Fußball

Hasper SV peilt mit 23-Mann-Kader Klassenerhalt an

Für die neuen HSV-Verantwortlichen Marko Kovac, Martin Kolod, Jörg Kaschube, Antonio Censabella, Peter Wongrowitz, Stefan Wilkes, Klaus Beckershaus, Dirk Nierhaus und Joachim Hagemann (von links) zählt in der Kreisliga A nur der Klassenerhalt. Finanziell wurde die Trendwende schon geschafft. Foto:Michael Kleinrensing

Für die neuen HSV-Verantwortlichen Marko Kovac, Martin Kolod, Jörg Kaschube, Antonio Censabella, Peter Wongrowitz, Stefan Wilkes, Klaus Beckershaus, Dirk Nierhaus und Joachim Hagemann (von links) zählt in der Kreisliga A nur der Klassenerhalt. Finanziell wurde die Trendwende schon geschafft. Foto:Michael Kleinrensing

Nach zwei Abstiegen in Folge ist der HSV für den Neustart in der Kreisliga A zahlenmäßig gut aufgestellt. Sonntag Test in Volmarstein.

Was macht eigentlich Fußball-Bezirksliga-Absteiger Hasper SV? Neun Tage vor dem Start in die Kreisliga A1-Saison ist das ganz neu formierte Team des ebenfalls neuen Trainers Peter Wongrowitz noch gar nicht in Erscheinung getreten. Kein einziges Vorbereitungsspiel mit Hasper Beteiligung wurde registriert. Das wird sich erst am Sonntag ändern: Dann steht um 15 Uhr beim A2-Ligisten SuS Volmarstein die erste offizielle Formüberprüfung an.

„Die Sache mit den Spielerpässen und Spielberechtigungen hat sich hingezogen. Deshalb konnten wir bis jetzt keine offiziellen Partien bestreiten“, berichtet HSV-Vorstandsmitglied Christian Hagemann. Was lange währt, wird endlich gut. Zumindest nummerisch. „Wir haben aktuell 21 spielberechtigte Akteure und zwei weitere, deren Spielberechtigung wir in den nächsten Tagen erwarten“, so der Hasper Schatzmeister. Damit steht einer Teilnahme am Kreisliga-Spielbetrieb nichts mehr im Wege.

Im März dieses Jahres war die HSV-Elf, in der Saison 2015/16 noch Landesligist, wegen Spielermangels aus der Bezirksliga zurückgezogen worden. Der Klassenerhalt war für das abgeschlagene Schlusslicht zu diesem Zeitpunkt unrealistisch, der Rückzug des erst in der Winterpause verpflichteten Trainers Serdat Tekin hatte die Hoffnung auf neues Personal, das der Kurzzeitcoach rekrutieren wollte, platzen lassen.

Ende April gab es beim ehemaligen Fußball-Oberligisten, der in den 90er Jahren dreimal nur knapp am Regionalliga-Aufstieg vorbeischrammte, einen radikalen Schnitt. Der alte Vorstand um Harald Kröner, Harald Kleemann und Jürgen Breuking trat ab, eine neue Führungsriege um Stefan Wilkes, Antonio Censabella und Joachim Hagemann übernahm.

Als erste Amtshandlung wurde ein neuer Trainer präsentiert: Der Herdecker Fußballlehrer Peter Wongrowitz, mit der BVB-Jugend dreimal deutscher Meister und bei zahlreichen anderen Klubs höherklassig im Seniorenbereich tätig, ließ sich für den Neubeginn gewinnen. Sein guter Name sollte helfen, auch ohne finanziellen Einsatz (Hagemann: „Bei uns bekommt kein Spieler Geld“) eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzubekommen. Lernwillige Kicker, die sich unter dem neuen HSV-Coach verbessern wollen.

Schwerer Start beim TSV Fichte

Bei einem schon mehr als 20 Akteure umfassenden Kader (Wongrowitz: „Zurzeit sind allerdings mehrere Spieler noch im Urlaub. Zuletzt hatten wir 13 Mann beim Training“) ist das erste Ziel erreicht worden. Die Multikulti-Truppe mit Personal unter anderem aus Deutschland, Polen, Rumänien, Bulgarien, der Türkei und sogar aus Brasilien ist jung und erfüllt bisher auch das Anforderungskriterium „sauberes, faires und vernünftiges Auftreten“ (Christian Hagemann), das Klubführung und Sportliche Leitung von Anfang an aufgerufen hatten.

Fußballerisch gibt es laut Peter Wongrowitz noch Luft nach oben. Was bei Spielern, die überwiegend aus unteren Ligen kommen oder zuletzt pausiert haben, nicht verwundert. „Alle ziehen gut mit, der überwiegende Teil der Mannschaft hat in der Vorbereitung zweimal wöchentlich trainiert“, attestiert der 65-jährige Übungsleiter dem Team eine gute Einstellung. Im nächsten Schritt wird es darum gehen, aus motivierten Einzelspielern eine Mannschaft zu formen, die auch Rückschläge wegstecken kann.

Dass es diese geben wird, steht für Wongrowitz außer Frage. Schon beim Meisterschaftsauftakt, der den Haspern am 20. August ein Auswärtsspiel beim TSV Fichte Hagen beschert, geht der HSV als krasser Außenseiter an den Start. „Fichte zählt für mich zu den Topfavoriten. Wir müssen aufpassen, dass wir an der Wörthstraße nicht unter die Räder kommen“, wird am ersten Spieltag laut Wongrowitz das vorrangige Ziel Schadensbegrenzung sein. Im ersten Heimspiel gegen Polonia Hagen sowie beim zweiten Auswärtsauftritt bei SV Boele-Kabel sieht der Fußballlehrer aus Herdecke schon eher Chancen, die ersten Kreisliga-Punkte einzufahren: „Jedem muss klar sein, dass es für uns nur um den Klassenerhalt geht“, stellt Peter Wongrowitz klar.

Wenn dieser gelingt, wäre nach zwei Abstiegen in Folge die Trendwende nicht nur finanziell (Christian Hagemann: „Wir sind schuldenfrei“) geschafft.

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