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Hagener Talent Joelle Tomczak überzeugt beim Wuppertaler SV

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Ein echter Könner am Ball: Joelle Tomczak (rechts) ist ein flinker Verteidiger, der es in die Rotation des Wuppertaler SV geschafft hat.

Ein echter Könner am Ball: Joelle Tomczak (rechts) ist ein flinker Verteidiger, der es in die Rotation des Wuppertaler SV geschafft hat.

Foto: Thorsten Tillmann / FFS

Wuppertal/Hagen.  Joelle Tomczak erkämpft sich Einsätze bei Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV. Seinem Ausbildungsverein SSV Hagen spricht der großen Dank aus.

Der junge Mann grinst freundlich in die Kamera seines Smartphones, sein Kopf ist umhüllt von der Kapuze seiner schwarzen Trainingsjacke. Auf seiner rechten Brust prangt das rot-blaue Logo des gekrönten Löwen. „Hallo, mein Name ist Joelle Tomczak“, sagt der 19-jährige Fußballer des Regionalligisten Wuppertaler SV. Eine Minute und 19 Sekunden lang spricht Tomczak zu den Fans des SSV Hagen, richtet motivierende Worte an sie. Warum er das tut? Aus Demut und Dankbarkeit.

12 Einsätze bislang für Wuppertal

Denn Joelle Tomczak wäre wohl nicht da, wo er jetzt steht. Oder besser gesagt, wo er sprintet, flankt, köpft und schießt: Auf dem Rasen Deutschlands vierthöchster Liga. Im Kader des WSV hat sich der 1,60 Meter große Flügelflitzer einen Platz erkämpft. Zwölfmal wurde er bislang eingesetzt in 21 Spielen, meistens von der Bank kommend. 353 Spielminuten hat Tomczak, der vor zwei Monaten gerade mal 19 wurde, absolviert. „Angefangen hat alles mit dem Wechsel zum SSV Hagen zu Trainer Alex Berges, der damals schon ein gutes Team hatte“, erinnert sich Tomczak.

Über die Stadtgrenzen hinaus war die D-Jugend des SSV zwar keine große Nummer, aber Berges schaffte es oft, seine Jungs bei großen Turnieren gegen große Namen spielen zu lassen. Der Fokus der jungen Kicker lag zwar auf dem Ligabetrieb, aber das Messen mit den prominenten Fußballvereinen gab Extramotivation. „Wir hatten Spiele gegen Hamburger SV, Vitesse Arnheim“, sagt Tomczak. Der starke 2001er-Jahrgang des Höing-Klubs bestritt viele weitere Freundschaftsspiele gegen hochklassige Teams wie Eintracht Braunschweig, Borussia Dortmund, Schalke 04 und VfL Bochum. „Während der Saison hatte ich fast nie ein Wochenende frei. Wir haben samstags und sonntags gespielt – immer“, blickte Berges im Gespräch mit unserer Zeitung zurück.

2001er-Jahrgang steigt auf

Die Hingabe des Fußballtrainers zahlt sich aus. Der top besetzte Jahrgang schaffte 2020 den Aufstieg in die A-Jugend-Bezirksliga – allerdings war Tomczak da schon weg. Das Talent des Flügelflitzers hat 2017 Begehrlichkeiten bei höherklassigeren Vereinen geweckt. Die Wahl fiel auf Wuppertal, aber Alex Berges traut seinem ehemaligen Schüler noch mehr zu. „Wenn er verletzungsfrei bleibt“, meint der Trainer, „dann spielt er ohne Probleme in der 2. Liga.“

Fast zehn Jahre ist es her, dass Berges das junge Talent im Trikot der E-Jugend von Boele-Kabel entdeckte. „Der rannte über den Platz und machte, was er wollte. Er war so ball-, lauf- und willensstark. Den musste ich haben“, erinnerte sich Berges. Tomczak wurde direkt zum Leistungsträger, sein Gefühl für den Ball, seine Schnelligkeit und seine Spielintelligenz waren besonders.

WSV kämpft um Ligaerhalt

Während viele Jugendfußballer Schwierigkeiten haben, ihre Fähigkeiten in den Profibereich zu übertragen, überzeugt Tomczak auch bei den Herren mit seinem Ehrgeiz und seiner fußballerischen Leichtigkeit. Schon im ersten Saisonspiel des WSV war der Verteidiger der „Joker“: Gegen Ahlen wurde er spät eingewechselt und bereitete den Siegtreffer zum 1:0 vor. Ganz so blendend ging es für Wuppertal allerdings nicht weiter: Aktuell steht man auf Rang 16 von 21, für den WSV geht es um den Klassenerhalt.

Es scheint aber, als habe Tomczak für sportlich schwierige Zeiten die richtige Einstellung, wie er in seiner Videobotschaft sagt: „Egal wie schwer es wird: immer ehrgeizig bleiben, immer dran bleiben. Dann wird man irgendwann belohnt.“

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