Fußball

Bilanz einer schwierigen Saison

Holger Stemmann (links) gab nur ein kurzes Gastspiel am Esborner Böllberg. Sein damaliger Co-Trainer Jürgen Lappe (rechts) übernimmt ab der kommenden Saison die TuS-Reserve in leitender Position.

Holger Stemmann (links) gab nur ein kurzes Gastspiel am Esborner Böllberg. Sein damaliger Co-Trainer Jürgen Lappe (rechts) übernimmt ab der kommenden Saison die TuS-Reserve in leitender Position.

Foto: ka

Esborn.  Der TuS Esborn hat in der abgelaufenen Spielzeit zwei Trainer entlassen. Thomas Schumacher soll nun für Kontinuität sorgen.

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Lange Zeit sah es so aus, als ob der TuS Esborn nach dem Abstieg zum Ende der Saison 2014/15 erneut den Gang in die Kreisliga B antreten muss. Nur wenige Optimisten glaubten Ende März nach der 1:3 Niederlage im Nachholspiel bei Ararat Gevelsberg noch an den Klassenerhalt. Eine schwierige Saison, geprägt von internen Unruhen, liegt hinter dem Verein vom Böllberg:

Zu Saisonbeginn unterlag der TuS beim Nachbarn vom SuS Volmarstein deutlich mit 0:5, konnte aber das folgende Heimspiel gegen den TuS Ennepetal II mit 4:1 gewinnen. Nach einem durchwachsenen Saisonstart mit Ex-Trainer Lui Petrou ging es dann aber stetig bergab. Nach dem 15. Spieltag übernahm Holger Stemmann das Traineramt von Petrou und konnte zum Einstand auch gleich einen 3:0-Sieg in Silschede feiern. Nach der knappen 0:1-Niederlage im Derby gegen den SuS Volmarstein ging es auf Tabellenplatz elf in die Winterpause.

Im Jahr 2019 wurden die ersten fünf Spiele allesamt verloren. Der Verein reagierte und zog den bereits feststehenden Abschied von Übergangs-Trainer Stemmann vor. Thomas Schumacher übernahm fortan die sportlichen Geschicke am Böllberg. Als bereits dritter Verantwortlicher ging Schumachers Debüt mit der 2:5-Niederlage beim FSV Gevelsberg deutlich in die Hose. Nach der Partie stand der TuS Punktgleich mit der SpVg Hagen 11 auf einem Abstiegsplatz und hatte dazu die schwere Aufgabe gegen den SC Obersprockhövel II vor der Brust. Dank der Tore von Winterzugang Johannes Eschler und Thiago da Silva gewann der TuS überraschend gegen den späteren Meister – und holte sich in dem Spiel auch das Selbstvertrauen für die folgenden Aufgaben: Es folgte zunächst das 1:1 in Rüggeberg, danach gab es dann aber auch den Dämpfer beim 0:5 gegen den TuS Hasslinghausen.

Schumacher bringt die Wende

Der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz war zu diesem Zeitpunkt wieder auf nur einen Zähler zusammengeschrumpft. Fünf Spieltage vor Schluss hatte der TuS mit der SpVg Linderhausen, der TSG Herdecke und dem FC Herdecke das scheinbar schwerste Programm aller Abstiegskandidaten vor der Brust.

Das Spiel in Linderhausen gewann die Mannschaft von Thomas Schumacher überraschend mit 4:3. Eine Woche später wurde dann auch die TSG Herdecke mit 6:2 bezwungen. Am 12. Mai wurde mit dem 6:3- Sieg beim FC Gevelsberg-Vogelsang der Klassenhalt vorzeitig gesichert.

„Die Jungs haben klasse mitgezogen“, äußerte sich Schumacher nach dem Sieg in Gevelsberg, sprach da aber schon von einem „Etappenziel“, denn Schumacher wird den TuS auch in den nächsten Jahren betreuen und hat entsprechend ganz klare Vorstellungen darüber, wie die Zusammenarbeit im Verein laufen soll.

Rittershaus wird Co-Trainer

Zukünftig übernimmt Sascha Rittershaus das Amt des Co-Trainers der 1. Mannschaft von Jürgen Lappe, der zur neuen Saison die Reserve trainiert. Unterstützt wird Lappe von Markus Bötzel, der auch weiterhin zur Verfügung steht. „Jürgen ist immer loyal gewesen, sowohl zum Verein aber auch zu den Spielern“, sagt Heiko Kuhlmann über den Nachfolger von Bernd Köster. „Das ist eine ganz besondere Gabe, das können nicht viele.“

Esborns Vorsitzender Wolfgang Cornelsen freut sich auch über die weitere Zusammenarbeit mit Markus Bötzel: „Markus ist ein weiteres Urgestein des TuS Esborn, solche Leute brauchen wir im Verein, nicht nur als Trainer sondern auch im Umfeld. Auf diese Jungs ist immer Verlass, die stehen auch zum Verein, wenn es mal nicht gut läuft, über sie wollen wir die Kontinuität im Seniorenbereich herstellen.“

In der 3. Mannschaft spielen bereits „echte Esborner Jungs“ und auch darauf sind die Vorstandsmitglieder stolz: „Die machen richtig Spaß“, erklärt Cornelsen dazu und auch Schumacher betont, wie wichtig ihm der gesamte Unterbau bis hin zur 1. Mannschaft ist: „Wir sind alle im und für den Verein aktiv, da muss man seine persönlichen Bedürfnisse auch mal hinten anstellen“, fordert Schumacher. „Wenn zukünftig ein Spieler gefragt wird wo er Fußball spielt, dann muss die Antwort lauten: beim TuS Esborn.“

„Alle an einem Strang gezogen“

In der jüngsten Vergangenheit wurde das oft kontrovers gehandhabt, das soll sich in Zukunft auf jeden Fall ändern. „Ohne die Unterstützung aus der Reserve hätten wir den Klassenerhalt niemals erreicht“, betont Schumacher. „Es haben alle gesehen, was man erreichen kann, wenn im Verein alle an einem Strang ziehen.“

Für die nächsten Tage und Wochen hat Schumacher regelmäßige Treffen und Aussprachen mit den Trainern aller Mannschaften fest eingeplant. „Wir werden da auch die A-Jugend mit einbeziehen und über die sportliche Zielrichtung sprechen. Es muss klar sein, was wir gemeinsam erreichen wollen“, stellt der Fußballlehrer klar.

Dabei könnte auch eine interne Trainer-Fortbildung helfen -- und auch da bietet Schumacher seine Unterstützung an: „Es wird anfangs sicherlich auch Widerstände geben, das ist ganz normal. Aber wir werden uns schon zusammenraufen und etwas Gemeinsames auf die Beine stellen.“

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