2. Bundesliga

Daheim verspielt Phoenix Hagen alle Playoff-Chancen

Abschied von den Fans: Das Transparent nach dem Schlusspfiff tragen die Phoenix-Spieler mit versteinerten Mienen durch die Arena.

Abschied von den Fans: Das Transparent nach dem Schlusspfiff tragen die Phoenix-Spieler mit versteinerten Mienen durch die Arena.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Es war vorher klar: Die 7. Heimschlappe würde für Phoenix das Ende aller Playoff-Hoffnungen bedeuten. Mit 77:87 gegen Rostock patzte man erneut.

Seine Playoff-Chancen verspielte Phoenix Hagen am Ischeland - wo auch sonst. Ein Heimsieg gegen die Rostock Seawolves wäre notwendig gewesen, um die Endrunde noch erreichen zu können. Doch das klappte auch im siebten Anlauf dieses Jahres nicht, beim 77:87 (45:49) zeigte der Basketball-Zweitligist die gleichen Symptome wie in den sieben Heimspielen zuvor. „Das war ein Spiegelbild der Saison“, bedauerte Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel nach den letzten 40 Minuten der Spielzeit in der Krollmann Arena: „Wer siebenmal in Folge zuhause verliert, hat die Play-offs auch nicht verdient.“ Und die Fans - diesmal in Hagener ProA-Rekordzahl von 2910 erschienen - müssen weiter auf den ersten Heimsieg 2019 warten, mindestens bis Mitte September.

Dass nur zwei Siege an den letzten beiden Spieltagen die Playoff-Qualifikation für Phoenix bedeuten würden, war nach den Siegen der Konkurrenten Ehingen und Karlsruhe vor dem letzten Hochball am Ischeland klar. So starteten die Gastgeber, wie in den meisten anderen Heimspielen, mit viel Verve. Und merkten aber auch gleich, wer dem ersten Heimsieg am meisten im Weg stehen würde: Ex-Phoenix-Spieler Yannick Anzuluni, im letzten Bundesliga-Jahr nach zwei Spielen aussortiert, traf gleich die ersten beiden Dreier, feierte dies mit deutlichen Jubelgesten zur Rostocker Bank. Und wurde in der Folge mit 25 Punkten zur prägenden Figur auf dem Parkett. „Ich war hier nicht gut genug, deshalb musste ich mich heute beweisen“, machte der 31-jährige Kanadier, der bei 39:11 Minuten Spielzeit fast keine Pause erhielt, aus seinem besonderen Ehrgeiz keinen Hehl.

Als Anzuluni den ersten Wurf verpasste (14:15, 5 Minute), übernahm Phoenix die Führung, Javon Baumann besorgte das 20:15 (6.). Und nach dem 25:25 traf Kris Davis per Dreier mit der Sirene zur 28:25-Viertelführung, die Anzuluni direkt nach Wiederbeginn aus der Distanz egalisierte. Mit Zonenverteidigung versuchten die Hagener nun, den Offensivrhythmus der Gäste zu brechen, das gelang zunächst nicht. Zumal Anzuluni durch die Guards Tony Hicks und Terrell Harris wirkungsvoll unterstützt wurde. Beim 42:40 brachte Davis’ Dreier Phoenix noch einmal in Führung, erneut Anzuluni konterte (42:45).

Und leitete per Dreier zum 45:52 auch die zweite Hälfte ein, ehe die Hagener ihren Ex-Spieler etwas besser kontrollieren konnten. Von nun liefen sie aber stets einem Rückstand hinterher, fanden in einer intensiv geführten Partie keinen verlässlichen Schützen - Jeremy Dunbar etwa verwandelte keinen seiner sechs Würfe - und zeigten wieder zunehmend Nervenflattern an der Freiwurflinie. Einzig Dominik Spohr mit viel Zug zum Korb und Davis hielten Phoenix offensiv im Spiel und Playoff-Rennen.

Darauf durften die Phoenix-Fans nach der letzten Viertelpause verstärkt hoffen, als Rostock nach Anzulunis 67:72 (31.) fünf Minuten gegen die intensive Phoenix-Zonenverteidigung ohne Erfolg blieb. Spohr, Jonas Grof und Joel Aminu holten beim 74:72 (36.) die Führung zurück, doch in der Crunchtime versagten - wie so oft am Ischeland - bei den Gastgebern die Nerven. Spohrs Airball, zwei verpasste Grof-Freiwürfe, zwei Pässe von Davis zum Gegner - die Fehlleistungen häuften sich. Die abgezockten Rostocker bedankten sich mit elf Punkten in Folge, beim 74:83 gut eine Minute vor dem Ende war die Saison am Ischeland vorbei. „Unsere Enttäuschung ist sehr groß“, sagte Trainer Chris Harris: „Wir hätten unseren Fans einen Heimsieg gegönnt, haben aber nicht geliefert.“ Wieder einmal.

Hallensprecher wirft hin

Starke Irritationen gab es etwa eine halbe Stunde vor Spielbeginn, als Hallensprecher Hans-Uwe Schröer das Mikro ergriff, den Dienst quittierte und die Stehplatz-Fans wegen eines Artikels in deren Spieltags-Magazin „Heuboden Aktuell“ beschimpfte. Für ihn übernahm Martin Erlmann den Sprecher-Job, später entschuldigte sich Schröer in den sozialen Medien ausdrücklich für einen „eigentlich nicht entschuldbaren Fehler“. Geschäftsführer Seidel kommentierte: „Er hat kurze Zeit seine Emotionen nicht im Griff gehabt, als Vereinsoffizieller geht das natürlich nicht.“

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