Fußball-Landesliga

Bittere Rückschläge für SSV Hagen und SV Hohenlimburg 10

Der SSVer Michael Kuhfeld springt höher als seine Gegenspieler.Aber wie im Hinspiel jubelt am Ende Rot-Weiß Erlinghausen. Foto:Michael Kleinrensing

Der SSVer Michael Kuhfeld springt höher als seine Gegenspieler.Aber wie im Hinspiel jubelt am Ende Rot-Weiß Erlinghausen. Foto:Michael Kleinrensing

Hagen.   Höing-Elf büßt mit 1:3 gegen Erlinghausen Klassenerhaltshoffnungen ein. Schwarzer Tag für SV 10: Schwere Verletzung, Platzverweis und 0:1-Pleite.

„Solange rechnerisch die Chance noch besteht, den Klassenerhalt zu schaffen, werden wir alles versuchen, das Wunder wahr werden zu lassen“, hatte Klaus Kaiser, 1. Vorsitzender des SSV Hagen, vor dem 24. Spieltag der Fußball-Landesliga gesagt. Rein rechnerisch steht das Höing-Team auch nach der 1:3 (0:3)-Niederlage gegen Rot-Weiß Erlinghausen nicht als Absteiger fest. De facto jedoch sind die Hoffnungen auf den Ligaverbleib mit der 19. Saisonniederlage fast auf den Nullpunkt geschrumpft. Denn der TuS Erndtebrück II, der Relegationsplatz 13 belegt, liegt nach einem 4:0-Sieg gegen Hüsten jetzt zwölf Punkte vor den Adlerträgern.

Erstmals in diesem Jahr liefen die SSVer zu einem Heimspiel nicht auf dem Kunstrasen am Höing, sondern im Ischelandstadion auf. Trainiert auf dem Naturgrün hatte die Elf der Spielertrainer Marco Grüterich und Gianluca Salvo im Vorfeld nicht. Dennoch hatten die Gastgeber die leise Hoffnung, dass sich gerade die technisch starken Erlinghausener Akteure auf dem bis vor kurzem noch arg holperigen Geläuf etwas schwerer tun würden als auf ebenem Kunstbelag. Aber der Stadionrasen präsentierte sich gestern bei guten äußeren Bedingungen in bestem Zustand. „Da hat das Servicezentrum einiges getan“, konstatierte Kaiser. Wovon auch die Gäste profitierten.

Salvo verschießt Foulelfmeter

Die erste Großchance hatte aber der SSV. Der fulminante Schuss, den Yusuf Acikel in der sechsten Minute aus knapp 30 Metern abfeuerte, hätte um ein Haar das 1:0 gebracht. Erlinghausens Schlussmann Kevin Krefeld konnte den Ball gerade noch ans Lattenkreuz abwehren. Der folgende Eckball von Salvo beschwor ebenfalls Gefahr herauf. Aber Michael Kuhfeld, dem das Leder vor die Füße fiel, traf das Spielgerät nicht richtig. Der Ball ging rechts am Tor vorbei.

In der Folgezeit entwickelte sich die Partie dann so, wie es nach der Hagener 2:6-Niederlage im Hinspiel zu befürchten war. Die schnellen und spielstarken Erlinghausener Angreifer Pascal Raulf und Bilal Akgüvercin demonstrierten, warum sie zusammen schon mehr als 40 Tore erzielt haben. Vor allem Akgüvercin, im Hinspiel dreimal erfolgreich, war auf der rechten Seite nicht zu stoppen. Folgerichtig traf er, mit einem Steilpass auf die Reise geschickt, nach 18. Minuten zum 0:1. Sieben Minuten später war Raulf zur Stelle, obwohl ihn im SSV-Strafraum vier Spieler umringten - 0:2! Als Isaak El Basraoui in der 33. Minute nach einem weiteren RWE-Angriff über rechts das Leder zum 0:3 ins eigene Tor abfälschte, war die Partie im Grunde genommen durch.

