Tennis

Mehr Zeit für jeden Einzelnen

Die fünf Teilnehmer am Tenniscamp des TC Volmarstein genießen die erste Ferienwoche auf dem Platz.

Die fünf Teilnehmer am Tenniscamp des TC Volmarstein genießen die erste Ferienwoche auf dem Platz.

Foto: TC Volmarstein

Volmarstein.  Für den TC Volmarstein waren die fünf Teilnehmer am Feriencamp ein bisschen zu wenig – weil der Sport noch gegen Vorbehalte kämpfen muss.

Mit klaren Anweisungen gibt Janis Müller die Übungen vor, die Kinder sind mit wachsender Begeisterung dabei. Fünf Tage lang folgen sie den Vorgaben des Tennislehrers, der das Feriencamp beim TC Volmarstein leitet. In diesem Jahr allerdings mit deutlich zurückgegangener Teilnehmerzahl: Gerade einmal fünf Kinder und Jugendliche haben sich an der Köhlerwaldstraße eingefunden, um den Tennissport kennenzulernen oder ihr Können weiter zu vertiefen.

„Schade“ findet das Janis Müller. Der Tennislehrer sieht aber auch die positiven Aspekte an der geringen Teilnehmerzahl am ersten der zwei Feriencamps. „So haben die Trainer mehr Zeit für jeden einzelnen Spieler, für die ist das dann intensiver“, sagt Müller. Dennoch, und da macht er keinen Hehl draus, würde er sich generell über mehr Teilnehmer freuen. Und das nicht, weil er sich damit einen Euro mehr verdienen kann. Müller hat eher das große Ganze im Blick und möchte seine Sportart gerne populärer machen.

Fehlende Zugpferde

Doch dafür fehlt es auch an den richtigen Zugpferden. Alexander Zverev ist zwar in der erweiterten Weltspitze, und Angelique Kerber konnte im vergangenen Sommer das ruhmreiche Turnier in Wimbledon gewinnen, nachhaltige Auswirkungen haben diese Erfolge aber bis jetzt noch nicht erzielt. „Ein großer Sieg wäre mal gut“, weiß auch Müller.

Doch nur darauf zu hoffen, das irgendwann eine neue Steffi Graf oder ein neuer Boris Becker für einen großen Hype sorgen, wäre ein wenig blauäugig. Und so versucht der TC Volmarstein über Tenniscamps neue Mitglieder zu gewinnen und für den Sport an sich zu begeistern. „Immerhin werden sich wohl zwei von drei Neuanfängern im Camp bei uns im Verein anmelden“, schildert Müller. Die breite Masse ist das zwar nicht, doch ein Anfang allemal. „Die Quote ist dafür wirklich sehr gut“, freut sich Müller auf neue Gesichter im Verein. Der Jugendwart der Volmarsteiner Tennisspieler ist eben ein positiv gestimmter Mensch.

Einen weiteren Grund für den schwindenden Zugang an neuen Spielern oder Teilnehmern an solchen Camps wie in dieser Woche sieht er auch in einem Vorurteil gegenüber seinem Sport. „Es ist immer noch weit verbreitet, das Tennis sehr teuer ist“, sagt Müller. 120 Euro kostet die Teilnahme an so einem Camp für ein Kind, professionelle Tennislehrer, Verpflegung und Ausrüstung inklusive. Umso weniger Teilnehmer, desto geringer der Ertrag für den Verein und die Tennislehrer. „Ich komme da nicht auf einen normalen Stundenlohn“, sagt der B-Lizenztrainer.

Ein großes Problem ist das für ihn nicht, er hat schließlich auch einfach Spaß daran, Kindern das Tennisspielen beizubringen und selbst auf dem Platz zu stehen. Ganz von der Hand weisen will er die im Vergleich zu anderen Sportarten höheren Kosten für Tennis nicht, schließlich ist neben der normalen Sportkleidung eben noch ein Schläger notwendig, um am Netz um Punkte spielen zu können. Die Beitragskosten sind hingegen deutlich geringer, als von vielen angenommen.

Gar nicht so teuer wie erwartet

Kinder bis 14 Jahre zahlen so gerade einmal einen Jahresbeitrag von 40 Euro, Jugendliche bis 18 und Mitglieder in der Ausbildung 80 Euro. Zum Vergleich: Wer sein Kind beim Fußballverein SC Wengern anmeldet, zahlt 72 Euro pro Jahr, für Jugendliche ab 14 Jahren werden 82 Euro fällig. Gerade für Kinder ist Sport im Verein also deutlich günstiger als beim Fußball.

Vielleicht war aber auch der Termin zu Beginn der Sommerferien nicht ganz ideal. „Ende der Ferien machen wir noch ein Camp, dafür haben wir bereits zehn Anmeldungen“, sagt Janis Müller. Dennoch würde er sich mit Sicherheit darüber freuen, wenn diese Zahl bis dahin noch anwächst. Platz genug ist auf jeden Fall da – und qualifizierte sowie motivierte Trainer sind ebenfalls vor Ort.

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