Landesliga

Hohenlimburg 10 holt sich zwei Matchbälle

Marcel Weiß, hier im Kopfballduell gegen Michel Schöler, und die Zehner gewinnen das Spitzenspiel gegen Gerlingen mit 1:0..

Marcel Weiß, hier im Kopfballduell gegen Michel Schöler, und die Zehner gewinnen das Spitzenspiel gegen Gerlingen mit 1:0..

Foto: Michael Kleinrensing

Hohenlimburg.   Nach dem 1:0-Sieg gegen Gerlingen im Spitzenspiel fehlt Hohenlimburg 10 nur noch ein Sieg zum Westfalenliga-Aufstieg. SSV und Wetter verlieren

Bis zum enthemmten Feiern mussten sich die Gastgeber etwas gedulden. Um 15.02 Uhr war das Gipfeltreffen der Fußball-Landesliga zwischen dem SV Hohenlimburg 10 und dem FSV Gerlingen angepfiffen worden, erst um 17.05 Uhr beendete Schiedsrichter Marvin Wessels es. Er hatte die Zehner lange um ihren 1:0 (0:0)-Sieg zittern lassen, auch wegen eines umstrittenen Foulelfmeters um kurz vor fünf. Dank Torwart Alexander Klur, der den Schuss von Marcel Laube glänzend parierte, überstanden die Hohenlimburger die lange Nachspielzeit unbeschadet. Und sind nun nur noch einen Sieg von der Westfalenliga entfernt. „So steigt man auf“, zeigte sich Zehner-Kapitän Danilo Labarile überzeugt und befand mit Blick auf die 500 Zuschauer im Kirchenberg-Stadion: „Das war ein echtes Spitzenspiel - und hat riesig Spaß gemacht.“

Für die erste Hälfte galt das nur bedingt, beide Teams agierten übernervös und leisteten sich reichlich Stolperer. Für die erste richtige Torchance dauerte es bis zur 35. Minute, als Antonio Porrello den Ball zu Bruder Vincenzo lupfte, der allerdings Gerlingens Keeper Marius Grebe anschoss. Kurz vor der Pause scheiterte der Torjäger der Zehner erneut am Gäste-Keeper, ehe die Hohenlimburger bange Minuten überstehen mussten. Gerlingens Lukas Rademacher hatte SV10-Torhüter Klur mit gestrecktem Bein am Knöchel verletzt, dieser konnte aber nach längerer Behandlung weiterspielen.

Die zweite Hälfte begannen die Gastgeber zielstrebiger, schon nach einer Minute verpasste Vincenzo Porrello eine weite Flanke von Saffet Davulcu nur knapp. Besser machte er es in der 60. Minute. Jan Kauermann schleuderte einen seiner weiten Einwürfe in den Strafraum, Grebe kam zu spät aus seinem Tor, Vincenzo Porrello nutzte das per Kopf zur umjubelten Hohenlimburger Führung. Nun wurde die Partie giftiger, das rustikale Einsteigen einiger Gerlinger ahndete der Referee aber eher nachlässig. Klare Chancen erarbeiteten sich weiter nur die Zehner bei ihren Kontern, doch Saffet Davulcu (68.), Stylianos Mouratidis (82.) und erneut Davulcu (90.), der über das leere Tor schoss, vergaben.

Nezir kratzt Ball von der Linie

Kurz zuvor hatte sich Vincenzo Porrello eine Platzwunde zugezogen, musste nach längerer Behandlung vom Feld. Und in der deshalb verlängerten Nachspielzeit mussten die Gastgeber noch gewaltig zittern. Weil Wessels, der zuvor den Kamikaze-Sprung eines Gerlingers übersah, nach Gewühl im Strafrum überraschend auf Elfmeter entschied. Doch Klur parierte. Und als der Torhüter wenig später schon geschlagen war, kratzte Rezep Nezir den Ball noch von der Linie. Dann konnten die Zehner endlich feiern, sie führen jetzt mit drei Punkten Vorsprung. „Jetzt haben wir zwei Matchbälle, von denen wir einen verwandeln müssen“, sagte Trainer Michael Erzen, nach zweistündigem Drama reichlich heiser: „Wenn wir das jetzt noch verspielen, sind wir selber Schuld.“

SV Hohenlimburg 10: Klur; Nezir, Kauermann, Samet Davulcu (90. +3 Mushaba), Vincenzo Porrello, Saffet Davulcu (73. Träptau), Antonio Porrello (84. Höltke), Schakat, Mouratidis, Weiß, Labarile.

