Frühlingserwachen

Bei den Bootsplätzen der Kanuten wird es eng

Bei den Bootsplätzen wird es eng:  In der „Rennbox“ der Wasserwanderer liegen links die Wildwasser-Kajaks, rechts Touren- und Seekajaks, darunter die Kanadier.

Bei den Bootsplätzen wird es eng: In der „Rennbox“ der Wasserwanderer liegen links die Wildwasser-Kajaks, rechts Touren- und Seekajaks, darunter die Kanadier.

Foto: Hendrik Nachtigäller

Herdecke/Hagen.  In der Serie „Frühlingserwachen“ geht es heute aufs Wasser: Wie bereitet sich der Kanuverein Wasserwanderer Hagen auf die Saison vor.

Im grünen Vereinsidyll am kühlen Nass steht Arbeit an: An diesem Samstag ruft der Kanu-Verein Wasserwanderer Hagen seine mehr als 200 Mitglieder zur Bootshallen-Reinigung am Klubgelände zwischen Hengstey- und Harkortsee. Was auf keinen Fall bedeutet, dass die Kanuten nicht auch diesen Tag lieber auf dem Wasser verbrächten: Die Wasserwanderer lieben ihren Sport — doch für den Sommer sollen Gelände und Gerätschaften auf Vordermann gebracht werden.

Die Bestandsaufnahme

Für die Mitglieder des KVW bedeutet das eine Menge Arbeit. Das geräumige Vereinsgelände direkt am Wasser beherbergt das weitläufige Bootshaus, das neben dem großen Saal mit Theke auch Räumlichkeiten mit Spinden für die Mitglieder sowie Toiletten bietet. Zudem befinden sich vor Ort eine Grillhütte und ein kleiner Kinderspielplatz. 110 Boots- und 29 Wohnwagenstellplätze stellt der KVW seinen Mitgliedern zur Verfügung — bei weitem nicht genug: „Unsere Bootsplätze sind leider begrenzt. Auch dadurch, dass wir Vereinsboote anbieten, können wir leider nicht jedem Mitglied auch eine Bootsstelle zur Verfügung stellen, um sein Boot hier abzuladen“, berichtet KVW-Pressewartin Carmen Jankus: „Das ist gerade ein immenser Engpass, weil unsere Mitgliederzahlen immer weiter steigen und unsere Bootsplätze einfach voll sind.“ Der Verein sucht nach einer Lösung für dieses Problem.

Die Saisonvorbereitung

Weil die Wasserwanderer im vergangenen Juni ihren 60-jähriges Bestehen zelebrierten und Bootshaus und Gelände besonders herausgeputzt hatten, haben es die Kanuten in diesem Jahr etwas leichter. Auch wenn der KVW eigentlich noch weitere Arbeiten an der Anlage erledigen wollte, was angesichts der vielen Fahrten aber nicht klappte. Auch das Budget für Instandsetzungen sei schnell aufgebraucht gewesen, wobei die Mitglieder ohnehin bei Reparaturen mit anpacken, um die Kosten im Rahmen zu halten.

Einige Aspekte müssen jedoch jedes Jahr geprüft werden. „Man guckt natürlich nochmal nach den Materialien“, erklärt Carmen Jankus. „Sind zum Beispiel die Auftriebskörper in den Booten porös? Jeder checkt sein Material selbst, bei dem Vereinseigentum machen wir das.“ Verschleißteile an den Booten, Spritzdecken, Schwimmwesten, Helme, solche Materialien wolle man ja in gutem Zustand zur Verfügung stellen.

Termine im Sommer

Ihr jährliches Anpaddeln haben die Kanuten bereits hinter sich: Ende März ließen sie ihre Boote erstmals vom vereinseigenen Steg zu Wasser. Seitdem und bis zum Abpaddeln am 6. Oktober bietet der KVW seinen Mitgliedern ein abwechslungsreiches Programm, das an fast jedem Wochenende teils mehrtägige Touren vorsieht, für Einsteiger wie alte Hasen. „Mit der Natur verbunden zu sein, ist auf dem Wasser wirklich das Nonplusultra“, schwärmt Carmen Jankus. Für sie sind die Veranstaltungen der Jugendabteilung die Höhepunkte des Jahres. „In Lippstadt auf der Lippe ist es sehr schön, da können wir an dem Schwall üben und es gibt eine Wehranlage“, erzählt sie. An Wettkämpfen nehmen die Wasserwanderer nicht teil.

Was ist im Winter passiert?

Abpaddeln Anfang Oktober, Anpaddeln Ende März — doch der KVW ist mitnichten ein reiner Sommerverein. Nach den Herbstferien nehmen die Wasserfreunde im kleinen Becken der Schwimmhalle in der Goldberg-Grundschule das Training auf. „Da lernt man dann so Sachen wie die Eskimo-Rolle, aber auch Paddeltechniken oder Dinge, mit denen man die Kleinen vertraut machen will“, berichtet Carmen Jankus. Auch ältere oder neue Mitglieder nähmen das Angebot an. „Um einfach mal ein anderes Gefühl mit dem Boot zu bekommen, wo es dann egal ist, ob man reinfällt. Das Wasser ist ja nicht kalt“, sagt die Pressesprecherin: „Es gibt auch Leute, die vielleicht etwas Angst haben vor dem Gewässer hier, weil man unter der Wasseroberfläche fast nichts sieht. Das ist in der Halle natürlich ganz anders und gut, um damit vertraut zu werden.“

Was bietet der Verein?

Interessierte und Anfänger lädt der KVW ein, das Wasserwandern per Kanu unkompliziert vor Ort auszuprobieren. „Man muss auch nicht mit seiner eigenen Ausrüstung hier antreten. Uns ist ganz wichtig: Wir haben viel Material und stellen das auch zur Verfügung“, betont Carmen Jankus. Das Vereinshaus stehe am Wochenende immer offen, Vorstandsmitglieder seien als Ansprechpartner da: „Meistens bieten wir dann an, mittwochs dazuzustoßen, weil wir dann eigentlich immer aufs Wasser gehen.“

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