Frühlingserwachen

Beim Märkischen Golfclub Hagen ist zurzeit viel zu tun

Das Areal ist groß, beim Märkischen Golfclub in Hagen-Tiefendorf gibt es in diesen Tagen zwecks Saisonvorbereitung viel zu tun.

Das Areal ist groß, beim Märkischen Golfclub in Hagen-Tiefendorf gibt es in diesen Tagen zwecks Saisonvorbereitung viel zu tun.

Foto: Fabian Sommer

Hagen.   Der Märkische Golfclub verfügt über eine schöne Anlage in Tiefendorf - auf der es aktuell viel zu tun gibt. Die Sommersaison wird vorbereitet.

Grün, wohin das Auge blickt – die Natur erstrahlt in ihrem vollen Glanz, die Sonne neigt sich in der Abenddämmerung über die Hügel. Nein, wir sind nicht im Sauerland, sondern beim Märkischen Golfclub Hagen in Berchum-Tiefendorf. Friedrich Grawert, einer der ältesten Mitglieder des Vereins, übt gerade seinen Abschlag. Mittels teurer Gerätschaften lässt er sich vom „Head-Pro“ Lars Orzessek anhand von 28 physikalischen Messwerten erklären, inwiefern er seinen Schlag auf den kleinen weißen Ball optimieren kann. Damit Friedrich Grawert so wie die anderen circa 500 Mitglieder überhaupt ins weite Grün schlagen können, ist eine Menge Arbeit nötig.

Das Gelände

Die Anlage des Märkischen Golfclubs an der Tiefendorfer Straße hat insgesamt neun Löcher, die längste Bahn weist 585 Meter auf, die kürzeste 157 Meter. Die Gesamtlänge für Herren umfasst bei 18 Löchern (zwei Runden) stolze 5974 Meter. Dazu gibt es eine teilweise überdachte Driving-Range mit zehn Abschlägen. Wiesen, Bäume, Waldsäume, Sandbunker, Teiche und Hecken charakterisieren den Golfplatz. Bei den verschiedenen Untergründen unterscheidet man zwischen Grün, Fairway, Semirough und Abschlag.

Was ist im Winter passiert?

Im Winter ist keine offizielle Saison, am Platz selber wird nichts getan. Alle Wasserleitungen sind abgestellt, der Greenkeeper räumt seine Baustellen auf. Nur bei Notfällen wird eingegriffen, wie im vergangenen Winter. „Wir hatten durch die ganzen Stürme 19 Bäume im Verlust, die beseitigt werden mussten. Das ist ganz schön viel“, sagt Vorstandsmitglied Klaus Kleinert, der für den Platz zuständig ist.

Dennoch darf gegolft werden – aber die Grüns sind dann wegen der Kälte und den Witterungsverhältnissen geschlossen. „Die Grüns sind kurz geschnitten. Das Gras knickt im Winter weg und erholt sich nicht. Das kann teuer werden, die haben spezielle Gräser und einen teuren Unterbau.“ Bei Starkregen wird der Platz gesperrt.

Die Saisonvorbereitung

Es gibt viel zu tun, bevor die Golfer im Sommer loslegen können. Zu allererst wird in Abstimmung mit dem Turnierplan der Pflegeplan aufgestellt sowie der Pflegebetrieb koordiniert. Die Pflege übernimmt der Verein nicht alleine, sondern in Zusammenarbeit mit der Firma Sommerfeld, die bis zu 50 Plätze unter Vertrag hat. Der Fachbetrieb schickt dann Greenkeeper zu den Plätzen. Bis zum 30. März wurden Bäume und Sträucher geschnitten, „danach darf man laut Gesetzgeber kein Gehölz mehr anrühren“, berichtet Klaus Kleinert.

Danach werden der Rasen auf Schädlinge und Pilsbefall analysiert und gegebenenfalls Gegenmaßnahmen eingeleitet. Nach einer Erarbeitung des Düngeverfahrens werden Fairways und Semiroughs gemäht – der Unterschied besteht zwischen der Höhe des Schnittes.

Nachdem die verschiedenen Grüns belüftet und besandet worden sind, müssen die Bunker geharkt und mit Sand aufgefüllt werden. Wildblumenwiesen werden angelegt, Dränagen kontrolliert. Et voilá – Friedrich Grawert kann guten Gewissens seine Neun-Loch-Tour starten.

Termine im Sommer

Der Start in die Saison hat bereits mit dem ersten Seniorenspiel begonnen. Danach geht es weiter mit einem gut gefüllten Turnierkalender. Etwa wird einmal im Monat im Verein der „Monatsteller“ ausgespielt. Am 6. Juli wird ein großes Charityturnier veranstaltet, darüber hinaus gibt es für Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ein Golfabzeichen zu erwerben. Ein Jugendtalent-Cup steht auch auf dem Plan. „Das Highlight sind die Klubmeisterschaften am 1. September“, erklärt Dagmar Kornemann, Verantwortliche für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Herrenwettspiele, Damennachmittage – es wird an der Tiefendorfer Straße nicht langweilig. Saisonende ist je nach Temperatur und Wetter im November. Danach beginnt die Wintersaison.

Nachwuchsförderung

500 Mitglieder hat der Golfclub, davon 80 Kinder und Jugendliche. Das Altersgefälle ist generell gemischt, aber der Verein hat wie viele andere Klubs in der Region das Problem des fehlenden Nachwuchses. „Es gibt viele, die bei uns als Kinder das Golfspielen gelernt haben, dann beruflich bedingt wegziehen und später wieder zu uns zurück kommen“, sagt Dagmar Kornemann. Eine Kooperation mit Schulen? „Das ist schwierig, weil die Verkehrsanbindung hier oben nicht gut ist. Die Schüler müssen also irgendwie hier her gebracht werden – das ist ein Faktor, den die Schulen schwer leisten können“, so Kornemann weiter.

Sport für den Kopf

Zum Golfen braucht man nicht unbedingt einen Partner. Von Sonnenaufgang bis -Untergang können Mitglieder des Golfclubs spielen und sich dabei in freier Natur bewegen. „Wenn Sie mal einen schlechten Tag haben, dann kommen Sie auf die Anlage und spielen das runter“, sagt Klaus Kleinert. Dagmar Kornemann pflichtet ihm bei: „Sie kriegen den Kopf automatisch frei. Man konzentriert sich dann auf sich und sein Spiel und kann zwischendurch einfach mal den Blick schweifen lassen – das ist wie Urlaub. Das entspannt das Auge total und dann entspannt auch der Kopf.“

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