Faustball

Faustball-Meisterschaft: Emotionen, Freude und Erleichterung

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Die treuen Fans im Rücken: Die Hagener Faustballer freuen sich über lautstarken Support.

Die treuen Fans im Rücken: Die Hagener Faustballer freuen sich über lautstarken Support.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Bei den Deutschen Meisterschaften überzeugen die Faustballer des TSV Hagen 1860 nicht nur sportlich, sondern auch als Ausrichter. Ein Einblick.

Viel geschlafen haben die Faustballer des TSV Hagen 1860 in den vergangenen Tagen nicht. Wie auch?Die Doppelbelastung aus sportlichen Höchstleistungen und der Organisation eines Großereignisses verlangte eine Menge ab. „Ich bin absolut erleichtert, dass es vorbei ist“, gab Ole Schachtsiek, Mannschaftsführer des Bundesliga-Teams, offen zu.

Aber all die Anstrengungen haben sich gelohnt: Die Deutschen Meisterschaften in der Hagener Krollmann Arena waren ein voller Erfolg für das Team, das sich am Ende sogar mit der Silbermedaille belohnen durfte. Bis es aber soweit war, gab es viel Arbeit für das Organisationskomitee: „Die letzten zwei Wochen waren wirklich extrem aufwendig. Man hat sich über alles tausend Gedanken gemacht“, fasste Ole Schachtsiek seine Gefühlswelt zusammen.

900 Zuschauer am Finaltag

Betrat man an den beiden Tagen der Meisterschaft die Krollmann Arena, standen im Foyer lange Tischreihen, die Kuchentheke war voller verschiedener Gebäcke und draußen brutzelte der Grill. Doch wirklich beeindruckend wurde es, wenn man die Treppen in Richtung Tribüne emporstieg. 800 Zuschauer bei den Vorrundenspielen, 900 am Finaltag – und sie machten ordentlich Stimmung. „Aus unserem Hagener Team hat noch niemand vor so vielen und vor allem so lauten Zuschauern gespielt“, sagte Ole Schachtsiek.

Doch die Anfeuerungsrufe des „Gelben Blocks“, wie sich die treuen Hagener Anhänger nennen, sorgten nicht nur für einen Motivationsschub bei den Gastgebern, sondern stellten diese zum Teil auch vor unerwartete Probleme, wie Ole Schachtsiek verriet: „Wir kommunizieren sehr viel auf dem Feld. Diese Lautstärke waren wir dann gar nicht gewohnt, da gab es dann schon ein, zwei Abstimmungsprobleme.“ Und die machten sich besonders im Halbfinale gegen den VfK Berlin bemerkbar. Mit einer 10:5-Führung im entscheidenden Satz hätten die Hagener nur noch einen Ball verwandeln müssen. Doch sie vergaben fünf Matchbälle in Folge und machten es noch einmal richtig spannend.

Trainer Dirk Schachtsiek zitterte an der Seitenlinie besonders mit und fasste zusammen, was sich auch die Beobachter dachten: „Da hätten wir uns richtig geärgert, wenn das Spiel noch einmal gekippt wäre, weil wir nicht zur rechten Zeit den Sack zugemacht haben.“ Umso größer war die Erleichterung, als Florian Kutscher, der sich am Vortag noch leicht verletzt hatte, den Ball zum Satzgewinn verwandelte.

Ziel erreicht

Denn damit hatten die Hagener ihre Zielsetzung nicht nur erreicht, sondern schon überboten. Den Halbfinaleinzug wollte das Team des Trainertrios Hartmut Maus/Dirk Schachtsiek/Andreas Schmitz feiern – dass es sogar für das Finale reichte, war ein Bonus. „Damit war der größte Druck weg“, sagte Ole Schachtsiek, der mit seinem Team schon in der Vorrunde gegen den späteren Meister TSV Pfungstadt unterlag.

Doch nicht nur sportlich waren die Deutschen Meisterschaften ein Erfolg. Auch vom Verband gab es für die Ausrichtung Lob im Überschuss. Und das, obwohl die Planungen alles andere als einfach waren, wie sich Dirk Schachtsiek erinnerte: „Es war unheimlich schwer für uns, dadurch, dass die Auflagen immer wieder geändert wurden.“ Zwischenzeitlich konnte mit 750 Zuschauern geplant werden, dann stand wieder das Worst-Case-Szenario im Raum, dass die Veranstaltung ohne Zuschauer ablaufen muss, „es war ein Hin und her.“

Aber so konnten mit den Einnahmen die Bauschulden für das Errichten der Faustball-Arena an der Hoheleye getilgt werden – ein voller Erfolg.

Auf die Frage, ob sie sich noch eine Ausrichtung in naher Zukunft vorstellen könnten, antworteten Ole und Dirk Schachtsiek erst einmal ausweichend. „Wir hätten sicherlich gute Karten, wenn wir uns noch einmal bewerben würden“, sagte Dirk Schachtsiek, eine Ausrichtung sei aber frühestens 2024 wieder möglich. „Und erst einmal wollen wir das Ganze auch sacken lassen“, blickte Ole Schachtsiek auf die kurze Pause, die den Faustballern nun bevorsteht. Doch im April geht es schon wieder weiter. Dann als offizieller Deutscher Vizemeister.

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