2. Bundesliga

Ex-Hagener Yannick Anzuluni soll Phoenix nicht ärgern

Nicht viele Gelegenheiten zum Lachen hatte Yannick Anzuluni in seiner kurzen Zeit bei Phoenix Hagen, beim letzten Heimspielgegner Rostock Seawolves ist er zur festen Größe geworden.

Nicht viele Gelegenheiten zum Lachen hatte Yannick Anzuluni in seiner kurzen Zeit bei Phoenix Hagen, beim letzten Heimspielgegner Rostock Seawolves ist er zur festen Größe geworden.

Foto: Kai Kitschenberg

Hagen.   Will Phoenix Hagen die Play-offs noch erreichen, muss die Heim-Negativserie am Sonntag gegen Rostock und den Ex-Hagener Yannick Anzuluni enden.

Sechsmal in Folge hat Phoenix Hagen daheim verloren, ein siebtes Mal wäre besonders fatal. Sollte die Negativserie am Ischeland auch am Sonntag auch gegen die Rostock Seawolves (17 Uhr, Krollmann Arena) nicht endlich reißen, könnte es das mit den angestrebten Play-offs für den Basketball-Zweitligisten auch schon gewesen sein. Gleichzeitig wollen die Gäste den letzten notwendigen Schritt in die Endrunde tun. Zu ihrer Auswärtsstärke - nur Meister Chemnitz ist in der Fremde noch stärker - hat ein Ex-Hagener besonders beigetragen: Yannick Anzuluni hat sich nach seiner Rückkehr nach Rostock zu einem der besten Forwards der ProA entwickelt. „Er wird heiß sein, sich in Hagen zu beweisen“, erwartet Phoenix-Trainer Chris Harris, „zumal gemunkelt wird, dass es seine letzte Profi-Saison sein könnte.“

Hagener Heimsiege am Ischeland kennt der 31-jährige Kanadier mit kongolesischen Wurzeln nicht aus eigener Anschauung. Zum einen, weil Anzuluni in der insolvenzbedingt kurzen Saison 2016/17 zum Kader gehörte, in der Phoenix ohnehin kein einziges Bundesliga--Spiel gewann. Zum anderen, weil er nur zwei Erstliga-Spiele für die Hagener bestritt, ehe man sich - wegen mangelnder Erstliga-Physis - schon nach kurzer Zeit wieder von ihm trennte und ihn durch David Godbold ersetzte. „Für mich persönlich war das ein Segen, weil ich nach Schweden kam, wo ich die beste Saison meiner Karriere hatte“, sagte Anzuluni nach seiner Rückkehr zu seinem Ex-Klub Rostock im letzten Sommer. In Schweden beim BC Lulea war er zwischenzeitlich Meister und Final-MVP geworden, auch bei den mittlerweile in die ProA aufgestiegenen Seawolves wurde er schnell zur festen Größe.

Seine Klasse bekamen die Hagener, damals von Interimscoach Tobit Schneider betreut, schon im Hinspiel zu spüren. Mit 22 Punkten führten sie in Rostock bereits, ehe Anzuluni die Gastgeber in ein furioses Schlussviertel führte. Seien Saisonbestleistung von 29 Punkten und sechs von zehn Dreiern reichte damals allerdings nicht, Phoenix siegte hauchdünn mit 98:97. Vor Anzuluni haben die Hagener auch deshalb den größten Respekt. „Er ist einer der besten ProA-Spieler auf seiner Position“, sagt Geschäftsführer Patrick Seidel, während Harris am 2,05-m-Mann Schnelligkeit und Variabilität schätzt: „Das wird für uns ein ganz schwieriges Matchup.“

Starke Rostocker Guard-Riege

Neben Anzuluni haben die zuletzt mit drei Niederlagen in vier Spielen etwas strauchelnden Rostocker natürlich noch andere Waffen. Dazu zählt Harris vor allem die Guard-Riege mit den beiden US-Amerikanern Tony Hicks und Terrell Harris sowie Martin Bogdanov. Unter dem Korb weist das deutsche Trio Michael Jost, Oliver Clay und Tom Alte Gardemaß auf. „Gerade auswärts sind die bärenstark“, verweist der Phoenix-Coach auf elf Rostocker Siege in der Fremde. Allerdings verlor man zuletzt bei den gemeinsamen Playoff-Rivalen Karlsruhe und Trier, denen es die Hagener nun gleichtun wollen. „Wir sind alle voll im Fokus, dass wir die Play-offs noch irgendwie schaffen“, sagt Coach Harris, der auch Kris Davis nach dessen fiebriger Erkältung und Antibiotika-Behandlung („Es hat ihn voll erwischt“) gestern wieder beim Training begrüßen konnte. Und Seidel ergänzt mit Blick auf das hochspannende Saison-Finale mit vielen möglichen Konstellationen: „Die Rechnung ist doch einfach. Wir haben die besten Chancen, wenn wir die letzten beiden Spiele gewinnen. Und wir haben beide Gegner ja schon geschlagen.“ Das gilt für Rostock wie für den letzten Kontrahenten MLP Academics Heidelberg, bei dem Phoenix am 30. März gastiert.

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