Fußball

Nach Sperre: TSK Hohenlimburg II will sich rehabilitieren

Sie haben wieder Grund zum jubeln: Die Spieler des TSK Hohenlimburg - hier beim Relegationsspiel im vergangenen Jahr - kann sich für ihre zweite Mannschaft freuen. Das Team darf nach einem Beschluss des Bezirkssportgerichts wieder am Ligabetrieb teilnehmen.

Sie haben wieder Grund zum jubeln: Die Spieler des TSK Hohenlimburg - hier beim Relegationsspiel im vergangenen Jahr - kann sich für ihre zweite Mannschaft freuen. Das Team darf nach einem Beschluss des Bezirkssportgerichts wieder am Ligabetrieb teilnehmen.

Foto: Axel Gaiser

Hohenlimburg.  Nachdem das gesamte Team und der Trainer nach einer vermeintlichen Schiedsrichter-Attacke gesperrt wurden, wurde die Strafe vorerst aufgehoben.

Die Schlagzeilen klangen hart und brachten die Reservemannschaft des Fußballvereins TSK Hohenlimburg in Erklärungsnot. „Skandalspiel“, von einem „Eklat“ war die Rede. Doch was war passiert?

Nach einem Meisterschaftsspiel der Kreisliga B beim Hiddinghauser FV soll es zu Anfeindungen gegen den Hagener Schiedsrichter Andreas Mohr gekommen sein. TSK-Trainer Ferhat Kulakac soll dabei die treibende Kraft gewesen sein und den Unparteiischen nach der Ligapartie in dessen Schiedsrichterkabine angegangen sein. „Die Vorwürfe gegen mich und die Spieler sind vollkommen haltlos“, sagte Ferhat Kulakac schon kurz danach gegenüber unserer Zeitung.

Trainer wird am härtesten bestraft

Dennoch wurden alle 15 Spieler, die an diesem Tag auf dem Spielbogen standen, für ein halbes Jahr von der Bezirksspruchkammer gesperrt. Der Trainer für zwei Jahre.

„Niemand, aber auch niemand von uns war gewaltbereit oder gewalttätig“, bekräftigt TSK-Präsident Sadik Kaplan. Deshalb strebte der Türkische Verein auch ein Berufungsverfahren an, in welchem nun verschiedene Zeugen gehört wurden.

In diesem wurden nun die Spieler nach Zeugenaussagen von der Bezirksspruchkammer wieder zu Spielen zugelassen. Sie dürfen ab dem kommenden Wochenende wieder am Spielbetrieb der Kreisliga B teilnehmen.

Dort steht das Team, dessen letzten Spiele seit Oktober allesamt mit 2:0-Siegen für die Gegner gewertet worden sind, aktuell auf dem vorletzten Tabellenplatz.

Es gibt keine Gewinner

Für Norbert Ullrich, ehemaliges Vorstandsmitglied des Vereins, steht fest: „Was damals passiert ist, war nicht rechtens.“ Denn nicht nur den Hohenlimburgern sei damit Unrecht widerfahren: „Solche Geschichten und auch die Vorverurteilungen schaden dem Sport. Es gibt niemals Gewinner bei sowas, sondern nur Verlierer. Und das Geschehen aufzupushen hat das Ganze nicht besser gemacht“, ärgert sich Ullrich, der auch nach seiner Zeit im Vorstand dem Hohenlimburger Verein noch treu geblieben ist: „Man muss sich ja auch fragen, was mit dem Ruf eines Vereins durch so eine negative Darstellungsweise geschieht“, so der ebenfalls als Schiedsrichter aktiv gewesene Ullrich.

„Endlich hat es ein Ende. Es war ein langer und nervenaufreibender Weg, den wir gehen mussten,es ist geschafft. Der TSK Hohenlimburg besteht nunmehr seit 40 Jahren und wird auch die nächsten 40 Jahre bestehen“, blickte Präsident Kaplan positiv in die Zukunft, ohne weitere Verhandlungen.

Kein Urteil, nur ein Beschluss

Das stimmt allerdings nur in Teilen, wie Kreisfußballobmann Matthias Bock erklärt: „Die Verantwortlichen wurden nicht freigesprochen, da es noch gar kein Urteil in diesem Fall gegeben hat. Es wurde viel mehr von dem Bezirksportgericht ein Beschluss gefasst, nach welchem die bis April datierte Sperre nun erst einmal aufgehoben ist.“ Denn obwohl die Verhandlung zu einem finalen Urteil hätte kommen sollen, fehlten sowohl wichtige Zeugen des Geschehens, als auch ein Anwalt. Und das Verfahren um Trainer Kulakac wird ebenfalls in einer separaten Verhandlung angegangen, da auf diesen auch noch zusätzlich eine Ordnungsstrafe zukommt, er bleibt vorerst gesperrt.

Wann genau es zu einem weiteren Berufungsverfahren kommen wird, ist noch nicht bekannt, wie der zuständige Bezirkssportrichter Dierk Dunschen erklärt: „Die zwei wichtigsten Zeugen waren beruflich verhindert, so dass ich nun die Hiddinghausener Verantwortlichen gebeten habe, mir mitzuteilen, wann es ihnen passt. Sobald ich das weiß, können wir einen neuen Termin ansetzen.“

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