3. Liga

„Ich wollte den Ball so eklig wie möglich werfen“

Ein schier unüberwindlicher Abwehrblock türmt sich vor Jan König (Nr. 17) und Frederik Kowalski auf, doch der Volmetaler trifft.

Ein schier unüberwindlicher Abwehrblock türmt sich vor Jan König (Nr. 17) und Frederik Kowalski auf, doch der Volmetaler trifft.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Jan König vom TuS Volmetal schildert die entscheidende Szene vom 27:26-Sensationssieg gegen Wilhelmshaven.

Beim Basketball kommt es regelmäßig vor, dass ein Spieler mit Ablauf der Spieluhr einen Korb macht. Viel seltener ist das dagegen im Handball, denn hier muss laut Regellage der Ball vor Ablauf der Spieluhr im Tor landen. Anders ist das dagegen bei einem direkten Freiwurf -- so wie beim Spiel des Drittligisten TuS Volmetal gegen Wilhelmshaven.

Nach einem Wurf von Silas Kaufmann hatte sich Volmetals Frederik Kowalski den Abpraller gesichert und wurde gefoult. Da die Spielzeituhr in diesem Fall nicht angehalten wird, liefen die letzten Sekunden der 60 Minuten ab -- doch der Freiwurf musste noch ausgeführt werden. Schnell fanden sich Jan König, Kaufmann und Dominik Domaschk ein. Der Schluss lag nah, dass der hoch aufgeschossene Domaschk den letzten Wurf versuchte, doch nach kurzer Beratungszeit stand König an der Neunmeterlinie für den Abschluss bereit. „Bommel hat gesagt, dass ich das machen soll”, schildert König, dem Domaschk den Ball mit besten Wünschen in die Hand drückte. „Wir hatten zum Glück ein wenig Zeit, also habe ich mir angesehen wer da so im Block steht”, erinnert sich König. Der sich vor ihm auftürmende Block der Wilhelmshavener überragte gleich mit zwei Spielern zwei Meter. „Drüber werfen war also keine Option”, sagt König und lacht.

Also entschied er sich dafür, es mit einem Fallwurf zu probieren. König knickte also nach links ab und beobachtete die Reaktion seiner Gegenspieler. „Da hat sich dann auf einmal eine kleine Lücke aufgetan”, sagt er. Er nutzte diesen kleinen Spalt und zog ab. „Ich wollte den Ball so eklig wie möglich für den Torwart werfen”, so König weiter. Der Ball tickte in der Mitte vor dem Tor auf, Wilhelmshavens Torwart Primož Prošt lag in seiner Torecke auf dem Boden und konnte dem Spielgerät nur hinterhersehen. „Da war auch eine große Portion Glück dabei, aber das braucht es in so einem Moment auch”, weiß Jan König. Glück, das beim TuS Volmetal für Ekstase auf dem Spielfeld sorgte.

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