Basketball

Erstliga-Aufstieg krönt schwere Saison von Jonas Grof

Inmitten des Aufstiegsjubels: Jonas Grof (Nr. 9) feiert mit Darrell Mitchel, Dane Watts (Nr. 32) und den anderen Rockets-Teamkollegen in Chemnitz den Sprung in die Bundesliga.

Inmitten des Aufstiegsjubels: Jonas Grof (Nr. 9) feiert mit Darrell Mitchel, Dane Watts (Nr. 32) und den anderen Rockets-Teamkollegen in Chemnitz den Sprung in die Bundesliga.

Gotha/Hagen.  Jonas Grof feiert mit Rockets aus Gotha an seinem 21. Geburtstag in Chemnitz überraschend Aufstieg in die Bundesliga.

Nach dem ersten Advent 2016 musste er - gemeinsam mit den Teamkollegen von Phoenix Hagen - die Basketball-Bundesliga verlassen, an seinem 21. Geburtstag kehrte er dorthin zurück: Mit Zweitligist Oettinger Rockets aus Gotha schaffte Jonas Grof ganz überraschend durch einen 70:67-Sieg in Chemnitz den Aufstieg in die Eliteklasse. Ob der Hagener Aufbauspieler dort mit den Thüringern in der nächsten Saison auch spielen wird, ist noch offen. Auch eine Rückkehr des U20-Nationalspielers in seine Heimat - und die ProA - ist gut möglich, Grof zählt bei Phoenix zu den gefragten Kandidaten für den Neuaufbau.

„In dieser Saison ist echt viel passiert, aber das ist jetzt ein sehr gutes Ende.“ Um den ProA-Titel tritt Jonas Grof zwar noch am Freitag und Sonntag mit den Oettinger Rockets bei Mitaufsteiger Mitteldeutscher BC an, doch das ist nach dem überraschenden Bundesliga-Aufstieg nur noch Zugabe. „Zumal gar keiner mit uns gerechnet hat“, sagt Grof, denn im Playoff-Viertelfinale gegen Aufstiegsfavorit Crailsheim Merlins setzten sich die Rockets ebenso knapp wie nun - nach 0:2-Rückstand - in fünf Spielen gegen die Chemnitz 99ers als Außenseiter durch. Den erstmaligen Sprung ins Oberhaus feierten die Anhänger nach der nächtlichen Rückkehr nach Gotha entsprechend. „Gut 100 Fans haben uns um eins in einer lokalen Bar empfangen, das war schon cool“, berichtet Grof, zu dessen 21. Geburtstag am Mittwoch eigens auch Mutter Beate angereist war: „Nach so einem Spiel kann man doch ganz gut feiern, das war perfekt.“

Versöhnlicher Ausklang eines durchaus schwierigen ersten Vollprofi-Jahres für den jungen Hagener. Er hatte nicht nur bei Stammklub Phoenix angesichts von Insolvenzantrag und Lizenzentzug eine unruhige Spielzeit, auch nach seinem von Wolfgang Heyder - ehemaliger Phoenix-Aufsichtsrat, seit Herbst Sportlicher Leiter der Rockets - initiierten Wechsel nach Gotha zu Jahresbeginn lief nicht alles rund. Angesichts eines den Erwartungen nicht entprechenden Mittelfeld-Platzes trennte sich der Klub Ende Januar vom Trainergespann Chris Ensminger/Steven Esterkamp, Ivan Pavic übernahm als neuer Cheftrainer. Und Grofs Einsatzzeit, der nach seiner Verpflichtung zunächt im Schnitt mehr als 20 Minuten spielte, ging sukzessive zurück. „Durch den Trainerwechsel hat sich viel verändert“, sagt er.

Nachdem der Aufbauspieler in 14 Normalrunden-Spielen noch durchschnittlich 17:41 Minuten auf dem Parkett war, spielte er in den Play-offs fast keine Rolle mehr. 3:34 Minuten im Schnitt waren es in neun Endrunden-Partien, erst bei den letzten beiden (gewonnenen) Spielen gegen Chemnitz wurde es etwas mehr. Beim entscheidenden Spiel in Chemnitz durfte Grof gut fünf Minuten vornehmlich mit bissiger Defensivarbeit helfen, trug zudem zwei Freiwurfpunkte bei. „Da wir am Ende gewonnen haben, ist alles gut“, sagt er, zufrieden ist er mit seiner Rolle aber nicht: „Leider hat es sich nicht so entwickelt wie ich erhofft hatte.“

Grofs Vertrag in Gotha läuft zum Saisonende aus, seine Zukunft ist offen. „Nach den beiden Finalspielen gegen den MBC werde ich mir Gedanken machen, wie es weitergeht“, sagt er: „Dann muss ich sehen, was für mich die beste Situation ist - Bundesliga oder ProA.“ Dass in seiner Heimatstadt großes Interesse an einer Rückkehr des 2,01 m großen Aufbauspielers besteht, der unter dem neuen Phoenix-Cheftrainer Matthias Grothe einige Jahre in Iserlohn spielte, ist ein offenes Geheimnis.

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