2. Basketball-Bundesliga ProA

Bei Phoenix Hagen werden Männer mit starken Nerven gesucht

Szene aus der Anfangsphase: Man sieht Kapitän Dominik Spohr die ganze Energie an, mit der Phoenix die Gladiators Trier bis zum 31:13 förmlich überrannte. Till Gloger scheint sich fast zu fürchten. Foto:Michael Kleinrensing

Szene aus der Anfangsphase: Man sieht Kapitän Dominik Spohr die ganze Energie an, mit der Phoenix die Gladiators Trier bis zum 31:13 förmlich überrannte. Till Gloger scheint sich fast zu fürchten. Foto:Michael Kleinrensing

Hagen.   Der ehemalige Phoenix-Spielmacher James Reid, am Karnevals-Wochenende in Hagen zu Besuch, sichtet für seinen alten Klub Spieler in den USA.

In der Regel sieht sich James Reid die Pro-A-Partien der Basketballer von Phoenix Hagen live im Internet an, um sie dann zu analysieren. Am Sonntag war der ehemalige Spielmacher der Feuervögel zum zweiten Mal binnen weniger als 48 Stunden in der Halle dabei, als Dominik Spohr, Jonas Grof und Co. zur „Arbeit“ aufliefen. Nachdem der heute 25-jährige Ex-Spielmacher seinen ehemaligen Kollegen am Freitag beim 83:71-Sieg in Paderborn noch Glück gebracht hatte, konnte er zwei Tage danach mit seiner Anwesenheit die unglückliche 90:92-Niederlage gegen die Gladiators Trier nach furiosem 31:13-Beginn nicht verhindern. „Nach der Pause wurden bei uns die Beine etwas schwerer. Aber verloren haben wir das Spiel letztlich an der Freiwurflinie“, analysierte der Phoenix-Scout treffend.

Die Freiwürfe - sie waren Thema wohin man hörte. Bei Chefcoach Chris Harris genauso wie bei Patrick Seidel. „Wir haben 16 vergebene Freiwürfe“, entnahm der Phoenix-Geschäftsführer dem Scouting. „Dass Profis Freiwürfe immer wieder trainieren ist klar, dass sie dann nicht reingehen, ist Kopfsache“, so Seidel. Zwei Tage zuvor in Paderborn hatten die Feuervögel an der Linie nur vier von 19 Chancen liegen gelassen.

Schnell die Köpfe hochkriegen

Weit entfernt davon waren alle Beteiligten, Dominik Spohr für das Verpassen der Verlängerung einen Vorwurf zu machen. Der Phoenix-Kapitän hatte in der letzten Sekunde die Ausgleichschance, traf aber nur den Ring. „Dass wir den letzten Ball noch bekommen haben, war vorher gut gespielt, lobte Seidel Jeremy Dunbar, der kurz vor Schluss nach zwei verwandelten Freiwürfen den dritten absichtlich auf den Ring warf. Gewonnener Rebound, Pass zu Spohr - vorbei! Die fünfte Heimpleite in Folge war besiegelt.

„Jetzt geht es darum, schnell die Köpfe wieder hochzukriegen für das nächste Spiel“, will Seidel genau wie Harris auch an der fünften Pleite am Ischeland in Folge von einem Heimkomplex nichts wissen. „Auch wenn die Statistik aktuell dagegen spricht. Wir werden hier toll unterstützt und freuen uns auf jedes Heimspiel - auch auf das am Samstag gegen Nürnberg.“

James Reid wird dann nicht mehr dabei sein. Auch wenn er seinen ursprünglichen Plan, Hagen am Rosenmontag wieder zu verlassen, verwarf. Die Jungs haben einen Tag frei, mal sehen, was wir machen. Ich habe zu den meisten noch einen sehr guten Draht“, so der 25-Jährige, der für Phoenix in den Staaten schon Spieler für die nächste Saison sichtet. Akteure mit guten Nerven an der Freiwurflinie könnten nicht schaden.

Zitat

„Wir hatten schon Heimspiele, in denen nicht alle Spieler ihre Leistung abgerufen haben. Heute war das anders. Wir waren kämpferisch stark und haben tough gespielt. Ein Komplement an meine Mannschaft!“

Chris Harris, Phoenix-Chefcoach

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