Jugger

Hagener wechselt zum Klub-Weltmeister

In Dublin trat der Hagener Kurt Kniffka (Mitte) schon für „Rigor Mortis“ aufgelaufen, nun wechselt er komplett zum Berliner Klubweltmeister.

In Dublin trat der Hagener Kurt Kniffka (Mitte) schon für „Rigor Mortis“ aufgelaufen, nun wechselt er komplett zum Berliner Klubweltmeister.

Foto: Verein

Hagen/Berlin.  Auch beim Trendsport Jugger gibt es Transfers, dieser ist spektakulär: Kurt Kniffka wechselt zu Klubweltmeister „Rigor Mortis“ nach Berlin.

„Das ist eine Chance, die es nur einmal im Leben gibt.“ Diese Aussage von Kurt Kniffka hat man so schon gehört, wenn ein Sportler zu einem neuen, renommierteren Verein transferiert wurde. Auch der 32-jährige Hagener wechselt die Mannschaft, spielt künftig für ein Team, das das Wochenmagazin „Zeit“ immerhin als „FC Bayern“ seiner Sportart adelte. Die Disziplin indes ist ungewöhnlich, denn Kniffka spielt Jugger – künftig in Berlin statt in Hagen. Er verlässt die „HaWu AllstarZ“ und geht zu „Rigor Mortis“, dem amtierenden Klubweltmeister.

In der Trendsportart Jugger ist Kurt Kniffka nicht nur einer von vielen Spielern. Der Industriekaufmann führt den 1. Jugger-Club Hagen als 1. Vorsitzender, ist in dieser Funktion erst im Herbst wiedergewählt worden. Und er gehört zu den treibenden Kräften der „HaWu Allstarz“, dem vor drei Jahren gegründeten Projekt mit Hagener und Wuppertaler Spielern, um die Sportart – eine Mischung aus American-Football, Gladiatorenkampf und Fechten - leistungsmäßig zu betreiben. Durchaus erfolgreich, vor zwei Jahren gewann man – anstelle von Serienmeister Rigor Mortis - das Finale der „German Jugger League“, auch 2018 schafften die „HaWu AllstarZ“ elf Finalteilnahmen und vier Turniersiege bei 13 gespielten Turnieren. „Es waren drei tolle und aufregende Jahre bei den AllstarZ mit vielen Höhen und Tiefen“, räumt Kniffka ein. Diese zu verlassen, schmerze sehr, doch der Wechsel in die Hauptstadt sei eben eine „einmalige Gelegenheit“.

Denn „Rigor Mortis“ - zu deutsch „Leichenstarre“ - ist das Nonplusultra im Jugger-Sport, meist wie im letzten Jahr deutscher Meister, gewann zuletzt in Darmstadt auch die Klub-Weltmeisterschaft. „Im Fußball wäre das so, als wenn ich von Borussia Dortmund zu Bayern München wechseln würde, das ist schon eine andere Hausnummer“, sagt Kurt Kniffka, „für mich wird ein Kindheitstraum wahr.“ Statt Blau-Orange – wie bei den „HaWu AllstarZ“ - wird er demnächst das Berliner Schwarz-Rot tragen. Einmal hat der Hagener dies bereits getan, im Vorjahr war er als Gastspieler mit „Rigor Mortis“ beim Turnier in Dublin und wurde so irischer Meister.

Lücke auf der Läufer-Position

2019 tritt der 32-Jährige – seit acht Jahren Jugger-Spieler - nun für die Berliner an, die Initiative zum Wechsel ergriff er selbst. „Die Berliner sind überall gut besetzt, nur auf meiner Läufer-Position hatten sie noch Luft nach oben“, sagt Kniffka, der in seiner Sportart zu den Angreifern gehört. „Der Läufer ist der einzige, der punkten kann, die anderen vier Spieler machen ihm den Weg frei“, erklärt er, Schnelligkeit, Übersicht und taktisches Verständnis seien auf dieser Position wichtig. Bei „Rigor Mortis“ kann er die Lücke dort schließen, nachdem die Spieler dort – über Wechsel wird im Jugger basisdemokratisch entschieden - einstimmig zustimmten. Kniffka: „Es ist unglaublich, dass dies geklappt hat, ein Traum geht in Erfüllung. Ich will dabei helfen, auch in Zukunft die Spitzenplätze zu verteidigen.“

Wobei der Wechsel nach Berlin keinen Umzug in die Hauptstadt bedeutet, als reiner Amateur verdient Kniffka kein Geld mit Jugger. Er wird sich in Hagen mit Einzeltraining fithalten, zu den Turnieren an Wochenenden in der gesamten Republik – wo häufig auch sein bisheriges Team antritt – fahren: „Dort spiele ich jetzt eben für Berlin“, sagt er, wobei „Rigor Mortis“ häufig Turniere im deutschen Osten spielt, in Leipzig oder Jena etwa. „Das wird viel Fahrerei“, ist sich Kniffka bewusst, „aber das ist ein schönes Abenteuer, das ich eingehen will.“ Und vielleicht dürfe er, das ist seine Hoffnung, vielleicht auch einige Turniere mit den „HaWu AllstarZ“ bestreiten. Dann, wenn die Berliner nicht dabei sind.

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