Basketball

Familientag: Erst überzeugt Phoenix, dann die „Legenden“

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Phoenix-Guard Kyle Castlin tanzt die Gießener Verteidigung aus und zieht zum Korb. Am Ende kommt der Hagener Neuzugang auf elf Punkte.

Phoenix-Guard Kyle Castlin tanzt die Gießener Verteidigung aus und zieht zum Korb. Am Ende kommt der Hagener Neuzugang auf elf Punkte.

Foto: Jörg Laube

Hagen.  Generalprobe geglückt: Die ProA-Basketballer von Phoenix Hagen bezwingen die Gießen 46ers. Beim „Spiel der Legenden“ trifft Baumann zum Sieg.

Sven Cikara macht den Heimsieg von Phoenix Hagen mit einem Dreipunktewurf klar – diesen Satz wird man in der kommenden Saison der 2. Bundesliga ProA vermutlich nicht noch mal lesen, aber dafür ist die Vorbereitung ja da: Dass auch Ersatzspieler ihr Können zeigen und der Trainer experimentieren darf. Im letzten Testspiel gegen ProA-Konkurrent Gießen 46ers, das im Rahmen des Rewe-Familientags in der Krollmann Arena ausgetragen wurde, klappte das prima. Gleich sieben Phoenix-Basketballer punkteten zweistellig, und das nur selten durch Einzelaktionen: 29 Assists waren Beleg für Hagener Uneigennützigkeit und Effizienz. Und so gelang ein schön anzusehender 90:85 (47:49)-Sieg. Generalprobe geglückt.

Phoenix übernimmt ab Mitte des 2. Viertels

Es soll allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass die Gießener aufgrund einiger Ausfälle eine schwierige Trainingswoche beklagten und nur zu neunt antreten konnten. Zu Beginn machten sich deren widrige Umstände noch nicht bemerkbar: Gießens kantiger Center Stefan Fundic, zwei Meter hoch und vermutlich genauso breit, ließ seine Gegenspieler alt aussehen und erzielte allein im ersten Viertel 13 Punkte. Beim Stand von 2:13 (3.) aus Phoenix-Sicht hatte das Gros der 663 Zuschauer schon früh Sorgenfalten auf der Stirn. Aber spätestens durch eine 10:0-Serie in der Mitte des zweiten Spielabschnitts war Hagen voll in dieser Partie (43:37) – und ließ sich das Momentum bis zum Schluss nicht mehr nehmen.

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Der Hagener Kapitän Marcel Keßen traf acht seiner zehn Würfe aus dem Feld und war damit einmal mehr bester Schütze seines Teams (19 Punkte). Auch Bjarne Kraushaar (10), Marvin Omuvwie (13), JJ Mann (13), Kyle Castlin (11), Lorenz Bank (10) und Tim Uhlemann (10) punkteten zweistellig, was vor allem der guten Augen Grayson Murphys und Kraushaars (je acht Assists) zu verdanken war. 40 Sekunden vor der Schlusssirene kam Gießen noch mal auf vier Zähler heran, aber dann war ja Sven Cikara zur Stelle. „Die Jungs haben ein geiles Spiel gemacht“, lobte Phoenix-Geschäftsführer Martin Schmidt, der bei jeder gelungenen Aktion aufstand und klatschte. „Jetzt werde ich mir das erste Bier des Tages gönnen“, schmunzelte Schmidt nach Spielschluss.

Gute Unterhaltung beim Spiel der Legenden

Weniger ums Ergebnis ging es dann am Abend, als das „Spiel der Legenden“ ausgetragen wurde. Viele Größen des Hagener Basketballs lieferten sich eine muntere Partie, manche „Granden“ hatten die Fans seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. So zum Beispiel Adam Fiedler, der eigenen Angaben zufolge „seit 15 Jahren keinen Ball mehr in der Hand hatte“, aber immer noch weiß, wie man punktet. Am Ende notierte die Statistik sogar 23 Zähler für den einstigen Flügelspieler von Brandt Hagen – das lag aber daran, dass ihm, warum auch immer, 21 Punkte vom eigentlichen Topscorer, Thomas Dreesen, gutgeschrieben wurden. Das Spiel der Legenden hatte viele ansehnliche Momente: Dunkings von Javon Baumann, Hakenwürfe von Oliver Herkelmann und Robin Gieseck, Zauberpässe von Kosta Filippou und Philip Günther oder sieben butterweiche Dreier von Fiedler-Dreesen.

Das Highlight der Partie spielte sich mit der Schlusssirene ab: Bei nur noch vier Sekunden Spielzeit dribbelte Baumann in die Zone und schloss per Floater zum 67:66-Sieg für „Team weiß“ ab. Ein brillanter Taktikkniff von Trainer Dietmar Günther – denn diesen „Spielzug“ hat niemand kommen sehen...

+++ Statistik +++

Phoenix: Kraushaar (10, 8 Assists), Cikara (3), Kessen (19), Iloanya, Omuvwie (13), Vaara, Mann (13), Uhlemann (10), Castlin (11), Bank (10), Krause (1), Murphy (8 Ass.).

„Spiel der Legenden“,Team Schwarz: Filippou (6), Sommer (5), Fiedler (2), Gieseck (7), Meyer-Rüsenberg (2), Venderbosch (10), Schwarz, Spohr (13), Dreesen (21); Team Weiß: Rust (4), Günther (6), Michael-Peter Wasielewski (2), Marcus Opitz (3), Neuhaus (6), Longerich (10), Martin Wasielewski (16), Herkelmann (8), Baumann (12).

Im zweiten Testspiel des Tages setzte sich Bundesligist Hamburg Towers gegen Ligakonkurrent Academics Heidelberg mit 98:77 durch.

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