, wie die Hagener hier aufgetreten sind“, betonte Towers-Trainer Hamed Attarbashi, „sie haben ja ein gutes Spiel gemacht. Aber unseres war unglaublich.“ Und sein Gegenüber Dietmar Günther bedauerte: „Hamburg hatte auf alles, was wir versucht haben, eine Antwort.“

Im Spielheft zeigte eine Doppelseite die Stationen seiner Karriere, vor dem Hochball erhoben sich alle Besucher zur bewegenden Gedenkminute. Die Gäste-Akteure im eigens gefertigten gelben Shirt mit der Nummer 9 - Arm in Arm vor der Spielerbank. Der am letzten Dienstag verstorbene Phoenix-Cheftrainer Matthias Grothe war auch in der Arena in Hamburg-Wilhelmsburg natürlich allgegenwärtig. Und mit lang anhaltenden Grothe-Sprechchören sorgten die Hagener Fans dafür, dass dies länger so blieb. Die Phoenix-Akteure auf dem Parkett schüttelten dies als Erste ab, führten schnell mit 5:0. Und blieben mit einer höchst leidenschaftlichen Vorstellung, bei der sie um jeden Ball kämpften, zunächst länger vorn. Vor allem Jonas Grof, von Grothe in Iserlohn zum A2-Nationalspieler geformt, ging vorneweg. Beim 20:21 (9.) durch Enosch Wolf führten die Gastgeber ganz kurz, Dreier von James Reid, Grof – bis zur Pause dreimal ohne Fehlwurf aus der Distanz erfolgreich - und erneut Reid sorgten für die 29:21-Viertelführung.

Grof spürt Williams’ Ellbogen

Das hohe Niveau konnten die Gäste allerdings nicht auf Dauer halten, zumal Grof den Ellbogen von Jonathon Williams zu spüren bekam und mit einem Cut unter dem Auge zunächst auf die Bank musste. Dies ahndete das Schiedsrichter-Trio nicht, dafür entschied es in anderen Situationen häufig gegen Hagen. So kamen James Reid und Alex Herrera früh in Foulprobleme. Bis zur Pause wirkte sich das noch nicht aus, erst Rene Kindzeikas Dreier kurz vor der Sirene brachte die Hamburger in Führung.

Nach dem Wechsel aber trugen auch die Schiedsrichter-Pfiffe dazu bei, dass die Gäste ihren Offensiv-Rhythmus verloren. Und die Reboundhoheit an die Gastgeber abgaben. Beim 57:59 (23.) waren die Hagener noch auf Augenhöhe, drei Minuten später waren Williams, Anthony Canty und Co. auf 57:67 enteilt. An diesem Abend eine Hypothek, die Phoenix nicht mehr aufholen konnte, denn die Gastgeber trafen nun aus allen Lagen. 55 Prozent ihrer Dreier hatten sie am Ende verwandelt, während sich bei den Hagenern nun die Ballverluste häuften. Die wie ein Spitzenteam aufspielenden Towers nutzten es dankbar und spielten sich nach dem 74:85 (35.) gegen nun resignierende und müde wirkende Hagener in einen Rausch.

Im Schlussviertel stehend k.o.

„Wir haben viel in den Beginn des Spiels gelegt, am Ende waren die Jungs stehend k.o.“, bedauerte Günther nach einem „emotional ganz besonderen Spiel“: „Da war uns Hamburg in allen Belangen überlegen.“ Gefeiert wurden die Gäste von ihren Fans dennoch anhaltend, als die meisten Hamburger die Arena schon verlassen hatten. „Wie die Mannschaft aufgetreten ist, das war schon toll“, betonte auch Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel, der von der „besten ersten Halbzeit der Saison“ sprach: „Wir haben da eine besondere Gemeinschaft zusammen.“ Die maßgeblich Matthias Grothe so zusammengestellt hat.

Statistik

Hamburg Towers: Canty (22, 4/6 Dreier), Kamp (3), Wolf (17, 10 Rebounds), Kovacevic (3), Kindzeka (9, 3/3 Dreier), Darley (12, 3/4 Dreier), Schmidt (4), Behr (2), Gertz (2), Raffington (4), Williams (24), Logins (9, 3/5 Dreier).

Phoenix Hagen: Günther (3), Reid (14, 3/5 Dreier, 7 Assists), Hollersbacher, Aminu (6, 2/2 Dreier), Lodders, Spohr (19, 2/6 Dreier), Grof (18, 3/4 Dreier, 4 Assists, 5 Ballverluste), Brooks (10, 0/3 Dreier), Baumann (2), Herrera (12, 9 Rebounds).

Spielviertel: 21:29, 28:19, 30:17, 32:19.

Teamstatistik: 54:47% Wurfquote, 16/29:12/23 Dreier, 13/20:14/17 Freiwürfe, 42:31 Rebounds, 20:21 Assists, 9:4 Steals, 8:15 Ballverluste, 3:6 Blocks. Zuschauer: 3207.

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