Fußball

Neue Regeln kommen bei Fußballern gut an

Auch Wetters Trainer Markus Dönninghaus (links) kann künftig einmal mehr auswechseln.WP-Foto

Auch Wetters Trainer Markus Dönninghaus (links) kann künftig einmal mehr auswechseln.WP-Foto

Hagen.   Künftig vier statt drei Auswechselmöglichkeiten, Punktabzug bei Nichtantreten in der Saisonendphase - das gefällt den meisten heimischen Kickern.

Worüber in dieser Zeitung bereits berichtet wurde, das gab der Westdeutsche Fußballverband dann auch am Mittwoch in einer Pressemitteilung bekannt: Ab der Saison 2019/20 können in allen Amateurspielklassen vier statt bisher drei Akteure pro Team ein- bzw. ausgewechselt werden. Zudem wird das Nichtantreten einer Mannschaft nach dem 1. Mai künftig mit dem Abzug von drei Punkten in der Saison darauf bestraft. Wir fragten bei den heimischen Kickern nach, was sie von den neuen Regeln halten.

Stefan Mroß, Trainer des Bezirksliga-Tabellenführers SpVg Hagen 11: „Die Erhöhung des Auswechselkontingents war meiner Meinung nach überfällig. Ich kenne das aus dem Jugendbereich, wo es schon länger vier Auswechselmöglichkeiten gibt. Wir haben einen großen Kader, ich habe sieben Mann auf der Bank. Wenn ich drei Spieler einwechseln kann, bleiben vier unzufriedene, die nicht spielen - künftig sind es nur noch drei. Man kann dann gute Trainingsleistungen besser belohnen. Wenn ich als Profi nicht zu Einsatz komme, bleibt mir durch das Gehalt ein Schmerzensgeld von 500.000 Euro oder so, das ist bei den Amateuren anders. Die verzichten oft auf viel, ihr alleiniger Lohn ist der Einsatz im Spiel. Was die Bestrafung des Nichtantretens angeht, so haben Mannschaften, die das machen, dafür oft ja auch Gründe. Da muss man ihnen nicht unbedingt noch mehr Schwierigkeiten bereiten.“

Markus Dönninghaus, Trainer des Landesligisten FC Wetter: „Man kann die vierte Wechselmöglichkeit dazu nutzen, einem weiteren Spieler zu einer Auflaufprämie zu verhelfen oder ihn für gute Trainingsleistungen zu belohnen. Aber es besteht auch die Gefahr, dass die Neuregelung dazu genutzt wird, um in der Endphase noch mehr Zeit zu schinden. Das bringt den Fußball nicht nach vorne. Nichtantreten einer Mannschaft ist für mich ein ,No-Go’, das ich noch nicht erlebt habe. Dafür braucht man keine neue Regelung.“

Marco Grüterich, Spielertrainer des Fußball-Landesligisten SSV Hagen: „Ich finde die vierte Einwechselmöglichkeit gut. Man kann dadurch mehr Spieler bei Laune halten, das ist eine zusätzliche Motivation. Auch die Idee, ein Nichtantreten mit Punktabzug in der darauf folgenden Saison zu belegen gefällt mir.“

Michael Erzen, Trainer des Landesligisten SV Hohenlimburg 10: „Viele sagen, dass es mehr Zeitspiel geben könnte, aber eine Auswechslung mehr macht den Braten auch nicht fett. Die Schiedsrichter packen die Zeit für Auswechslungen in der Regel eh hinten drauf. Für mich ist es positiv: Man kann angeschlagene Spieler noch eher rausnehmen und hat mehr Optionen pro Spiel.“

Peter Alexander, Fußball-Kreisvorsitzender: „Den vierten Einwechselspieler finde ich gut, schon alleine, weil so mehr Spieler zum Einsatz kommen. Natürlich müssen die Schiedsrichter darauf achten, dass sie die Zeit, die eine weitere Auswechslung fordert, nachspielen lassen. Der Abzug von drei Punkten in der folgenden Saison bei einem Nichtantreten in der Endphase einer Serie ist hart, aber fair den anderen Vereinen gegenüber, die den Spielbetrieb durchziehen.“

Manfred Bock, Kreisfußballobmann: „Ich finde die Neuregelungen top - einfach Klasse! Eine vierte Einwechselmöglichkeit hat sich schon seit Jahren bei der Jugend bewährt. Dass sie hauptsächlich zur Zeitschinderei herangezogen wird, glaube ich nicht. Und zum Thema Punktabzug bei Nichtantreten: „Es kommt immer wieder vor, dass Mannschaften, für die es um nichts mehr geht, vorzeitig nach ,Malle’ fliegen. Das werden sie sich künftig zweimal überlegen.“

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