Breitensport

Ehrennadel für verdiente Übungsleiter

Die Stuhlgymnastik des TuS Wengern in der Elbschehalle ist eine von mehreren Gruppen, die Irmtraut Elstner seit vielen Jahren leitet.

Die Stuhlgymnastik des TuS Wengern in der Elbschehalle ist eine von mehreren Gruppen, die Irmtraut Elstner seit vielen Jahren leitet.

Foto: Jürgen Theobald

Wengern.   Mit Irmtraut Elstner vom TuS Wengern und Hermann Telgenkämper von der TGH Wetter erhielten am Sonntag auf dem Sportehrentag des Stadtverbandes für Leibesübungen in Wetter zwei langjährige und verdiente Übungsleiter die Ehrennadel.Mit Irmtraut Elstner vom TuS Wengern und Hermann Telgenkämper von der TGH Wetter erhielten am Sonntag auf dem Sportehrentag des Stadtverbandes für Leibesübungen in Wetter zwei langjährige und verdiente Übungsleiter die Ehrennadel.Mit Irmtraut Elstner vom TuS Wengern und Hermann Telgenkämper von der TGH Wetter erhielten am Sonntag auf dem Sportehrentag des Stadtverbandes für Leibesübungen in Wetter zwei langjährige und verdiente Übungsleiter die Ehrennadel.

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Es herrscht eine gespannte Stille in der Elbschehalle in Wengern. Das muss es auch, denn alle hören nur auf ein Kommando. Auf das von Irmtraut Elstner.

Die 72-Jährige sagt an und zeigt, was die größtenteils älteren Semster der Frauen-Stuhlgymnastik ihr nachmachen sollen. Es werden sanfte Lockerungs -und Gleichgewichtsübungen gemacht. Erst ohne Stuhl, dann mit ihm als unterstützendem Sportgerät. „Immer schön tief durchatmen und ausbalancieren“, säuselt Elstner. Dann wird die Ruhe durchbrochen, denn sitzend darf mit den Füßen für einige Sekunden getrampelt werden. Den rüstigen Frauen macht es sichtlich Spaß, den in die Jahre gekommenen Körper auf diese Art in Bewegung zu halten. Es ist die Kombination aus Entspannung und Kräftigung, die sie jeden Mittwochmorgen in die Elbschehalle lockt.

Kinder-, Frauen- und Seniorenturnen

Die gebürtige Wetteranerin weiß, was sie Ihresgleichen zumuten kann, denn sie ist als Übungsleiterin mit allen Wassern gewaschen und hat einen reich gefüllten Erfahrungsschatz. 1973 machte sie ihren Übungsleiterschein beim TuS Wengern; jenem Verein, dem sie seit fast einem halben Jahrhundert angehört und der ihr viel zu verdanken hat. Denn Irmtraut Elstner war schon immer umtriebig in Sachen Sport. Von 1973 bis 1985 betreute sie beim TuS das Kinderturnen, kümmerte sich ab 1981 freitags um den Seniorensport und übernahm Ende der 80er-Jahre eine Nachmittags-Seniorensportgruppe und wechselte sich mit Monika Winter auch noch beim Training für Frauenturnen ab. Sogar auf den eigenen Dachboden wurde die Turnstunde mal verlegt.

Wohnzimmer Turnhalle

Damit nicht genug: Von 1985 bis 1995 war Elstner als Frauenwartin auch als Funktionärin für den TuS Wengern aktiv. Montag, Mittwoch, Freitag - das sind heute ihre Tage, an denen sie Sportgruppen leitet. Und das nach wie vor mit großer Leidenschaft und ohne Scheu vor Innovationen. „Auch bei der Stuhlgymnastik muss ich mir natürlich immer mal wieder was Neues einfallen lassen“, erzählt die inzwischen in Wengern wohnende Elstner: „Wenn ich irgendwann merke, dass ich schlechter bin als meine Seniorinnen, dann höre ich auf.“ Das ist vorerst nicht zu befürchten, denn die Gelenke sind noch gut geschmiert. Der regelmäßige Sport sorgt für ihre gute Gesundheit.

Die einstmals 59 Frauen starke Gruppe der Stuhlgymnastik ist inzwischen jedoch auf 18 bis 20 geschrumpft, aber die kommen immer zur Übungsstunde. Und wenn Geburtstags zu feiern sind, gibt’s auch mal ein Gläschen Sekt. Auch der alljährliche Tagesausflug darf nicht fehlen. Den organisiert - natürlich - Irmtraut Elstner.

Für ihre langjährigen Verdienste für den Sport in Wetter und den TuS Wengern wurde ihr am Sonntag im Rahmen des Sportehrentages mit der Ehrennadel ausgezeichnet. Den lang anhaltenden Beifall der Gäste in ihrem „zweiten Wohnzimmer“ hatte sie sich definitiv verdient.

Vor 76 Jahren in Bochum geboren, hat Hermann Telgenkämper auch in Wetter tiefe Spuren hinterlassen - und hinterlässt sie noch. „Ich höre seit fünf Jahren auf. Zumindest nehme ich mir das vor“, schmunzelt Telgenkämper, aber die Leichtathletik bei der TGH Wetter lässt ihn, den passionierten Läufer, dann doch nicht los. „Erst wenn meine Schützlinge sagen, du hast dich irgendwie verändert, höre ich vielleicht auf. Aber nur Spazierengehen will ich denn auch nicht.“

Telgenkämper zog es Ende der 50er, Anfang der 60er-Jahre nach Wetter. 1958 lernte er beim traditionellen Harkort-Bergfest, das es seit fast zehn Jahren nicht mehr gibt, seine Frau Karin kennen. „Dann bin ich hier hängen geblieben“, erzählt Hermann Telgenkämper, der in der TGH den passenden Verein fand, um seiner Leidenschaft Leichtathletik zu frönen. Die hatte den Fußball längst abgelöst. 1962 gelang ihm als Mitglied der 4x400-m-Staffel, die in Dortmund Deutscher Hallenmeister wurde, sein sportlich größter Erfolg. Erstaunlich: Telgenkämpers Vereinsrekord von 1:53,00 Minuten über 800 Meter steht seit 40 Jahren.

Seine Erfahrungen gibt Telgenkämper, der 14 Jahre lang auch einen Duathlon-Wettkampf in Esborn organisierte, seit 35 Jahren als Trainer weiter. „Laufen, das ist mein Spezialgebiet“, sagt Telgenkämper. Dass er aber auch dazu beigetragen hat, dass Wetter mit Nadja Kampschulte eine der besten deutschen Hochspringerinnen für sich reklamieren darf, erwähnt der frisch gebackene Träger der Sport-Ehrennadel der Stadt nur beiläufig...

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