Spielerwechsel

Flexibler Godbold ersetzt Reid bei Phoenix Hagen

Kehrt als Ersatz für James Reid zu Phoenix Hagen zurück: David Godbold (links).

Kehrt als Ersatz für James Reid zu Phoenix Hagen zurück: David Godbold (links).

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Aus gesundheitlichen Gründen bat James Reid bei Phoenix Hagen um Vertragsauflösung, am Montag kommt als Ersatz der erfahrene David Godbold.

Das Ziel, räumt Patrick Seidel ein, sei gewesen, dass die Mannschaft des ersten Spieltags auch im Saisonfinale auf dem Parkett steht. Doch nun musste der Geschäftsführer von Phoenix Hagen umdisponieren. Weil US-Guard James Reid aus gesundheitlichen Gründen um Vertragsauflösung gebeten hat, benötigt der Basketball-Zweitligist kurzfristigen Ersatz - und hat ihn in einem Ex-Spieler gefunden: Reid fliegt am Montag zurück in die Heimat im US-Bundesstaat Idaho, aus Oklahoma kommt zeitgleich David Goldbold an. Der 32-jährige Allrounder hatte zuletzt im Herbst 2016 bis zur Insolvenz für Phoenix in der Bundesliga gespielt. „Bei David wissen wir, was wir bekommen“, erklärte Seidel, „er kann unserer jungen Mannschaft mit seiner Erfahrung und Vielseitigkeit helfen.“

Notwendig wird der Wechsel zehn Tage vor Ende der Transferfrist, weil bei James Reid eine Rückkehr ins Team nicht absehbar ist. „Der Wunsch ging von James aus, er selbst sieht sich bis zum Saisonende nicht mehr Basketball spielen“, betonte Seidel. Neun Tage in Folge sei der 25-jährige US-Amerikaner wegen Migräne nicht von der Couch herunter gekommen, trotz aller Untersuchungen der Ärzte verschiedener Fachrichtungen habe es aber keinen klaren Befund gegeben. In der Heimat will sich Reid, der bei Phoenix mit 12,5 Punkten im Schnitt zu den Tospcorern gehörte, nun in die Hände „seines“ Neurologen begeben. „Und wir können die Saison nicht mit nur zwei Amerikanern zuende spielen, schon gar nicht angesichts der Verletzungsprobleme bei unseren deutschen Spielern“, sagte Seidel mit Blick auf die am Sonntag beim Spiel in Heidelberg (17 Uhr) ebenfalls ausfallenden Stammkräfte Dominik Spohr und Javon Baumann: „Da würden wir unsere Playoff-Chance fahrlässig gefährden.“

Bei der Suche nach Ersatz entschieden sich die Verantwortlichen nun für einen alten Bekannten, nicht für einen talentierten Profi-Neuling, der wie Reid oder Derreck Brooks vom US-College kommt. Auch wenn David Godbold seit dem letzten Phoenix-Bundesligaspiel am 26. November 2016 gegen Bayern München 14 Monate keine Wettkampfpraxis mehr hatte. „Natürlich gehen wir ein Risiko ein, weil wir nicht wissen, wie lange er benötigt, um zu 100 Prozent fit zu sein“, räumt Seidel ein, „aber mit zwei, drei Wochen Anlaufzeit sollte er im Wettkampf-Modus sein.“ Bereits einmal war Godbold von Phoenix nachverpflichtet worden, im Oktober 2016 kam er als Ersatz für Yannick Anzuluni und bestritt in schwieriger Lage nach dem Insolvenzantrag acht Spiele bis zum Hagener Bundesliga-Aus. Mit 5,1 Punkten im Schnitt konnte er damals keine großen Akzente setzen.

Großer Befürworter der Verpflichtung, bei der Phoenix keine Mehrkosten entstünden, so Seidel, sei Kapitän Dominik Spohr gewesen, der bei der BG Götttingen drei Jahre mit Godbold in zweiter und erster Liga zusammengespielt hat. Der 1,96 m große Routinier, der vor seiner Göttinger Zeit in Finnland, Polen und der Slowakei spielte, ist vornehmlich auf den Positionen zwei und drei einsetzbar, kann aber auch einen Vierer verteidigen und als Ballverteiler im Aufbau aushelfen. „Er gibt uns mehr Flexibilität“, ist der Phoenix-Geschäftsführer überzeugt. Für Godbold sei es gleichzeitig die Chance, sich nach längerer Pause wieder auf dem Basketball-Markt zu zeigen. Seidel: „Wenn er einschlägt, haben wir vielleicht schon einen Spieler für die nächste Saison.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben