Basketball

Derbysieg gegen BBA: Artis II lässt die Hasper Halle beben

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Mann des Abends: Ricardo Artis II erzielt 33 Punkte und feiert jeden einzelnen davon.

Mann des Abends: Ricardo Artis II erzielt 33 Punkte und feiert jeden einzelnen davon.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Haspe 70 gewinnt das Hagener Derby der 1. Basketball-Regionalliga gegen BBA. Die 70er haben aber noch mehr zu feiern. Bericht und Fotostrecke:

Wer am Samstag nach 21 Uhr die Tabelle der 1. Regionalliga studierte, konnte folgendes feststellen: Der SV Haspe 70 hat durch einen Sieg gegen die BBA Hagen zwei Punkte eingefahren. Zwei, nicht mehr, nicht weniger, und von einer Vergabe von Derby-Bonuspunkten durch den Westdeutschen Basketball-Verband ist bislang nichts bekannt. Und dennoch: Die Reaktionen der Beteiligten nach Spielschluss sprachen dafür, dass es in dieser Begegnung um so viel mehr geht als nur um zwei Zähler, auch wenn die Trainer stets anderes beteuern. Umarmungen und Jubelschreie auf der einen Seite, gesenkte Köpfe und enttäuschte Blicke auf der anderen: Haspe 70 gewann dieses emotionale Duell des 2. Spieltags mit 80:67 (34:34).

Loco Express wird geehrt

Den 1. Oktober 2022 werden sie in Haspe in bester Erinnerung behalten. Dass die 70er nach fast fünf Jahren mal wieder den Nachbarn aus Eilpe bezwangen, ist dafür nicht der einzige Grund. Die dritte Hasper Mannschaft, der „Loco Express“, wurde in diesem Jahr Deutscher Meister in der Ü40- sowie Ü45-Konkurrenz und zudem ungeschlagener Meister der Landesliga. Die hohen Hasper Herren Horst Wisotzki (Bezirksbürgermeister), Dietmar Thieser (u.a. Vorsitzender des Sportausschusses) und Uwe Plonka (WBV-Präsident) zeichneten das mit Ex-Profis gespickte Team für dessen „Triple“ aus.

Haspes Oldies hinter dem einen Korb, die Vereinsjugend auf der anderen und eine pickepackevolle Haupttribüne sorgten für eine Kulisse, die es im Hagener Basketball abseits des großen Phoenix Hagen nur selten gibt – ein Grund dafür, dass der SV 70 im Regionalliga-Derby noch die Wende schaffte. „Die Stimmung war überragend. Umso schöner, dass wir gewonnen haben und sich all die Mühen, die wir reingesteckt, auszahlen“, fand Haspes Teammanager Martin Wasielewski.

BBA führt schon zweistellig

In der 27. Minute lautete der Spielstand aus Sicht des Heimteams noch 40:50. Nach einer zähen ersten Halbzeit, der zumindest Verteidigungsfanatiker einiges abgewinnen konnten, schienen bei der BBA Hagen die Rädchen allmählich ineinander zu greifen. Die Jungspunde Finn Philipp und Luka Zajic fanden Lücken in der Hasper Defense, Vytautas Nedzinskas spielte Zuckerpässe und Anthony Watkins drängte erfolgreich zum Korb. Aber danach stockten die Rädchen. Haspe 70 hatte sich bis dahin durch die Rebound-Dominanz im Spiel gehalten, agierte nun aber auch im Angriff mit Spielwitz. „Die Jungs haben endlich angefangen, Basketball zu spielen. Davor war es einfach zu statisch“, sagte SV-Trainer Michael Wasielewski.

Fast mit der dritten Viertelsirene traf Haspes Neuzugang Lovro Sibenik zum 53:53-Ausgleich, ehe das Heimteam im Schlussabschnitt völlig aufblühte. Das lag insbesondere am überragenden und nimmermüden Ricardo Artis II (33 Punkte, 14 Rebounds, 5 Steals), der seine Korberfolge mit mehr Elan feierte als der „Loco Express“ seine drei Titel. Als dann auch noch Youngster Lukas Nowak aus der Ecke zum 67:60 (35.) traf, tobte die Halle und eine Vorentscheidung war gefallen. „Am Ende haben sich die Jungs für ihren Kampfgeist belohnt“, attestierte Michael Wasielewski seinen Basketballern die „richtige Einstellung“ („Sie haben die Arschbacken zusammen gekniffen!“).

Zdravevski nimmt sein Team in Schutz

Den Spielern der BBA Hagen konnte man derweil beim Nachdenken zuschauen, vor allem Spielgestalter Watkins stand in Haspe neben sich. „Wenn man mit zehn Punkten führt, muss man einfach konzentrierter spielen“, sah BBA-Trainer Tome Zdravevski ein „völlig anderes Team“ zur Vorwoche, wollte mit seiner Truppe aber nicht hart ins Gericht gehen: „Natürlich bin ich sauer, aber wir haben eine sehr junge Mannschaft, die sich noch entwickeln muss.“

BBA-Teamkapitän Yannick Opitz, diesmal mit einer offensiven Nullnummer, fand: „Das war die schlechteste zweite Halbzeit, die wir je gespielt haben. Haspe hat verdient gewonnen, aber fürs Rückspiel sind wir jetzt doppelt motiviert.“ Dieses steigt am 6. Januar 2023 in der Otto-Densch-Halle.

+++ Punkteverteilung +++

Haspe: Iloanya, Bambullis (6), Artis II (33), Sibenik (5), Cikara (11), Krall (5), Totska, Urban, Nsiabandoki, Margaritis (13), Waltenberg (4), Nowak (3);

BBA: Zajic (9), Philipp (10), Wegmann (2), Opitz, Springer, Nedzinskas (12), Jürgens, Elkenhans, Watkins (13), Dresel (6), Jordan (11), Krichevski (4).

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