Phoenix Hagen

Gesicht von Phoenix Hagen wird sich verändern

Abschied von den Fans: Joel Aminu wird auch 2019/20 für Phoenix spielen, bei Javon Baumann (v.re.) ist das noch

Abschied von den Fans: Joel Aminu wird auch 2019/20 für Phoenix spielen, bei Javon Baumann (v.re.) ist das noch

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Nach dem Verpassen der Play-offs richtet sich bei Phoenix Hagen der Blick auf die neue Saison: Das Gesicht des Teams wird sich ändern.

Es war ein denkwürdiger Abend mit Konsequenzen am Ischeland. Die 77:87-Heimniederlage gegen die Rostock Seawolves bedeutete für Basketball-Zweitligist Phoenix Hagen am vorletzten ProA-Spieltag das Ende aller Playoff-Hoffnungen. Nach dem Verpassen des Mindest-Saisonziels wird sich das Gesicht der im Vorjahr fast komplett gehaltenen Mannschaft verändern, wie Geschäftsführer Patrick Seidel bestätigte: „Es wird eine gesunde Blutauffrischung geben, wir wollen schon mindestens ein, zwei Spieler mit einer anderen Mentalität haben.“

Phoenix-Geschäftsführer Seidel: „Charakter der Mannschaft ist gut“

Als das Spielparkett zum letzten Mal in der Saison abgebaut werden sollte, griff sich Joel Aminu noch einmal den Ball. Dreier um Dreier verwandelte der 21-Jährige jetzt, der zuvor während des letzten Heimspiels zwar mit Kampfgeist, etlichen Ballgewinnen und Zug zum Korb durchaus überzeugt, aber eben auch alle seiner sechs Distanzwürfe verpasst hatte. Aminu arbeitete an sich, stand damit stellvertretend für eine Eigenschaft, die Coach Chris Harris hervorhob: „Ich hatte noch nie mit einer Mannschaft zu tun, die so viel Charakter hat.“

Auch Dominik Spohr betonte, er sei „stolz, Kapitän dieser Mannschaft zu sein“. Die Defizite, die zu bitteren sieben Heimniederlagen in Serie führten, machte Seidel deutlich: „Der Charakter der Mannschaft ist gut“, sagte der Geschäftsführer, „aber die Mentalität, wichtige Würfe zu nehmen und die Freiwürfe zu treffen, ist eben eine andere Sache.“ Zehn Freiwürfe, gerade in der entscheidenden Phase, hatte Phoenix auch gegen Rostock vergeben. Wobei Spohr - bei 90% Trefferquote nicht betroffen - betonte, dass dies keinesfalls an mangelnder Übung liegen könne. „Ich habe in meiner ganzen Karriere noch nicht soviel Freiwürfe trainiert wie in dieser Saison.“ Es sei ein mentales Problem des Teams gerade daheim, so Spohr: „Und das hat sich zunehmend verselbstständigt.“

Dass nun personelle Veränderungen die Folge sind, darüber ist sich der wie Aminu und Coach Harris noch ein Jahr unter Vertrag stehende Kapitän im Klaren. „Wir wissen alle, dass wir ein paar Spieler nicht wiedersehen“, sagte Spohr und zeigte sich überzeugt: „Chris Harris wird da einen guten Job machen, die richtigen Leute zu uns holen und uns in der Saisonvorbereitung richtig einstellen.“ Von einem Umbruch wollte Seidel nicht sprechen, sichtbare Veränderungen im Team werde es aber geben. „Schon weil Chris Harris eine andere Vorstellung davon hat, wie gespielt werden soll“, sagte der Geschäftsführer und konkretisierte: „Ein, zwei Positionen werden wir aus sportlichen Gründen anders besetzen, bei ein, zwei Positionen gibt es wirtschaftliche Gründe.“

US-Guard Kris Davis hat der Klub ein Angebot unterbreitet, bei weiteren Spielern sei man in Gesprächen sehr weit. Nach dem letzten Spiel in Heidelberg am Samstag gebe es dann Abschlussgespräche mit jedem Akteur. „Dann werden wir sehen, ob wir uns wirtschaftlich treffen können oder nicht“, sagte Seidel und betonte: „Wir werden diesmal nicht um jeden Preis versuchen, Spieler zu halten.“ Im Vorjahr hatte Phoenix etwa US-Center Alex Herrera erst dank zusätzlicher Sponsorenhilfe weiterverpflichtet.

Phoenix Hagen steigert den Zuschauerschnitt

Die Entwicklung - sowohl individuell als auch als Team - sei nicht so, dass man sich mit dem Kurs weitgehender personeller Konstanz bestätigt fühlen könnte, so Seidel. Dagegen konnte er mit der Zuschauerentwicklung ungeachtet der negativen Heimbilanz zufrieden sein. 2415 Besucher im Schnitt - gegen Rostock die Rekordkulisse von 2910 - kamen in die krollmann Arena zum Ischeland, im Vorjahr waren es 2276. Seidel: „Trotz der Defizite auf dem Spielfeld haben wir offenbar nicht alles falsch gemacht.“

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