Tour de France

Mit Helmen aus Volmarstein in Gelb nach Paris

Mit gelbem Abus-Helm auf dem Weg nach Paris: Marc Soler und Movistar hoffen auf den Sieg in der Teamwertung.

Mit gelbem Abus-Helm auf dem Weg nach Paris: Marc Soler und Movistar hoffen auf den Sieg in der Teamwertung.

Foto: MARCO BERTORELLO / AFP

Volmarstein/Paris.  Auf dieses Podium blickt die Sportwelt am Sonntag, die Sieger der Tour de France werden gekürt: Warum Wetter an der Ruhr da vertreten sein kann:

Auf dieses Podium blickt die Sportwelt am Sonntag. Und Wetter an der Ruhr könnte dort vertreten sein. Nicht durch einen Sportler, denn heimische Radsportler sind bei der Tour de France nicht dabei. Aber eine Firma aus Volmarstein, denn das dort ansässige Sicherheits-Unternehmen Abus stattet das Radprofi-Team Movistar seit einigen Jahren mit Helmen aus. Nicht erst auf der Tour-Zielgeraden mit solchen in Gelb, denn die Spanier um Top-Fahrer Endric Mas und Altmeister Alejandro Valverde führen die Teamwertung vor dem finalen Wochenende an. „Hoffentlich tragen sie die gelben Helme bis nach Paris“, sagt Torsten Mendel, Marketing- und PR-Manager von Abus - und hofft auf einen Podiumsplatz auf der Avenue des Champs-Élysées: „Das sind doch Bilder, die um die Welt gehen. Für uns als kleines Unternehmen aus Wetter wäre das toll.“

Schon seit etlichen Jahren ist Abus Ausrüster im Profi-Radsport und bei der Tour de France präsent, nach dem Engagement beim Team Bora-hansgrohe seit 2017 bei Movistar. Als „absolute Erfolgsgeschichte, die uns einen großen Schub bringt“ hatten die Firmen-Verantwortlichen die Zusammenarbeit mit den Spaniern schon vor zwei Jahren bezeichnet, als sie Teamwertung und eine Etappe gewannen. Und eine Abus-Delegation noch ein Jahr zuvor zum damaligen Start, dem Grand Départ, nach Düsseldorf reiste. Diesmal, bei einer besonderen Tour in Zeiten der Corona-Krise, können die Wetteraner nicht live dabei sein. „Die strikten Auflagen von Weltverband und Tour-Organisatoren erlauben das in diesem Jahr nicht“, sagt Torsten Mendel, „aber wir waren im Vorfeld beim Team.“ Beim „Strade Bianche“ in Italien, dem diesjährigen Start der World-Tour, übergaben Abus-Verantwortliche den Movi-star-Profis die aktuellen Radhelme.

Es sind zwei Modelle aus dem normalen Sortiment, zwischen denen die Profis wählen können: Der „GameChanger“ kennzeichnet sich durch seine Aerodynamik aus, der „AirBreaker“ sei offen, der Kopf gut belüftet. „Es ist den Fahrern überlassen, welchen Helm sie tragen, da gibt es individuelle Vorlieben“, erklärt Torsten Mendel. Für das Einzelzeitfahren mit Bergwertung wurde zudem ein ganz spezieller, gut belüfteter Zeitfahrhelm von Abus eigens entwickelt. In der üblichen blau-weißen Optik, aber auch in Gelb. Denn die Helm-Ausstatter müssen für den weiteren Tourverlauf alle möglichen Wertungshelme für die Führenden der Gesamt-, Berg-, Sprint-, Nachwuchs- und Teamwertung liefern.

Wichtig für Produktentwicklung

Ein gelber Helm mit Abus-Branding für den Träger des „Maillot Jaune“ - seit der zweiten Woche der Slowene Primož Roglic - wurde nicht benötigt. Auch wenn die Movistar-Fahrer Endric Mas und Alejandro Valverde in den Top Ten rangieren. Aber vor elf Tagen übernahm Movistar erstmals die Führung in der Teamwertung, eroberte sie in dieser Woche zurück - und fährt also meist mit gelben Helmen durch Frankreich. „Das zeigt, dass das Team gut unterwegs ist“, sagt Mendel, in den Abus-Büros werde während der Etappen am Liveticker mitgezittert.

„Über die Helme haben wir eine sehr hohe Präsenz, von den Fahrern wird ja häufig das Gesicht gezeigt“, freut sich der Abus-Manager über eine gute Außendarstellung. Gleichzeitig sei das Engagement im Profi-Radsport wichtig für die Arbeit im Werk. „Wir bekommen unheimlich viel Feedback von den Fahrern, gerade bei der Tour tragen sie die Helme ja über viele Stunden“, sagt Mendel, die Erkenntnisse fließen dann wieder in die Produktentwicklung ein.“ Und von den Erkenntnissen der Profis, bestenfalls des Tour-de-France-Siegers in der Mannschafts-Wertung, sollen dann auch wieder die vielen Hobbyfahrer profitieren.

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