Motorsport

Formel3-Gegner werfen Hagener David Beckmann aus der Bahn

Auf Gesamtrang 13 vor dem Saisonfinale: David Beckmann.

Auf Gesamtrang 13 vor dem Saisonfinale: David Beckmann.

Foto: adrivo Content & Media / Paolo Pellegrini

Monza/Spa.  Schwierige Wochen für David Beckmann: In Spa kommt der Hagener über die Ränge 10 und 12 nicht hinaus, in Monza werfen ihn die Gegner aus der Bahn

Es sind schwierige Wochen für David Beckmann im Saison-Endspurt der Formel 3. Beim Rennsport-Wochenende im belgischen Spa, das überschattet wurde vom tödlichen Unfall des französischen Formel2-Piloten Anthoine Hubert, kam der junge Hagener über die Ränge zehn und zwölf nicht hinaus. Danach im italienischen Monza kollidierte er in beiden Rennen - jeweils in der ersten Kurve - mit Konkurrenten, Schäden an seinem Boliden ließen ihn einmal aufgeben und einmal weit hinten landen. „Es ist sehr schade, denn das Potenzial war das gesamte Wochenende über da“, sagte Beckmann: „In beiden Rennen machte ich eine Menge Boden gut, bin aber beide Male unverschuldet aus- respektive zurückgefallen.“ Vor dem Saisonfinale vom 27. bis 29. September am Schwarzen Meer im russischen Sotschi liegt der 19-Jährige auf Gesamtrang 13.

In Monza für Hubert gefahren

Schon in Spa beklagte Beckmann sein „sehr enttäuschendes“ Qualifiying, fuhr im ersten Formel3-Rennen dann noch von Rang 17 auf Platz zehn vor und sicherte sich noch einen Punkt. Danach ereignete sich im Formel2-Rennen der schwere Unfall zwischen dem letztjährigen Formel3-Meister Anthoine Hubert, der kurze Zeit später im Medical Center an der Strecke verstarb, und Juan Manuel Correa, der aktuell immer noch um sein Leben kämpft. Der zweite Lauf in Beckmanns Klasse tags darauf wurde verschoben, man startete nach einer Schweigeminute im Gedenken an Hubert in Spa dennoch. „Ein trauriges Rennen“, bekannte Beckmann später, der auf Platz zwölf ins Ziel kam: „Manchmal denken wir alle, unser Sport sei sicher wegen all der Verbesserungen an den Autos. Aber es bleibt immer ein Risiko bei dem, was wir alle so sehr lieben.“

Nach dem tragischen Unfall in Spa auf dem „Autodromo Nazionale“ in Monza wieder ins Auto zu steigen, sei hart gewesen. „Aber wir sind alle für Anthoine gefahren“, erklärte Beckmann: „Auch wenn es keine einfache Entscheidung war, so war sie sicher richtig.“ Für den Hagener lief es in Monza ebenfalls sportlich bescheiden, auch weil Kontrahenten mehrfach für Beschädigungen an seinem Auto sorgten. Nachdem der Formel3-Pilot mit der Startnummer eins nach dem Qualifying von Rang 21 ins Rennen gehen musste, arbeitete er sich dort auf Platz 15 vor. Doch in der 15. Runde touchierte ein Gegner beim Anbremsen der ersten Kurve das Heck von Beckmanns Boliden und beschädigte dabei ein Hinterrad, was das Rennen für ihn vorzeitig beendete. „Mir blieb nur noch, das Auto in die Box zurückzubringen“, bedauerte Beckmann.

Hoffnung auf Sotschi

Ähnlich verlief auch Rennen zwei, das Beckmann von Platz 24 in Angriff nahm. Nach starkem Start lag er vor der ersten Kurve schon auf Platz 17, als ein anderer Pilot nach einem Manöver blockierende Räder hatte und ihn den Hagener hineinrutschte. „Mir blieb nicht viel Platz, auszuweichen, denn auf der anderen Seite war schon ein weiteres Auto“, beschrieb Beckmann: „Ich wurde in die Zange genommen, aber dadurch holte ich mir einen Platten und beschädigte den Frontflügel sowie die Spurstange.“

Wie am Vortag musste sich Beckmann an die Box zurückschleppen, diesmal konnte er nach einer kurzen Reparatur das Rennen aber fortsetzen, hielt bis zur Zielflagge durch und belegte am Ende den 28. Rang.

Im Gesamtklassement fiel der mit Rang vier beim Auftaktrennen in Barcelona ambitioniert in die Saison gestartete Beckmann so auf Platz 13 zurück. Etwas verbessern will er sich beim Saisonfinale Ende September in Russland auf dem „Sochi Autodrom“ rund um den Olympiapark, auf einer seiner erklärten Lieblingsstrecken. „Da war ich vergangenes Jahr in der GP3 schon sehr gut unterwegs und habe das zweite Rennen gewonnen“, hofft der Hagener: „Sollte das Auto so gut sein wie in Monza, bin ich mir sicher, dass wir die Saison mit einem guten Ergebnis zu Ende bringen können.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben