TSV Herdecke

Neues Fecht-Angebot in Herdecke begeistert Schüler

Fechten in Herdecke

Ein Besuch beim Fecht-Training in Herdecke. Seit März können Kinder und Jugendliche beim TSV Herdecke fechten. So läuft das Training ab.

Ein Besuch beim Fecht-Training in Herdecke. Seit März können Kinder und Jugendliche beim TSV Herdecke fechten. So läuft das Training ab.

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Herdecke.   In Herdecke können Kinder bei Jannis Selbach Fechten trainieren. Wir geben Einblicke in das Training und Infos rund um den Fecht-Sport.

In der Sporthalle stehen sich jeweils drei Jugendliche gegenüber, das Florett fest in der Hand. „Kommando Schritt vor, Kommando Ausfall“, ruft Trainer Jannis Selbach in die Runde. Konzentriert setzen sich die jungen Sportler in Bewegung, doch statt vorwärts müssen sie bei dem entsprechenden Ruf rückwärts gehen und dabei auf die richtige Haltung achten. Gar nicht so einfach, und so tönt auch schon das erste „Du bist raus“ durch die Halle. Doch bald läuft die nächste Runde an und alle Kinder sind wieder konzentriert bei der Sache.

Der Start

„Wir haben grade Beinarbeit geübt und das habe ich in ein Spiel verpackt, damit die Kinder ein bisschen vom stumpfen Lernen abgelenkt werden“, erklärt Jannis Selbach, der seit März beim TSV trainiert. „Das Angebot ist gut gestartet. Das Training war durch die Hallensituation erst etwas zerstückelt, aber jetzt läuft es richtig an“, so Selbach. Er setzt auf ganzheitlichen Unterricht. „Früher war das Training sehr zerstückelt. Da wurde ein Jahr lang nur Beinarbeit geübet“, erklärt er. Zwar sei diese Methode auch effektiv, aber Kinder verlieren so schneller das Interesse. Darum dürfen sich die jungen Nachwuchssportler bereits ab dem ersten Tag im Fechten ausprobieren. „Das war zwar am Anfang etwas chaotisch, aber mittlerweile geht es gut“, so Selbach, der jetzt die Haltung von Sarah korrigiert.

Der Grundstoß

Denn bei der nächsten Übung positionieren sich die Schüler vor einer Turnmatte und sollen aus der Fechtstellung mit dem Florett gegen diese stoßen. „Diese Übung ist dafür da, den geraden Stoß zu trainieren. Die Spitze darf sich nicht mehr nach unten biegen, dann macht man etwas falsch“, erklärt Arne (11). Gekonnt stößt der Elfjährige das Florett gegen die Matte. „Das ist der Grundstoß, wer den nicht beherrscht, kann die anderen Sachen nicht trainieren“, sagt Lea (12), die sich neben Arne vor der Matte positioniert.

Die Kleidung

Genug mit den Trockenübungen – Jetzt geht es los mit den ersten Duellen. Doch dafür tragen die Schüler eine spezielle Ausrüstung. Über sein blaues Shirt zieht Arne erst eine weiße Jacke und darüber noch eine elektrische Weste, durch die ein Körperkabel verläuft, das die Treffer registriert. „Es ist wichtig, eine lange Hose zu tragen. Denn wenn man mit dem Florett am Bein getroffen wird, tut das ziemlich weh“, erklärt Lea, während sie nach dem blau-weißen Handschuh greift, der ebenfalls Teil der Ausrüstung ist.

Das Duell

Nachdem Lea mit dem Florett in der Hand den Gegner, den Kampfrichter, das Publikum und noch einmal den Gegner begrüßt hat, setzt sie die Schutzmaske auf. Reden ist ab jetzt tabu – los geht’s. Lea und Vincent stehen sich gegenüber, beide mit einem Kabel an eine elektrische Trefferanzeige angebunden. Kampfrichter Arne ruft „Fertig? Los“, daraufhin bewegen sich Lea und Vincent vorsichtig aufeinander zu, schon bald dröhnt ein Brummton aus der elektrischen Anzeige, erster Treffer für Lea. „Die meisten Kinder hatten vor diesem Kurs keine Erfahrungen mit Fechten. Vor allem die Jungs denken sich ‘Cool, das ist wie Star Wars’“, sagt Jannis Selbach. Ob Fechten so ist, wie es sich Lea vorgestellt hat? „Ich glaube, ich kann für uns alle sagen, dass es uns total viel Spaß macht, Fechten ist einfach richtig cool.“ Die Schülerin hat Feuer gefangen, will jetzt wie einige andere Kursteilnehmer Ende des Jahres eine Prüfung ablegen, um an Wettbewerben teilnehmen zu können. „Ich möchte in dem Sport etwas erreichen und weiter kommen.“

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