Basketball

Mit Nicht-Leistung vergrault Phoenix Hagen Fans

Niklas Geske, der hier gegen Robert Oehle zum Korb zieht, und Phoenix patzen beim 81:88 gegen die Artland Dragons.

Niklas Geske, der hier gegen Robert Oehle zum Korb zieht, und Phoenix patzen beim 81:88 gegen die Artland Dragons.

Foto: Michael Kleinrensing / Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Das Warten auf einen Heimsieg geht weiter: Nach erschreckend schwachem Auftritt verliert Phoenix Hagen auch gegen die Artland Dragons mit 81:88.

297 Tage mussten die Fans von Phoenix Hagen auf einen Heimsieg warten, sie müssen es zehn weitere Tage tun - mindestens. Eher länger, nimmt man die Eindrücke vom neunten verlorenen Auftritt am Ischeland in der 2. Basketball-Bundesliga ProA in Serie zum Maßstab. Denn bei der 81:88 (34:48)-Schlappe gegen die bisher sieglosen Artland Dragons, die nur mit acht Spielern angereist waren, kam das erschreckend schwache Team von Trainer Chris Harris für einen Sieg eigentlich nie infrage. „Das war eine absolute körperlose Nicht-Leistung in der ersten Hälfte“, schimpfte Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel, „für diesen Auftritt müssen wir uns bei Fans und Sponsoren entschuldigen.“

Es begann eigentlich, wie es beginnen sollte am Ischeland vor 1966 Besuchern. Der Hochball landete bei Phoenix-Kapitän Dominik Spohr, 15 Sekunden später traf er seinen ersten Dreier. Das war es aber auch schon weitgehend mit gelungenen Aktionen der Gastgeber über weite Strecken der ersten Halbzeit. Das Vorhaben, die Ballverluste zu reduzieren, misslang gründlich, nach sechs Minuten hatten die Phoenix-Akteure schon sechsmal das Spielgerät hergeschenkt, zur Pause waren es bereits zwölf. Die Artland Dragons nutzten es gerne und weidlich. Beim 3:10 durch den Distanztreffer von Danielius Lavrinovicius (4.) wurden die Phoenix-Fans schon unruhig, denn die Gastgeber fanden überhaupt keinen Offensiv-Rhythmus und offenbarten defensiv viele Lücken. Als Pierre Bland per Fastbreak zum 8:17 traf (6.), bat Coach Harris zur ersten Auszeit. Und brachte den in Paderborn überragenden Adam Pechacek, zumal der einzige Gäste-Center Robert Oehle schon mit zwei Fouls belastet war. Doch den Weg zum Dragons-Korb fand bei Phoenix weiterhin allenfalls Niklas Geske, während die Gäste weiter nach Belieben punkteten.

Als nach Lavrinovicius‘ 15:28 die erste Viertelpausen-Sirene ertönte, pfiffen die Hagener ihr Team lautstark aus. Und die Stimmung besserte sich nicht wesentlich, im Gegenteil. Lediglich, als Spohr nach zwei Duellen mit Oehle am Boden lag und sich den Kopf hielt, kochten die Emotionen hoch. Den Gastgebern verlieh das indes keine Energie – und die Dragons blieben ganz cool. Lavrinovicius stellte beim 20:40 per Dreier erstmals eine 20-Punkte-Führung her (15.), Harris hatte wieder Beratungsbedarf. Er brachte Kyle Leufroy zurück, der Phoenix jetzt wenigstens etwas heranführte. Auf 32:43 durch Pechacek verkürzten die Hagener, ehe ganz abgezockt Bland und Malik Dunbar für die Gäste wieder erhöhten.

Dunbar ist nicht zu stoppen

Ein Vorgeschmack auf die zweite Hälfte, in der Dunbar gar nicht mehr zu stoppen war. Immer wenn die Hagener sich mühsam herangearbeitet hatte, traf der US-Guard sie mit weichem Händchen aus allen Lagen ins Mark. Etwas Hoffnung und Stimmung kam auf den Rängen erst zu Beginn des Schlussviertels auf, als neben Leufroy die Bankspieler - gerade Michael Gilmore und Jasper Günther - viel Energie gaben. Bis auf 69:75 (34.) kam Phoenix heran, die Fans standen und hofften doch auf Heimsieg Nummer eins. Doch wieder konterten Bland und Dunbar, spätestens nach dem Dreier von Chase Griffin - sonst an diesem Abend kein Faktor - zum 71:83 (36.) war die Entscheidung gefallen. Auch wenn nach dem 75:88 Leufroy und Pechacek mit der Sirene die magere Dreier-Bilanz der Hagener noch etwas aufbesserten.

„Hier liegt wohl Besonderes in der Luft, hier gewinne ich immer“, freute sich Ex-Phoenix-Ass Griffin über seinen dritten Sieg in Serie am Ischeland. Bei den aktuellen Hagenern dagegen herrschte Tristesse. „Wir haben sehr energielos und unkonzentriert angefangen“, kritisierte Harris: „Das war noch schlimmer als in Paderborn in der ersten Hälfte, wie wir leichtsinnig die Bälle hergegeben haben. Das geht nicht, das muss sich sofort ändern.“

Statistik

Phoenix Hagen: Gilmore (0, 3 Ballverluste), Leufroy (21, 2/6 Dreier, 5 Assists, 3 Steals), Günther, Geske (11, 2/6 Dreier), Aminu (11, 1/4 Dreier), Lodders, Spohr (12, 4/9 Dreier, 3 Assists), Grof (2), Pechacek (15, 2/5 Dreier, 3 Blocks), Baumann (7, 7 Rebounds).

Artland Dragons: Dunbar (33, 7/9 Dreier, 8 Rebounds, 4 Ballverluste), Döding (7), Griffin (9), Herold, Hundt, Bland (12, 6 Assists), Oehle (10, 9 Rebounds, 3 Blocks), Lavrinovicius (17, 3/5 Dreier)

Spielviertel: 15:28, 19:20, 23:23, 24:17.

Teamstatistik: 41:49 % Wurfquote, 11/32:13/30 Dreier, 14/18:11/13 Freiwürfe, 40:28 Rebounds, 20:18 Assists, 7:8 Steals, 18:16 Ballverluste, 4:5 Blocks.

Zuschauer: 1966.

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