Fussball

„Endlich mal gute neue Regeln“

SC-Stürmer Dennis Zuhmann geht raus, Daniel Huber kommt rein. Zur Saison 2019/2020 dürfen heimische Klubs ein viertes Mal auswechseln.

SC-Stürmer Dennis Zuhmann geht raus, Daniel Huber kommt rein. Zur Saison 2019/2020 dürfen heimische Klubs ein viertes Mal auswechseln.

Foto: Fabian Sommer

Hohenlimburg.  Vier Auswechslungen und drei Strafpunkte bei Nichtantritt: Heimische Vertreter äußern sich zu Veränderungen ab der Saison 2019/2020.

Veränderungen in den heimischen Amateurligen! Wie diese Zeitung berichtete, wird der Westfälische Fußballverband zur kommenden Saison die Anzahl der Auswechselungen von drei auf vier erhöhen. Darüber hinaus werden Teams, die am Ende der Spielzeit nach dem 1. Mai eine Partie nicht antreten, in der darauffolgenden Saison mit einem Abzug von drei Zählern bestraft. Wir haben heimische Fußballtrainer und -Funktionäre gefragt, was sie von den Veränderungen halten.


Sascha Engelberg, Übungsleiter des Kreisliga-Zweiten SC Berchum/Garenfeld II, kann der Strafe für den Nichtantritt nicht viel Positives abgewinnen: „Ich glaube nicht, dass man Vereine damit wirklich bestraft. Ohne einem Klub nahetreten zu wollen, aber in der Regel würde es Mannschaften treffen, die in der kommenden Saison ja nicht gerade komplett anders aufgebaut sind“. Engelberg hätte sich gewünscht, dass der Westfälische Fußballverband die Vereine dahingehend in die Pflicht nimmt, dass mehrere Mannschaften eines Klubs der Reihenfolge nach antreten müssen. „Ich fände es besser, wenn die Teams von eins bis x antreten müssen, sprich dass die Erste und Zweite antreten müssen und nicht Erste und Dritte, wenn die Zweite keine Spieler hat. Dann sollen die Klubs nach oben auffüllen“.


Chefcoach des Landesligisten SV Hohenlimburg 1910, Michael Erzen, blickt besonders der zusätzlichen Einwechslung mit Freude entgegen: „Viele sagen, dass es mehr Zeitspiel geben könnte, aber eine Auswechslung mehr macht den Braten auch nicht fett. Die Schiedsrichter packen die Zeit für Auswechslungen in der Regel eh hinten drauf. Für mich ist es positiv: Man kann angeschlagene Spieler noch eher rausnehmen und hat mehr Optionen pro Spiel.“ Norbert Ullrich, Geschäftsführer des Kreisligisten TSK Hohenlimburg und selber Schiedsrichter, freut sich über die Änderungen, stellt aber das Strafmaß infrage: „Beim Punktabzug bin ich gerne dafür, das hätte man schon längst verschärfen müssen. Das ist nicht in Ordnung, dass gesicherte Teams dann nicht mehr spielen - das ist Wettbewerbsverzerrung. Ich bin froh, dass sich der Verband darüber Gedanken gemacht hat. Ob die drei Punkte Abzug gerecht sind, will ich nicht beurteilen.

Ausnahmefälle

Laut Ullrich gibt es Ausnahmen, bei denen Mannschaften für Fehler von anderen geradestehen müssen: „In speziellen Fällen kann das durchaus ungerecht sein - das ist mir persönlich zu hart. Bei einer neuen Mannschaft würden die das von der alten ausbaden. Aber sanktionieren muss man es auf jeden Fall, am besten mit hohem Ordnungsgeld. Die Summe müsste man rapide nach oben korrigieren.“

Als Schiedsrichter mahnt er bei der Erhöhung der Auswechselungen zu klaren Rahmenbedigungen für alle Partien. „Die Schiedsrichter müssen sich bewusst sein, dass sie bei einer Auswechslung in den letzten Minuten auch eine Minute Nachspielzeit mit drauf rechnen, das ist schon in den Regeln vorgegeben. Da müssen wir aufpassen, um Zeitspiel und Unsportlichkeit vorzubeugen. Das müssen wir im Vorhinein klären“, so Ullrich.

Stefan Wustlich, Co-Trainer des Bezirksligisten SC Berchum/Garenfeld, begrüßt die zusätzliche Auswechslung und die Strafpunkte ebenfalls: „Das war für mich schon längst überfällig. Das gibt mir als Trainer mehr Möglichkeiten, mehrere Spieler sonntags einzusetzen. Auch für die Spieler ist es gut, wenn die mehr Spielpraxis bekommen. Bei unserer Kadergröße von 18 Spielern hätten wir dann sonntags nur noch vier unzufriedene SC-Spieler. Die Nichtantritts-Strafe finde ich ebenfalls super, hätte ich aber auf den 1.4. gesetzt. Endlich mal gute neue Regeln.“

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