Wassersport

Nach Regatta ziehen Kanuten positives Fazit

Bei der Kanu-Regatta der Herdecker Kanuclubs setzte sich im Herren-Vierer-Kanu über die 500 Meter das Boot der KG Essen (schwarze Oberteile) durch.

Bei der Kanu-Regatta der Herdecker Kanuclubs setzte sich im Herren-Vierer-Kanu über die 500 Meter das Boot der KG Essen (schwarze Oberteile) durch.

Foto: Laura Wunderlich

Herdecke  Bei Kanuregatta auf dem Herdecker Ruhrausläufer tummeln sich internationale Gäste. Verein schafft Spagat zwischen Breiten- und Leistungssport

. Von überall waren sie nach Herdecke gekommen, um am Ruhrausläufer mit ihren Kanus und Kajaks um Medaillen zu kämpfen: Niedersachsen, Belgien, Ungarn. Die Teilnehmerliste der diesjährigen Herdecker Kanu-Regatta, ausgerichtet vom Herdecker Kanuclub (HKC), lockte in diesem Jahr auch Gäste über die Landesgrenzen hinaus auf den Harkortsee. Kein Wunder: Die Herdecker Organisatoren haben sich über die vergangenen Jahre einen herausragenden Ruf erarbeitet. Thomas Spenner, Pressewart des HKC, zieht ein positives Fazit: „Wir haben wieder eine tolle Veranstaltung erlebt, die Rückmeldungen der Gäste sind sehr positiv“, so der langjährige Kanute.

HKC behält den Durchblick

Über drei Tage machte der HKC mit seinen ehrenamtlichen Mitgliedern die Herdecker Kanu-Regatta wieder zu dem, was sie seit Jahren ausmacht: ein Familien-Event mit sportlichem Anspruch. Nachdem am Freitag die Hobby-Kanadier aufs Wasser gingen, fanden am Samstag und Sonntag die Rennsportler ihren Weg auf den Ruhrausläufer. Alle drei Minuten startete im Schnitt ein Rennen vor dem Bootshaus des Ruderclub „Westfalen“ Herdecke. Nicht leicht, angesichts der Menge an Booten den Durchblick zu bewahren. Durch das eingespielte Organisations-Team des HKC machte aber auch das keine Probleme.

Hobby- und Rennsport miteinander zu kombinieren, das war schon in den vergangenen Auflagen die Aufgabe, die es für die HKC-Verantwortlichen zu lösen galt. Mit der Hobby-Konkurrenz am Freitag schafft der Kanuclub genau diesen Spagat schon seit Jahren hervorragend. „Der Rennsport ist natürlich anspruchsvoller. Wir suchen neue Möglichkeiten, den teilnehmenden Sportlern gerecht zu werden.“ Die Regatta sei in erster Linie eine Rennsportveranstaltung, deswegen sei das Rahmenprogramm eher eng bemessen, erklärt Spenner. Trotzdem kommen auch die Zuschauer auf ihre Kosten.

Der Herdecker Kanu Club bot nämlich nicht nur Bratwurst und Pommes an: Auch Champignons, Reibekuchen und Matjes, wie man es sonst auf keiner vergleichbaren Regatta findet, konnte der Zuschauer am Herdecker Gewässer genießen. Laut Spenner kommen „oft auch Leute vorbei, nur um mal kurz zu quatschen und sich etwas zu Essen zu besorgen.“

Auf ihre Kosten kommen jedoch auch die teilnehmenden Sportler: „In ihrer Freizeit erkunden sie oftmals die Herdecker Innenstadt“, weiß der Regattachef. Die Her­decker Innenstadt ist mit Sicherheit ein weiterer Grund für die Kanuten, wiederholt an der Herdecker Regatta teilzunehmen.

Hannah Prehl holt Bronze

Neben erwachsenen Kanuten bot die Herdecker Großveranstaltung wie schon seit Jahren üblich auch den Nachwuchs-Paddlern zahlreiche Wettkampf-Möglichkeiten: Am Freitag stellten sich zum Beispiel über 100 Sieben- bis Elfjährige den „Schülerspielen“. Dabei galt es, zunächst die 250-Meter-Sprintdistanz hinter sich zu bringen, im Anschluss paddelte der Nachwuchs über die 1500-Meter-Langstrecke. Zum Abschluss kam noch ein 2000-Meter-Lauf am Harkortsee hinzu. Ein Podestplatz ging in dieser Disziplin sogar nach Herdecke: Hannah Prehl sicherte sich nach den drei Disziplinen den Bronze-Rang.

Prehls Erfolg sollte jedoch nicht der einzige aus HKC-Sicht bleiben: Bei den Hobby-Canadiern belegte das Herdecker Boot nach spannendem Schlussspurt den zweiten Platz über die 250-Meter-Distanz. „Das sind Erfolge, die uns als Verein natürlich besonders freuen“, erklärt Spenner. In der Rennsportklasse blieben die großen Erfolge für den HKC in der diesjährigen Auflage jedoch aus. Eine Entwicklung, gegen die der Verein in Zukunft angehen will.

Im Hinblick auf den erfolgreichen Wassersport in seiner Heimatstadt kommt Spenner auch schnell auf aktuelle Beispiele: „Die Ruderer vom RC Westfalen machen seit Jahren einen tollen Job. Mit Johannes Weißenfeld hat ein Weltmeister das rudern in Herdecke erlernt, Nadine Schmutzler gewann 2005 die Deutsche U23-Meisterschaft im Vierer ohne Steuermann.“ Damit es in Zukunft auch wieder Herdecker Kanuten auf die große Bühne schaffen, arbeitet der HKC weiter an seiner Jugendförderung

„Die Ruderer bringen den Wassersport voran, daran kann man sich ein Beispiel nehmen. Und man kann sich freuen, wenn Sportler, die hier paddeln und rudern gelernt haben, dann in die Nationalmannschaft einziehen“, sagt Spenner.

„Auch Meinrad Miltenberger war eine berühmter Herdecker Kanut und Olympia- Sieger. Nach ihm ist auch der Meinrad-Miltenberger-Gedächtnispreis benannt“, erklärt Spenner. „Das ist für uns ein ganz besonderer Pokal und ein absolutes sportliches Highlight in unserem Turnierprogramm“, so der HKC-Pressewart.

Lokaler Rückhalt ist wichtig

Um dem Herdecker Kanusport wieder zu altem Glanz zu verhelfen, ist der Verein laut Spenner vor allem auch auf die Unterstützung der Herdecker Unternehmen angewiesen. „Bei Herdecker Unternehmen lassen wir zum Beispiel auch T-Shirts und Trikots herstellen, obwohl wir die Artikel woanders vermutlich kostengünstiger bekommen würden“, erzähl der Pressewart.

Auf die Verbundenheit zu örtlichen Firmen und Unternehmen wird der HKC bei zukünftigen Wiederholungen auch angewiesen sein. Für weitere Auflagen der Traditionsregatta sind jedoch auch die Sportler selbst verantwortlich: „Es ist für uns total wichtig, an der Regattastrecke alles so zu hinterlassen, wie wir es vorgefunden haben. Wenn nach der Veranstaltung Menschen hier spazieren gehen, möchten wir, dass man nicht mehr sieht, dass hier eine Regatta stattgefunden hat“, so der Organisationsleiter.

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