Es spricht für die Moral der Höing-Elf, dass sie nie aufsteckte. Ein Foulelfmeter, mit dem Salvo nach 55 Minuten am Gästekeeper scheiterte, und das 1:3 von Berke Tombul (58.) nach schöner Vorarbeit über die linke Seite waren der Ertrag. Andererseits boten sich den Gästen zahlreiche Gelegenheiten, weitere Treffer zu erzielen. Aber SSV-Keeper Marcel Riede, der schon vor der Pause Schlimmeres verhindert hatte, parierte immer wieder prächtig. Womit er die Hoffnungen auf den Ligaverbleib aber nicht festhalten konnte.

>>>>Verletzung von Marcel Weiß schockiert geschlagene Zehner<<<<

Viel schwerer als die 0:1 (0:0)-Niederlage des Fußball-Landesligisten SV Hohenlimburg 1910 bei Borussia Dröschede wirkt die Verletzung von Marcel Weiß. Der Zehner prallte nach einem Luftduell mit dem Rücken auf dem Kunstgrün auf. Er musste mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden.

In der 79. Minute passierte es, die Gastgeber lagen da schon mit 0:1 im Hintertreffen. Die Hohenlimburger waren schockiert, versuchten aber trotzdem alles, um für ihren Mitspieler wenigstens noch einen Zähler zu retten. In der Nachspielzeit musste Schiedsrichter Pascal Emrich (Siegen) die Partie kurz unterbrechen, damit die Rettungskräfte Marcel Weiß von der Seitenlinie auf die Trage legen konnten. Zum letzten Eckstoß der Begegnung rannte auch SV-Keeper Alexander Klur mit nach vorne. Jedoch blieb es beim 0:1.

Nuancen entscheiden

„Es war ein hart umkämpftes Spiel gegen eine gute Dröscheder Mannschaft“, so SV 1910-Trainer Michael Erzen. Nuancen haben die Partie am Ende entschieden, Dröschede siegte nach einem Standard. „Dass irgendwann mal wieder eine Niederlage kommt, war klar. Aber das wirft uns nicht aus der Bahn. Wir werden weiterarbeiten.“ Zuletzt unterlagen die Zehner im September 2018. Durch den 2:1-Sieg gegen BSV Menden ist der FSV Gerlingen an der Tabellenspitze auf sechs Zähler enteilt. „Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat alles gegeben. Einziger Kritikpunkt ist die Chancenauswertung nach Kontern.“

Im ersten Abschnitt verankerte sich die Partie im Mittelfeld, sie war von vielen Zweikämpfen gekennzeichnet. Die Zehner hätten sich vom Unparteiischen Pascal Emrich eine klarere Linie gewünscht. „Die aufkommende Härte hätte er eher unterbinden müssen“, klagte Michael Erzen. Torraumszenen gab es im ersten Abschnitt kaum. In Minute 27 setzte Nick Träptau eine scharf angebratene Flanke in der Dröscheder Strafraum – der Borusse Samet Ünlü hätte das Leder fast ins eigene Tor gesemmelt.

Klur stark auf der Linie

Acht Minuten später erwies sich Alexander Klur einmal mehr als sicherer Rückhalt, er gewann ein Eins-gegen-Eins-Duell gegen den ehemaligen Hohenlimburger Denis Rödel.

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Zehner das Kommando. Sie drückten die Platzherren in die eigene Hälfte und eroberten früh die Bälle. Saffet Davulcu scheiterte in der 55. Minute mit einem Direktschuss, zehn Minuten später flankte Marcel Weiß die Kugel maßgenau in den Torraum. Stylianos Mouratidis kam einen halben Schritt zu spät. Dann folgte die ominöse 66. Minute, in der sich die Ereignisse überschlugen. Schiedsrichter Emrich zeigte dem Zehner Thomas Ludwig den Roten Karton. Dieser war aber nicht auf dem Spielfeld, sondern machte sich gerade warm. Er rief dem Unparteiischen ein paar nette Worte zu. Die Konfusion bei den Zehnern nutzte Dröschede aus. Haris Dzafic drosch einen Freistoß nahe der linken Seitenauslinie Richtung Torraum, der Ex-Zehner Amin Ahakham stand goldrichtig, nickte zum 1:0 ein.

SV Hohenlimburg 1910: Klur, Nezir, Höltke, Samet Davulcu, Vincenzo Porrello, Saffet Davulcu, Schakat, Mouratidis (88. Mushaba), Weiß (80. Sylla), Träptau, Labarile.

Tor: 1:0 Ahakham (66.).

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