Neu in Hagen

Köse ist beim SSV Hagen ein Anführer auf und neben dem Platz

Zentrale Kraft im Mittelfeld des SSV Hagen: Routinier Yakup Köse (links, hier mit Kapitän Tim Paulsen) bringt reichlich Oberliga-Erfahrung mit.

Foto: Michael Kleinrensing

Zentrale Kraft im Mittelfeld des SSV Hagen: Routinier Yakup Köse (links, hier mit Kapitän Tim Paulsen) bringt reichlich Oberliga-Erfahrung mit. Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Erfahrung aus mehr als 400 Oberliga-Spielen bringt Yakup Köse mit zum SSV Hagen, der in Meinerzhagen in die Saison startet.

Diese Spielklasse kennen nur die wenigsten der länger gedienten Akteure des SSV Hagen, zuletzt im Mai 2010 spielte ihr Klub in der Landesliga. Auch für Yakup Köse ist die siebthöchste Spielklasse Neuland, aber aus anderem Grund. Der Mittelfeldspieler aus Recklinghausen verbrachte den Großteil seiner Fußball-Karriere in der Oberliga, für den VfB Hüls spielte er eine Saison lang noch eine Klasse höher. Mit 34 hat sich Köse nun entschlossen, sportlich etwas kürzer zu treten. Und tut das nun erstmals in der Landesliga, in der er mit Aufsteiger SSV am Sonntag beim RSV Meinerzhagen in die Saison startet (15 Uhr). „Yakup ist unser Königstransfer“, findet Klubchef Ömür Turhan, „er ist ein Leader nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben.“

Den ersten nachhaltigen Eindruck bei seinem neuen Verein hinterließ Yakup Köse, als es gerade gar nicht lief. Beim Turnier in Sprockhövel kassierte das neu zusammengestellte Team Gegentore en masse, den schönsten Treffer allerdings erzielte der Türke. Nach einem weiten Abschlag des Torhüters von Hedefspor Hattingen sah Köse, dass dieser vor seinem Tor verharrte und düpierte ihn mit einem gefühlvollen Heber aus der eigenen Hälfte. Auch in den übrigen Vorbereitungsspielen traf der SSV-Neuzugang noch mehrfach, gern mit Freistößen in den Winkel oder ähnlich kunstvoll. „Damit habe ich auch nicht gerechnet“, räumt Köse ein, „ich schieße eigentlich selten Tore. Aber wenn, dann sehen sie schön aus.“

Es sind auch nicht die Torjäger-Qualitäten, wegen derer ihn der SSV in sein ambitioniertes Aufstiegsteam geholt hat. Lange spielte das 1,70 m große Leichtgewicht auf den Außenbahnen, ehe ihn vor ein paar Jahren Ismail Atalan - aktuell Coach bei Zweitligist VfL Bochum - beim SC Roland Beckum auf die Sechser-Position stellte. Dort im zentralen Mittelfeld spielte Köse auch in den letzten beiden Jahren als Mannschafts-Kapitän beim Hammer SpVg., ehe er nach mehr als 400 Oberliga-Spielen nun den Weg in tiefere Ligen gehen wollte. Wobei ein glücklicher Umstand dabei half, dass er überhaupt in Hagen landete.

Denn eigentlich stand Köses Wechsel zum Werner SC, auch ein Landesliga-Aufsteiger, schon fest. Das hatte er mit dem damaligen WSC-Trainer Kurtulus Öztürk, den er lange gut kennt, verabredet. Doch als dieser plötzlich zu Regionalligist Viktoria Köln wechselte, war auch das Engagement in Werne geplatzt. „Das war am 25. Juni, ich hatte eine Woche Zeit mich abzumelden“, sagt Köse. Da er schon zuvor Kontakte zum SSV hatte - vermittelt durch den mit SSV-Trainer Giovanni Federico aus gemeinsamen BVB-Zeiten befreundeten Hammer Sportlichen Leiter David Odonkor -, traf er sich kurzfristig mit dem Hagener Klubchef Ömür Turhan. Und sagte direkt für eine Saison zu. „Wir haben vier Stunden geredet“, sagt er, „Ömürs Projekt hat mir gut gefallen. Er hat den Verein von der Kreis- bis in die Landesliga geführt und will jetzt wieder innerhalb von vier Jahren bis in die Oberliga aufsteigen.“

Köse sagte zunächst für eine Saison zu, ist aber überzeugt: „Ich fühle mich fit, will noch zwei, drei Jahre spielen.“ Mit dem SSV hat er auch für die bevorstehende Spielzeit schon ambitionierte Ziele. „Wir wollen auf jeden Fall oben mitspielen und unter die ersten Fünf“, sagt der Routinier, „das Potenzial dazu haben wir.“ Auch wenn in der Vorbereitung, auch angesichts etlicher verletzt oder urlaubsbedingt fehlender Spieler noch nicht alles rund lief. „Wir haben 17 neue Spieler, das braucht Zeit“, weiß Köse, „ab dem dritten oder vierten Spieltag werden wir eine richtige Einheit sein.“

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