Basketball

„Hagen-Feeling“ bei BG-Turnier fasziniert Schweizer Gäste

Ganz in Grün: Das Team „Crocodile Grün: Freibier for Future“ siegt in der Hobby-Konkurrenz.

Ganz in Grün: Das Team „Crocodile Grün: Freibier for Future“ siegt in der Hobby-Konkurrenz.

Foto: Axel Gaiser

Hagen.  Drei Tage Ausnahmezustand: Beim 45. Basketball-Freiluftturnier der BG Hagen fasziniert das auch Gäste aus der Schweiz.

Drei Tage Ausnahmezustand, für viele Hagener ist das am ersten Sommerferien-Wochenende ganz normal. Drei Tage Basketball, drei Tage Party, drei Tage alte Freunde treffen - das Freiluftturnier der BG DEK/Fichte Hagen ist seit Jahrzehnten ein Pflichttermin, nach dem sich die Ferienplanung richtet. Für Freunde der Korbjagd aus der Region, aber auch von weit her wird Hagen deshalb alljährlich zum Ziel eines (Kurz)-Urlaubs. „Für uns ist das hier das wichtigste Ereignis des Jahres“, sagt etwa Tim Schirner, er und seine „Rhyfüx“ aus der Schweiz fiebern jedem Spiel bei der 45. Austragung des Kult-Turniers auf Emst entgegen.

Kreative, rätselhafte oder auch leicht verstörende Namen bietet die Teilnehmer-Liste des BG-Turniers reichlich, mit dem simplen Vereinsnamen hat fast keines der insgesamt 66 Teams gemeldet. Den Zungenbrecher für den Ansager steuern dabei seit fünf Jahren die Schweizer aus Rheinfelden bei. „Chuchichäschtli“ heißt ihr Herren-Team in der Hobbyklasse, was auf Schwyzerdütsch „Küchenschrank“ bedeutet, die „Rhyfüx“ (Rheinfüchse) starten im Mixed-Klassement. Und es werden Jahr für Jahr mehr, die den knapp 600 Kilometer langen Trip per Bahn für ein verlängertes Basketball-Wochenende nach Westfalen mitmachen. Zu dritt - auf Initiative eines aus Hagen stammenden Coaches - sei man erstmals gekommen und habe mit einigen Einheimischen zusammen gespielt, erzählt Tim Schirner - Trainer, Spieler und Präsident des TSV Rheinfelden -, nun stelle man zu zwölft schon zwei Teams. „Tendenz steigend“, sagt er, „denn die, die hierhin mitkommen, werden vom Hagen-Feeling angesteckt.“

Und sie geben der Traditions-Veranstaltung eine leichte Schweizer Note, die Teamkollegen am Rande feuern die Spieler auf dem Schulhof-Asphalt mit Kuhglocken, rot-weißer Fahne und „Hopp Schwiiz“-Rufen an. Dass ihr Team gegen „Crocodile Grün: Freibier for Future“ um Ex-Bundesligaspieler wie Robin Gieseck oder Till Oeltermann bei der 23:45-Niederlage wenig Chancen hat, stört die Eidgenossen herzlich wenig. „Bei uns hat Basketball nicht so einen Stellenwert“, sagt Tim Schirner, „wir können selten gegen so gute Spieler spielen. Und so ein Fest mitzuerleben, ist für uns eine große Freude.“ Das Achtelfinale am Sonntag erreichen beide Teams noch, dann ist der sportliche Part des Hagen-Ausflugs für sie beendet. Und es geht zum gemütlichen Teil über, wie BG-Klubchef Fredi Rissmann weiß: „Im Vorjahr mussten wir für die Schweizer noch Kümmerling nachordern, weil sonntags ja der Cocktail-Stand geschlossen ist.“

Erstmals das „Hagen-Feeling“ lernt ein Team aus der Nachbarschaft kennen, „Holzpfosten Schwerte“ erhielt kurzfristig einen Nachrück-Platz. Beim Futsal-Verein hat man eine Basketball-Abteilung gegründet, spielt in der Bezirksliga. „Wir wollten immer schonmal hier starten“, erklärt Spieler Marc Dieckerhoff: „Wenn man sich mit Basketball beschäftigt, kommt man um das BG-Freiluftturnier ja nicht herum.“ Die Erwartungen der Schwerter wurden erfüllt, bestätigt Dieckerhoff: „Das ganze Wochenende Spaß und Sport, das ist richtig cool.“

In zweiter und dritter Generation dabei

Das empfinden die Hagener Teams seit langem so, Familien treten in der zweiten und schon dritten Generation an. Gern gemeinsam mit Hagener Profis, die in der Fremde ihr Geld verdienen. Wie bei „Airbag Opitz“, wo Fabian Bleck, Thomas Reuter, Niklas Geske, Yannick Opitz und Sören Fritze die Basis eines ganz starken Mixed-Teams bilden. „Mit der Startfünf könnten wir auch ProA spielen“, ist Teammitglied Klaus Kaiser, bis vor kurzem Vorsitzender des SSV Hagen, überzeugt: „Wir haben 25 Frauen und Männer im Kader, das ist der Wahnsinn.“ In der Halle gibt es aber für alle Spielzeit, auch Kaisers neunjährige Tochter darf mitmischen. Was auch für Turnier-Dauergast „Dosenbier macht schlau“ gilt, hier spielt die nachrückende Jugend eigens angepasst unter „Dosenmilch macht schlau“.

Für den Turnier-Nachwuchs ist gesorgt, mit der Gegenwart des 45. Turniers kann BG-Chef Rissmann hoch zufrieden sein. Zumal die Wetterprognosen zu Wochenbeginn noch 90 Prozent Regen-Wahrscheinlichkeit vorhergesagt hatten, es aber fast durchweg trocken bleibt. Etwas geärgert habe er sich lediglich über Mitarbeiter des Ordnungsamts, die an beiden Abenden im Trupp um Mitternacht anrückten. Und unmissverständlich dafür sorgten, dass die Party-Musik ausgestellt wurde. „Dabei hatten wir viele Anwohner hier“, sagt Rissmann, „sie haben gesagt: Da wir ohnehin nicht schlafen können, kommen wir eben.“

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