Bogensport

Doppelte DM-Teilnahme für Sabine Sabel

Sabine Sabel, 44-jährige Bogensportlerin vom TuS Wengern, hat sich für die Deutschen Meisterschaften mit dem Recurvebogen qualifiziert

Sabine Sabel, 44-jährige Bogensportlerin vom TuS Wengern, hat sich für die Deutschen Meisterschaften mit dem Recurvebogen qualifiziert

Foto: WP

Wengern.   Der Bogensport beim TuS Wengern boomt, und mit Sabine Sabel stellt die Abteilung jetzt sogar erstmals eine Teilnehmerin an Deutschen Meisterschaften. Die 44-Jährige hat sich sowohl für die DM des Bogensportverbandes als auch für die nationalen Titelkämpfe des Schützenbundes qualifiziert.

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Der Monat März wird für Sabine Sabel ein ganz spannender. Die Bogensportlerin vom TuS Wengern darf sich dann nämlich mit den Besten der Besten messen, mit den Stärksten aus ganz Deutschland in der Disziplin Recurve-Bogen.

Für gleich zwei Deutsche Meisterschaften hat sich die 44-Jährige qualifiziert: Am 8./9. März geht die Reise nach Winsen/Luhe. Dort finden die nationalen Titelkämpfe des Deutschen Schützenbundes statt. Sabine Sabel wird die einzige Schützin aus Nordrhein-Westfalen sein, die die Scheibe ins Visier nehmen wird. Und eine Woche später steht für sie erneut der Bogensport im Mittelpunkt, wenn der Deutsche Bogensportverband seine Deutschen Meister in Minden ermittelt.

Es auf diese höchste nationale Ebene geschafft zu haben ist auch deshalb erstaunlich, weil Sabine Sabel den Bogensport erst seit sechs Jahren betreibt. „Irgendwie bin ich durch Nachbarn dahin gekommen“, erzählt Sabine Sabel, „die kannte den Verein, hat mich mit zum Außenplatz im alten Steinbruch genommen.“ Die Nachbarin hörte später mit dem Sport auf, Sabine Sabel blieb dabei. Los ging es bei Winfried Jeschke mit dem Training am Blankbogen, der deshalb so genannt wird, weil er im Gegensatz zum Recurvebogen „blank“, also ohne Visier und Stabilisatoren ausgestattet ist. Den Wechsel zum Recurvebogen legte ihr später Helmut Roschewski nahe.

Die gebürtige Wetteranerin hat sich gerade mit diesem Sportgerät stetig verbessert. Diese Qualität bezieht sich nicht nur auf Ergebnisse und Platzierungen. „Es gibt auch den meditativen Aspekt. Wenn ich das Ziel fokussiere, kann ich alles vergessen, was an diesem Tag war“, sagt Sabine Sabel. Sie hat sich die Fähigkeit antrainiert, sich im richtigen Moment konzentrieren zu können. Diese Stärke ist gerade im Wettkampf, wenn es Drumherum viel unruhiger und lauter ist als im Training, von besonderer Bedeutung und wird gerade bei hochkarätigen Meisterschaften wertvoll sein. Bei ihrem Qualifikationswettkampf für die DM des Bogensportverbandes, den Landesmeisterschaften in Mönchengladbach, stellte Sabine Sabel diese Fähigkeit unter Beweis, als sie 551 von 600 möglichen Ringen erzielte. „Das war mein bis dahin bester Wettkampf überhaupt, obwohl ich fast zu spät gekommen wäre.“ Dass sie dort - ausnahmsweise - niemand vom Verein oder der Familie unterstützen konnte, war zuerst traurig, später aber ein Segen: „Ich war nicht so abgelenkt.“

Nun, in Winsen und Minden darf Sabine Sabel wieder mit Begleitung rechnen. Die Wengeraner Bogensportlerin wird sich auf ihre DM-Premiere dem Anlass entsprechend besonders akribisch vorbereiten, sogar noch autogenes Training machen, um im bislang aufregendsten Wettkampf ihrer Bogensportkarriere abschalten und vielleicht das Ergebnis von Mönchengladbach wiederholen zu können.

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