Basketball

Kreuzbandriss trifft Wegmann, BG und Phoenix Hagen hart

Für Tobias Wegmann, hier im Trikot der Phoenix Juniors, ist die Saison nach einem Kreuzbandriss früh beendet.

Für Tobias Wegmann, hier im Trikot der Phoenix Juniors, ist die Saison nach einem Kreuzbandriss früh beendet.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Ein Hagener Basketball-Talent wird jäh auf dem Weg nach oben gestoppt: Für Tobias Wegmann ist die Saison nach einem Kreuzbandriss früh beendet.

Kreuzbandriss und frühes Saisonende schon im Oktober: Das trifft in erster Linie natürlich Tobias Wegmann hart, der die schwere Knieverletzung am Dienstag in der Kölner ASV-Sporthalle erlitt. Aber natürlich auch sein Team der BG Hagen in der 1. Basketball-Regionalliga, dem nun ein Leistungsträger für lange Zeit fehlt. Und auch ProA-Zweitligist Phoenix Hagen, in dessen Kader der 19-jährige Guard als Doppellizenzler steht. Und dem nach Jugend-Nationalspieler Marco Hollersbacher (Reha nach Knieoperationen) das zweite Talent in der aktuellen Spielzeit nicht mehr zur Verfügung steht. „Das war ein kleiner Schock, besonders für ihn. Er wird uns an allen Ecken und Kanten fehlen“, sagte BG-Trainer Kosta Filippou, während Phoenix-Coach Chris Harris bedauerte: „Das trifft uns alle, Tobi ist ein sehr beliebter Mitspieler. Seit sechs Monaten war er wegen Kniebeschwerden nie schmerzfrei - und jetzt so ein Pech!“

Es war ein Allerwelts-Foul, keine Unsportlichkeit, wie Filippou betont. Nach der Pause im Duell seines Teams bei den RheinStars Köln zog Tobias Wegmann zum Korb, wurde von einem Gegenspieler gefoult, knickte mit dem Knie zur Seite. Einen Kreuzbandriss befürchteten die Hagener bereits nach der ohne Wegmann mit 82:111 verlorenen Partie, die Diagnose bestätigte sich bei einer Kernspintomographie bei seinem Vater, einem Orthopäden, tags darauf. „Das vordere Kreuzband ist gerissen“, erklärte Filippou, wenigstens Meniskus, Knorpel und Innenbänder seien heile geblieben. Dennoch werde Wegmann, „Defense-Spezialist und Vorbild in Sachen Einsatz“, der BG nun bis zum Saisonende fehlen. Der Heilungsprozess bei einem Kreuzbandriss dauere mindestens vier, fünf Monate, weiß der BG-Trainer aus eigener Erfahrung: „Mit 20 hatte ich das Knie komplett kaputt, Kreuzband, Innen- und Außenband. Und das nach einer ähnlichen Spielsituation.“

Wegen verschiedener Malaisen und um eine Überlastung zu vermeiden, hatten die Coaches Tobias Wegmann aus dem zusätzlichen ProA-Training im Sommer weitgehend herausgehalten, mittlerweile trainierte er auch beim Zweitliga-Team wieder mit. „Das erste, was Tobi morgens im Kopf hat, ist Basketball. Er holt sich samstags den Hallenschlüssel ab, um Extraschichten zu schieben“, charakterisiert Filippou den 19-Jährigen: „Und gerade jetzt, wo es bergauf ging, erwischt es ihn so.“

Auch Ioannidis fehlt der BG

Der langfristige Ausfall Wegmanns wirkt sich auf die angespannte Personallage der BG aus. Zumal sich auch Guard-Kollege Sören Fritze eine Knie-Prellung zugezogen hat (Filippou: „Wenn er auch länger ausfällt, wäre es der Super-Gau“) und der eigentlich noch für eine komplette Saison in der 1. Regionalliga vorgesehene Center Theo Ioannidis nach einem Job-Wechsel und Dreischicht-Dienst in die 2. Mannschaft gewechselt ist. Wenigstens kann Daniel Zdravevski nach seiner Sperre im nächsten Spiel am 25. Oktober gegen den Tabellenzweiten BG Dorsten wieder spielen. Für Ioannidis soll Michael Krichevski aus der Reserve hochrücken, auf den Guard-Positionen setzt Filippou auf das Quartett Fritze, Pascal Zahner-Gothen, Yannick Opitz und Paul Giese, zudem sollen aus der zweiten Mannschaft Jonas Schlink und Lasse Dresel aushelfen. „Wir wollen eine Mannschaft sein, die sich darüber definiert, 40 Minuten Tempo zu gehen“, sagt Filippou, „das wird ohne Tobi Wegmann jetzt viel schwieriger, weil uns Quantität und Power fehlen.“ Man werde aber nicht in Aktionismus verfallen, um die Mannschaft extern zu verstärken. „Dazu gibt es mit Blick auf unser Saisonziel, die Play-offs zu erreichen, absolut keine Notwendigkeit“, betont der Coach. Die erstmals stattfindenden Regionalliga-Playoffs erreichen die ersten Acht, als aktueller Neunter bleiben sie für die BG im Blick.

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