Fußball

Geordneter Ballbesitzfußball ist das Ziel des TSV Fichte

Vor allem in den Heimspielen wollen die Fichte-Kicker demnächst dafür sorgen, dass vom Gegner möglichst wenig zu sehen ist.

Vor allem in den Heimspielen wollen die Fichte-Kicker demnächst dafür sorgen, dass vom Gegner möglichst wenig zu sehen ist.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Fußballer des TSV Fichte haben schon mit der Saisonvorbereitung begonnen. Sie wollen einiges ändern, das braucht Zeit.

Unter dem Strich war es eine gute Saison, die die Fußballer des TSV Fichte Hagen in der Kreisliga A1 absolvierten und Ende Mai mit Tabellenplatz vier abschlossen. Nur drei Punkte fehlten zu Rang zwei, dennoch vollzieht der Eilper Traditionsverein im Sommer einen Umbruch. Mit neuem Trainergespann und talentierten Neuzugängen soll mittelfristig wieder der Sprung in die Bezirksliga gelingen.

Die Weichen für die Zukunft wurden bei den Eilpern bereits im Winter gestellt. Nachdem sich Trainer Dirk Werning und die Klubführung einvernehmlich auf eine Beendigung der Zusammenarbeit nach der Spielzeit 2018/19 verständigt hatten, wurde in Dietmar Grauer ein Nachfolger vorgestellt, der im heimischen Fußball kein Unbekannter ist. Der 53-Jährige hatte über ein Jahrzehnt erfolgreich die Geschicke bei der Reserve von Hagen 11 geleitet, ehe er im vergangenen Sommer als Trainer zum Kirchhörder SC II nach Dortmund wechselte.

„Ich hatte ein schnelles Comeback im Hagener Kreis eigentlich immer ausgeschlossen. Doch als die Anfrage kam, musste ich nicht lange überlegen. An meine Zeit in der Fichte-Jugend habe ich heute noch stets gute Erinnerungen“, begründet der in Hagen lebende Grauer seine Entscheidung gegen ein weiteres Engagement im Dortmunder Süden zudem mit dem hohen Aufwand: „Auch wenn es eine gute Erfahrung mit einer jungen und talentierten Mannschaft war, habe ich die weiten Auswärtsfahrten bis nach Lünen und Holzwickede ebenso unterschätzt wie die Tatsache, dass ich mich im Dortmunder Fußball überhaupt nicht auskenne.“ So war man sich in Eilpe über eine Zusammenarbeit mit Grauer, der aktiv noch bei den Altherren von Hagen 11 kickt, schnell einig.

Dass Ex-Coach Werning ein bestelltes Feld hinterlässt, habe bei den Planungen für die neue Saison geholfen: „Klar ist aber auch, dass wir frische Impulse reinbringen und eine neue Philosophie implementieren werden.“ Deswegen ist die A-Liga-Mannschaft - anders als die Konkurrenz - auch schon in die Vorbereitung eingestiegen. Mit an Bord sind die Neuzugänge Timo Ackermann, Marius Jakobs, Kevin Pohlmann (alle SC Berchum/Garenfeld), Dennis Becker (Kirchhörder SC II), Marc Biesemann (SSV Hagen) und Marc Britz (SpVg Hagen 11 II). Im Vorgriff auf die neue Saison waren im Winter bereits Nico Möhrke und Dennis Brzeski an die Wörthstraße gewechselt. Neben Shemsedin Shala (Iliria Hagen) hat auch Pascal Kellner (Concordia Hagen) den Verein verlassen. Ob Tobias Bohn und Ousmane Karissy noch zum Kader zählen werden, ist zudem mehr als fraglich.

Flexibilität ist wichtig

Mit dem einen oder anderen potenziellen Neuzugang sei man noch in Kontakt, wie Grauer bestätigt. „Wir wollen den Kader breiter aufstellen, um eine positive Unruhe zu schaffen. Konkurrenzkampf belebt schließlich auch in der Kreisliga die Leistungsfähigkeit.“ Wichtig sei, dass die Spieler flexibel auf mehreren Positionen agieren können. Grauer und sein Co-Trainer Toni Lehmann wollen einen geordneten Ballbesitzfußball implementieren, so wie einst auch bei der Elfer-Reserve schon erfolgreich praktiziert. „Wir verfolgen da ein klares Konzept und durch den frühzeitigen Einstieg ins Training bleibt uns genug Zeit zur Umsetzung.“

Nach Platz vier in der letzten Saison bleiben die Ziele ambitioniert: „Wir wollen unter den ersten Vier landen. Den Titelgewinn als Ziel auszugeben, wäre allerdings vermessen“, so Grauer. Erst in zwei bis drei Jahren sei es realistisch, den Aufstieg in die Bezirksliga anzupeilen, in der Fichte zuletzt 2013/14 spielte und im Anschluss in der Kreisliga dreimal Vierter sowie jeweils einmal Dritter und Zweiter wurde. „Wir wollen wieder eine klare Identität schaffen und uns erarbeiten, dass kein Gegner gerne nach Eilpe kommt“, ist Grauer voller Tatendrang.

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