Basketball

Mit 27 wagt Reuter Sprung in ProA und spielt nun gegen Hagen

Beim Phoenix-Cup trat Thomas Reuter (Mitte, Nr. 25) schon gegen Phoenix Hagen und Niklas Geske an, am Samstag erwartet er die Hagener mit Paderborn zum ProA-Duell.

Beim Phoenix-Cup trat Thomas Reuter (Mitte, Nr. 25) schon gegen Phoenix Hagen und Niklas Geske an, am Samstag erwartet er die Hagener mit Paderborn zum ProA-Duell.

Foto: Jörg Laube

Hagen/Paderborn.  So hoch hat er als Stammspieler noch nie agiert: Der Breckerfelder Thomas Reuter hat den Sprung in die ProA gewagt und trifft auf Phoenix Hagen.

Die Halle kennt er noch nicht so gut, den Gegner dafür umso besser: Wenn die Uni Baskets Paderborn am Samstag Phoenix Hagen zum Westfalen-Duell der 2. Basketball-Bundesliga erwarten (19.30 Uhr), ist es für Thomas Reuter nicht nur das erste ProA-Heimspiel mit seinem neuen Arbeitgeber. Sondern gleichzeitig auch das Duell mit den Jungs, mit denen der 27-jährige Breckerfelder den Sommer über trainiert hat. Und mit einem seiner Jugendtrainer, wie sich Phoenix-Chefcoach Chris Harris erinnert: „Thomas ist einer meiner Schützlinge aus meiner ersten Zeit in Hagen. Er wollte unbedingt den Sprung in die ProA schaffen, hat in Paderborn jetzt eine gute Heimat gefunden.“

Denn in der zweithöchsten Basketball-Profiklasse hat Reuter, der als Teenager sieben Erstliga-Kurzeinsätze bei Phoenix in seiner Vita stehen hat, noch nicht gespielt. Nach seiner zweijährigen College-Zeit an der Eastern Washington University spielte der gebürtige Breckerfelder in der drittklassigen ProB drei Jahre bei den Iserlohn Kangaroos und zuletzt zwei Spielzeiten bei den EN Baskets Schwelm, ehe er nun im fortgeschrittenen Profi-Alter den Wechsel eine Liga höher wagte. „Die ProA war immer mein Ziel“, sagt der 1,98 m große Power Forward, „ich hatte da auf einen Aufstieg mit Iserlohn oder Schwelm gehofft, leider hat das nicht geklappt.“

Fünf Jahre in Iserlohn und Schwelm

Nach fünf ProB-Jahren in der Region war die Gelegenheit nun günstig für Reuter, der bei Falk Möllers EN Baskets zuletzt als Kapitän fungierte. „In Schwelm stand ein größerer Umbruch bevor“, sagt Reuter, auch der zu Phoenix zurückgekehrte Spielmacher Niklas Geske verließ die Baskets: „Und mein Studium macht jetzt keine Präsenz in der Nähe der Ruhr-Universität Bochum mehr notwendig.“ Das Bachelor-Studium hat der Lehramts-Student abgeschlossen, er steht kurz vor dem Erwerb des Masters, muss keine Kurse mehr in Bochum besuchen. So kann er den Fokus mehr auf Basketball bei den Paderborn Baskets, die schon nach seinem Wechsel aus Iserlohn vor zwei Jahren Interesse gezeigt hatten, legen. „Ich musste sehen, wo meine beste Option ist und wo ich die beste Rolle bekommen kann“, sagt Reuter. Auch Stammklub Phoenix Hagen, bei dem er sich im Sommertraining fit hielt, habe er natürlich im Hinterkopf gehabt: „Aber das hat sich nie ergeben, so ist das manchmal im Profi-Basketball.“

In der Saisonvorbereitung traf er mit dem Team seines neuen Trainers Steven Esterkamp vor dem ProA-Duell am Samstag sogar schon zweimal auf die Hagener. Und zweimal, zuletzt beim Phoenix-Cup mit 88:84, siegten die Paderborner, Reuter trug maßgeblich bei. „Thomas hat da mit viel Selbstbewusstsein gespielt“, sagt Chris Harris, „ihn muss man auf dem Schirm haben.“ Für Reuter ist bei den Baskets die Backup-Rolle hinter US-Spieler Ryan Logan vorgesehen, beim ProA-Start der Ostwestfalen bei den MLP Academics Heidelberg spielte er 15 Minuten. Verpflichtet habe man ihn, so Paderborns Sportdirektor Uli Naechster, auch wegen seiner Vielseitigkeit: „Er gibt uns eine zusätzliche Flexibilität, da er auf beiden Forward-Positionen stark spielen kann.“

Hagener sind für Reuter Favorit

Das will Reuter auch gegen seinen Stammklub zeigen, den er als Favoriten sieht. „Trotz unserer beiden Siege in der Vorbereitung finde ich den Phoenix-Kader sehr stark“, sagt der 27-Jährige, „ich glaube, sie werden am Ende in den Play-Offs sein.“ Darum wolle man auch bei seinen Paderbornern kämpfen, vor allem aber mit dem Abstieg nichts zu tun haben. „Es gibt für mich keine unschlagbaren Gegner in der Liga“, sagt er, „das zeigt das knappe Phoenix-Spiel gegen Chemnitz oder unseres gegen Jena.“ Ungeachtet der Außenseiterrolle im Westfalen-Duell will er am Samstag gegen seinen Ex-Klub unbedingt gewinnen, viele Freunde werden dabei sein. Es wäre der erste Sieg für Thomas Reuter in der ProA.

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