Bei FC Wetter gehen allmählich Landesliga-Lichter aus

Beim FC Wetter gehen nach der 1:4-Heimniederlage gegen die SpVg Olpe die Lichter in der Fußball-Landesliga langsam aus. Die Elf von Trainer Markus Dönninghaus präsentierte sich wie so oft in dieser Spielzeit auf Augenhöhe, ehe zehn Minuten der Unkonzentriertheit das Spiel gegen die Rot-Weißen entschieden. Durch die 0:1-Niederlage des TuS Erndtebrück II gegen den SV Brilon besteht für den FC zwar weiterhin die Chance, noch auf den Relegationsplatz zu klettern, doch diese Möglichkeit scheint eher theoretischer Natur.

Der FC begann engagiert und verzeichnete in den ersten Minuten eine deutlich höhere Ballbesitzquote als der Gast aus dem Sauerland. Durch einen fahrlässigen Ballverlust im Mittelfeld ermöglichte der Gastgeber der SpVg dann jedoch die erste Torgelegenheit, die Olpes Jannik Buchen direkt zum 0:1 aus FC-Sicht verwertete (5.). „Wir haben vorher darüber gesprochen, dass wir in der Defensive besonders auf Buchen achten müssen, das haben wir einfach verpasst“, ärgert sich Dönninghaus über den frühen Gegentreffer.

In der Folge übernahm der Gastgeber wieder das Geschehen und ließ sich von dem frühen Rückschlag nicht aus dem Konzept bringen. Sieben Minuten nach dem Gegentreffer belohnte sich die Heimelf für einen bis dahin engagierten Auftritt: Nach Ballgewinn im Mittelfeld durch Frank Sonna steckte Wetters Joel Schikora mustergültig auf den einlaufenden Ans al Khalil durch, der wenig Mühe hatte, ins kurze Eck zum 1:1 zu vollstrecken. Im Anschluss scheiterten Angelos Pavlidis, Michael Hong-Gonzalez und Ilyas Kurnaz bei guten Chancen an Gästekeeper Niklas Obermann.

Kurz nach Wiederanpfiff ereignete sich dann die wohl entscheidende Szene des Spiels: Der schon gelb-verwarnte Kurnaz ging ungeschickt in einen Zweikampf im Mittelfeld und wurde folgerichtig mit Gelb-Rot vom Platz gestellt (53.). „Damit hat er uns einen Bärendienst erwiesen“, ärgerte sich Dönninghaus über den überflüssigen Feldverweis seines Mittelfeldakteurs. Daraufhin brach der FC förmlich in sich zusammen: Keine sieben Minuten dauerte es, bis Olpe das Ergebnis auf 1:4 in die Höhe schraubte. Jannik Buchen (55.), Marcel Kühr (57.) und Kevin Krumm (62.)trafen.

„Wir mussten uns schon vor dem Spiel mit dem Gedanken Bezirksliga beschäftigen und müssen das jetzt umso mehr. Daran ändert auch die Niederlage von Erndtbrück nichts“, so Dönninghaus im Anschluss an die Partie zur Tabellensituation.

FC: Kroon, Wiggershaus, Kurnaz, Hammouda (82. Kemayou), Schikora, Pavlidis (71. Ziane), al Khalil, Sonna, Hong-Gonzalez, Russo, Bah.

SSV Hagen verliert mit 1:6

„Wir wollen am Saisonende nicht mit einer dreistelligen Zahl von Gegentoren dastehen“, dieses Ziel hat Marco Grüterich, Spielertrainer des abgeschlagenen Fußball-Landesliga-Schlusslichts SSV Hagen, ausgegeben. Dazu wird sich das Höing-Team an den letzten beiden Spieltagen steigern müssen. Gestern gab es beim SV Hüsten eine 1:6 (0:3)-Niederlage, mit der sich die Adlerträger schon 93 Treffer eingefangen haben. Die Gastgeber sicherten sich endgültig den Klassenerhalt.

Das Verhängnis nahm nach nur acht Minuten seinen Verlauf. Yusuf Acikel war mit einer Entscheidung des Referees nicht einverstanden und meckerte - Gelbrot war die Folge. In Unterzahl hielten die Adlerträger noch 13 Minuten das 0:0. Dann brachte Philipp Völker die Gasgeber per Foulelfmeter in Führung. Ein Hüstener Doppelschlag in der 37. und 38. Minute brachte bereits die Vorentscheidung. Nach dem Seitenwechsel legten die Hausherren noch drei weitere Treffer drauf. Das SSV-Ehrentor erzielte Mercan Türkyilmaz in der 63. Minute zum 1:5.

„Wir hätten auch zweistellig verlieren können“, lobte Marco Grüterich allein seinen Torwart: „Marcel Riede hat noch Schlimmeres verhindert.“

SSV: Riede; Kuhfeld, Grüterich, Türkyilmaz, Yacoub, Biesemann (63. Infante), El-Bakouri (46. El Basraoui), Karas, Schäfer, Salvo, Acikel.

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