Handball

Eintracht Hagen verabschiedet sich auf Rang 19 aus 2. Liga

Vor dem Spiel werden beim VfL Eintracht Hagen die scheidenden Spieler verabschiedet.

Vor dem Spiel werden beim VfL Eintracht Hagen die scheidenden Spieler verabschiedet.

Foto: Axel Gaiser

Hagen.   Auf einen Sieg zum Abschied aus der 2. Liga durfte Eintracht Hagen nur eine Halbzeit hoffen, dann verlor man gegen Ferndorf mit 35:38 (17:17).

Auf einen Derby-Sieg zum Abschied aus der 2. Handball-Bundesliga durfte der VfL Eintracht Hagen nur eine Halbzeit hoffen. Nach dem 17:17 zur Pause aber machte der TuS Ferndorf den aktuellen Unterschied zwischen beiden Zweitligisten Südwestfalens deutlich: Der Tabellenachte siegte mit 38:35 beim gastgebenden Absteiger, der nach acht Niederlagen zum Saisonende auf Rang 19 die zweithöchste Spielklasse verlässt. „Wir haben ein bisschen Zeit gebraucht“, räumte TuS-Coach Michael Lerscht, früher auch in Hagen aktiv, ein, „aber in der zweiten Halbzeit habe ich gesehen, dass meine Jungs den Sieg unglaublich wollten.“ VfL-Coach Niels Pfannenschmidt dagegen bedauerte: „Wir hätten uns gern mit einem Sieg verabschiedet.“

Es war der letzte Zweitliga-Auftritt der Grün-Gelben, doch auf den Rängen am Ischeland dominierte Rot-Weiß. Die Gäste v hatten zum Südwestfalen-Derby eine stattliche Fan-Schar mitgebracht, die zumindest gefühlt die (deutlich lautstärkere) Hälfte der 628 Besucher ausmachte. Und jubelte, als VfL-Klubchef Detlef Spruth den Aufsteiger zum souveränen Klassenerhalt beglückwünschte. „Alle Zuschauer wissen natürlich, dass wir leider abgestiegen sind, sonst wäre das heute eine andere Partie geworden“, sagte Spruth, bevor er mit Geschäftsführer Joachim Muscheid die sieben Spieler verabschiedete, die den VfL verlassen. Den meisten Applaus dabei erhielt Andreas Bornemann – von den Gäste-Anhängern, er wechselt nach Ferndorf.

Auf dem Parkett waren die Kräfteverhältnisse zunächst nicht so klar verteilt wie auf den Rängen, den Gastgebern war der Willen zur Rehabilitierung nach den zuletzt schwachen Leistungen anzumerken. Und nach dem 6:6 setzte sich der VfL Eintracht, der in der ersten Hälfte nicht einmal zurücklag, auf 9:6 durch Jan König (14. Minute) ab. Auch beim 11:8 durch Valentin Schmidts Siebenmeter (19.) lagen die Hagener noch mit drei Toren vorn, ehe die Ferndorfer immer wieder Rechtsaußen Lukas Zerbe freispielten. Bei dessen 12:11 waren die Gäste wieder heran, zum 13:13 (24.) glich er wieder aus.

Bis zur Pause legten die Hagener immer wieder vor, das 17:16 durch Sören Kress war ihre letzte Zweitliga-Führung. Nach dem Wechsel brachte Julius Lindskog Andersson beim 17:18 (32.) erstmals die Gäste nach vorn, sie blieben es bis zum Ende. Damian Toromanovic glich beim 21:21 (34.) letztmals für den VfL aus, beim 21:24 durch TuS-Torhüter Kai Rottschäfer ins zugunsten eines siebten Feldspielers verwaiste Eintracht-Tor (38.) trennten beide Teams schon drei Treffer. Beim 26:28 (44.) hatte Jonas Dell nochmal die Chance, den VfL auf einen Treffer heranzubringen, doch er vergab, im Gegenzug machten es die Gäste um den starken Jonas Faulenbach besser. Und nach Zeitstrafen gegen Kress und Valentin Schmidt setzten sie sich auf 26:31 (47.) ab, danach konnten die Hagener nicht mehr entscheidend verkürzen. Auch Sebastian Schneider, in den letzten fünf Minuten zu seinem Zweitliga-Abschied noch einmal eingewechselt, scheiterte zweimal an Ferndorfs Zweitkeeper Tim Hottgenroth. Da feierten die Fans in Rot-Weiß schon lange stehend und singend die beste Saison ihrer Klubgeschichte. Der VfL Eintracht dagegen verabschiedete sich in die 3. Liga, Coach Pfannenschmidt umarmte jeden Spieler ausführlich. Und Sportdirektor Michael Stock bekannte: „Jetzt sind alle froh, dass die Saison vorbei ist.“

VfL Eintracht Hagen: Mahncke, Mossuto; Brand (2); Kress (10), Dell (1), Tubic (1), Pröhl (2), Schneider, Schmidt (8/3), König (3), Waldhof (2), Bornemann, Stefan (5), Toromanovic (1).

TuS Ferndorf: Rottschäfer (1), Hottgenroth; Faulenbach (9), Irle, M. Michel (1), Wicklein (1), Wörner (4), Zerbe (3), L. Schneider (4), Barwitzki (4), Lindskog Andersson (5), Koloper, Müller (6), Rink.

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