Leichtathletik

Für de Graat ist die Saison schon fast gelaufen

Patricia de Graat bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften im vergangenen Jahr in der Helmut-Koernig-Halle in Dortmund.

Patricia de Graat bei den Deutschen Hallen-Meisterschaften im vergangenen Jahr in der Helmut-Koernig-Halle in Dortmund.

Foto: imago

Herdecke.   Junge Herdeckerin laboriert seit Dezember vergangenen Jahres an einer hartnäckigen Verletzung unter dem Fuß.

Für Patricia de Graat ist die Lauf-Saison schon beendet, bevor sie richtig angefangen hat. Das 20-Jährige Leichtathletik-Talent laboriert seit vergangenem Dezember an einem hartnäckigen Sehnen-Einriss unter dem Fuß (Plantarsehne). Wie die Abiturientin den herben Rückschlag verkraftet und welche neuen Ziele sie sich nun steckt, erklärt sie nun im Interview:



Frau de Graat, zu Anfang eine ganz ernst gemeinte Frage: Wie geht es Ihnen? Und: Was macht die Verletzung?
Die Verletzung macht mir immer noch zu schaffen, das ist ganz schön frustrierend. Ich kann zwar seit etwa zwei Wochen wieder locker laufen, jedoch merke ich nach manchen Einheiten die Schmerzen im Fuß immer noch. Dann heißt es wieder: Fuß schonen, mit dem Training aussetzen. Zu der eigentlichen Verletzung hat sich dann auch noch eine Entzündung unter dem Fuß entwickelt, was den Heilungsprozess noch mal verzögert hat. Vom richtigen Training mit meiner Laufgruppe der LG Olympia Dortmund bin ich aber noch ein ganzes Stück entfernt. Das Frustrierende ist: Bei einem Ermüdungsbruch weiß man ganz genau: Der Fuß muss sechs Wochen komplett geschont werden, danach ist man aber wieder genesen. Bei dem Sehneneinriss, den ich habe, kann kein Arzt genau sagen, wie lange ich brauche, um wieder schmerzfrei sein zu können.


Wann haben Sie das erste mal gemerkt, dass mit Ihrem Fuß etwas nicht stimmen konnte?
Das war im vergangenen Dezember. Ich war richtig gut in Form und bin super Zeiten gelaufen. Die Schmerzen im Fuß habe ich dann so weit es ging ignoriert, weil ich aufgrund der guten Leistungen nicht aufhören wollte. Irgendwann waren die Schmerzen dann aber so groß, dass ich sie sogar bei Nicht-Belastung gemerkt habe. Der Gang zum Arzt war dann nicht mehr vermeidbar.


Wie ging es dann weiter?
Ich war bei verschiedenen Ärzten, die mir aber für den Moment nicht richtig weiter helfen konnten. Ich bin dann zunächst Mal zwei Wochen auf Krücken gegangen, um den Fuß nicht weiter unnötig zu belasten. Danach natürlich das Programm mit Physiotherapie, Massage und Aquajogging. Nun bin ich wie gesagt so weit, dass ich schon wieder locker bis zu zwölf Kilometern laufen kann.


Welche Ziele hatten Sie sich ursprünglich für die kommende Sommersaison gesetzt?
Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, an den U-23-Europameisterschaften im Juli teilzunehmen. Dafür hätte ich mich jedoch etwa einen Monat vorher bei den Deutschen Meisterschaften qualifizieren müssen. Aufgrund meiner Verletzung kann ich das jedoch nicht mehr erreichen. Die Zeitspanne bis Mitte Juni ist zu kurz, um in Topform zu kommen. Besonders ärgerlich ist die Verletzung, weil in den kommenden Jahren keine U-23-EM mehr stattfinden wird. Das war also sozusagen meine einzige Chance. Das macht die gesamte Situation natürlich noch deprimierender.


Wie planen Sie Ihre Saison nun stattdessen?
Es wäre schön, wenn ich im September bei dem ein oder anderen Straßenrennen noch dabei sein könnte. Ich versuche aber, mich nicht auf das Ziel zu konzentrieren, denn falls ich es nicht schaffen sollte, fit zu werden, ist der Frust hinterher noch größer.


Was sind nun die nächsten Schritte zurück zur Topform?
Momentan kann ich einfach nur von Tag zu Tag entscheiden, wie sich der Fuß anfühlt und danach mein Training dosieren. Momentan fahre ich daher viel Fahrrad und mache Aquajogging. Mein Ziel ist jetzt einfach erst mal, wieder schmerzfrei trainieren zu können. Ich möchte mir selbst einfach nicht zu viel Druck machen, um im Nachhinein nicht enttäuscht zu werden, wenn ich wieder einen Wettkampf verpasse. Ich kann jetzt nur von Schritt zu Schritt denken und auf schnelle Fortschritte im Heilungsverlauf hoffen.


Wie schwierig wird es sein, ihren Kolleginnen bei den verschiedenen Meisterschaften im Sommer zugucken zu müssen?
Ich vermisse die Gruppeneinheiten einfach total, vor allem weil ich so gut in Form war zum Ende des vergangenen Jahres. Meinen Kolleginnen wünsche ich für die Meisterschaften natürlich nur das Beste.


In Vorbereitung auf das Abitur kann die Trainingspause derzeit aber wohl nicht schaden, oder?
Das stimmt, im Frühsommer stehen bei mir die Abiturprüfungen an, darauf kann ich mich jetzt erst einmal voll konzentrieren. Wenn die Schule rum ist, will ich aber wieder voll angreifen!

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