Basketball

Nach zwölf Jahren verlässt Steven Wriedt Hagen

Ein Jahrzehnt bildete Steven Wriedt (links) bei Phoenix Hagen ein Trainergespann mit Ingo Freyer, nun wechseln beide nach Gießen.

Ein Jahrzehnt bildete Steven Wriedt (links) bei Phoenix Hagen ein Trainergespann mit Ingo Freyer, nun wechseln beide nach Gießen.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Nach zwölf Jahren verlässt Co-Trainer Steven Wriedt Hagen, er folgt Ingo Freyer von Phoenix Hagen zu den Gießen 46ers.

Er war noch ein Jahr länger bei Phoenix Hagen als sein „Chef“, in der Stadt sogar noch eine weitere Saison. 2005 übernahm Steven Wriedt als Trainer die BG Hagen und führte sie in die 1. Basketball-Regionalliga, es folgten elf Jahre als Assistenz-Coach bei Phoenix. Jetzt folgt der 46-jährige Deutsch-Amerikaner Cheftrainer Ingo Freyer zu Bundesligist Gießen 46ers, am Dienstag hat er einen Zweijahresvertrag unterschrieben. „Ich gehe nicht im Bösen, sondern bin allen superdankbar, die mich in Hagen unterstützt haben“, betont Wriedt, der - um regelmäßig Sohn Lance und Freundin Tanja sehen zu können - eine kleine Wohnung in Hagen behält.

Dass dieses Trainergespann trotz des Bundesliga-Aus in Hagen nicht auseinandergerissen werden würde, war schon länger absehbar. Doch nach Freyers Verpflichtung durch die Gießener Ende März dauerte es noch zwei Monate, ehe jetzt auch der seit einem Jahrzehnt mit ihm ein erfolgreiches Gespann bildende Wriedt bei den Hessen unterschrieb. Grundsätzlich hatten er und Phoenix durchaus Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit, man sprach im Januar darüber. Warum es nun nicht dazu kommt, dazu gibt es unterschiedliche Versionen. „Ich hätte mir vorstellen können, mit Matthias Grothe zusammenzuarbeiten“, sagt Wriedt, „doch zu einem zweiten Gespräch ist es nie gekommen.“

Die aktuellen Phoenix-Verantwortlichen wiederum erklären unisono, man habe Wriedt nicht nur eine neue Wohnung besorgt, sondern ihm auch angeboten, in der Zwischenzeit auf Minijob-Basis bei der Jugend mitzuarbeiten. Dieser habe sich aber nicht mehr bei Chefcoach Grothe gemeldet. „Wir wollten nicht das Gefühl haben, dass Phoenix für ihn nur der Plan B ist“, sagt Geschäftsführer Patrick Seidel, während Wriedt bekennt, früh zum Wechsel mit Freyer tendiert zu haben: „Es war eine lange Zeit der Ungewissheit, ob das mit Phoenix in Sachen Insolvenz und Lizenz klappt. Und Gießen war sehr interessant, das ist nur eine Stunde 15 Minuten entfernt.“ Er könne zudem verstehen, dass man bei Phoenix einen kompletten Neuanfang wolle. „Bei Matze, Patrick und Storch ist Phoenix in guten Händen“, ist Wriedt überzeugt, meint damit die Verantwortlichen Grothe, Seidel und Bernd Kruel: „Sie werden es schaffen, dass wir uns in der Bundesliga wiedersehen.“

Von 2. Liga zu Playoff-Team

In Gießen will Wriedt, der 1993 als Spieler zu Brandt Hagen gewechselt ist, auf den Erfahrungen eines lange eingespielten und gut funktionierenden Trainer-Teams mit Freyer aufbauen. Wobei sein neuer Arbeits-Standort, nicht nur weil mit Milos Petkovic noch ein zweiter Co-Trainer zum Stab gehört, aus seiner Sicht deutlich bessere Bedingungen bietet. „Gießen hat Möglichkeiten, die wir in Hagen nicht hatten“, sagt Wriedt, „mittlerweile sprechen wir mit Agenten, die uns für Phoenix gar keine Spieler angeboten haben, weil sie wussten, dass wir sie uns nicht leisten können.“ Beim Scouting von potenziellen Neuzugängen muss er nicht mehr nur in der Schnäppchen-Klasse suchen. Und hofft auf eine Entwicklung, auf die das dienstälteste Trainergespann der Liga in Hagen vergeblich gewartet hat. „Wir haben Phoenix von einem mittelmäßigen Zweitliga-Team zu einer Playoff-Mannschaft in der Bundesliga gemacht“, sagt Wriedt, „leider ist das andere nicht mitgewachsen - im Gegenteil.“

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