Baseball

Nicht nur die Igel machen Hagen Chipmunks viel Arbeit

Hand anlegen für das Nachwuchs-Feld: Die Chipmunks Lukas Metz und Lina Kürschner

Hand anlegen für das Nachwuchs-Feld: Die Chipmunks Lukas Metz und Lina Kürschner

Foto: Axel Gaiser

Hagen.   Serie „Frühlingserwachen“: Baseball-Klub Hagen Chipmunks bereitet nicht nur das Spielfeld vor, es liegen auch immer Arbeiten am Platz an.

Vor dem ersten Training war der Frühjahrsputz notwendig. Mit Traktor, Schubkarren und Gartengerät rückten die „Streifenhörnchen“ im Hasper Wald an, um das „Temper-Field“ für den Sommer spielfähig zu machen. Zum schmucken Baseball-Platz haben die Hagen Chipmunks das ehemalige Fußballfeld auf dem Kursbrink in den letzten 17 Jahren Schritt für Schritt uns mit Kosten in sechsstelliger Höhe umgebaut, ihr „Field of Dreams“ bereitet ihnen aber weiter regelmäßig viel Arbeit. Nach jedem Winter, um es auf die neue Saison vorzubereiten. Und außerplanmäßig, wenn wieder Bau-Arbeiten anstehen - wie aktuell beim „Little Temper-Field“ für die Jugend. „Der Fokus auf den Nachwuchs ist uns wichtig“, betont Klubchef Thorsten Michaelis. Dafür geht man auch mal - wie in diesem Jahr - mit dem Herren-Team freiwillig eine Klasse tiefer. Michaelis: „Wir stecken lieber Geld in unser Baseball-Feld als in den Spielerkader.“

Die Saisonvorbereitung

Die Freiluft-Saison begann mit dem Frühjahrsputz, bei dem die Chipmunks neue Asche auf das Innenfeld auftrugen und den Platz abzogen, die Zäune reparierten und die altehrwürdige Tribüne ausbesserten. „Das sind schöne Events für den ganzen Verein“, sagt Michaelis, „da kommen immer 40 bis 50 Mitglieder und nach der Arbeit wird gegrillt.“ Das Baseball-Feld befreiten die Freiwilligen von Laub und Ästen, im Innenfeld wurde das Gras entfernt. „In diesem Winter hatten wir einige Probleme mit Igeln“, sagt Michaelis, „sie haben riesengroße Löcher in den Platz gegraben.“ Erst nach den Arbeiten hier konnten die Teams erstmals draußen trainieren, nur kurz vor der am Wochende startenden Saison.

Unermüdlich arbeitet der Verein zudem an der Optimierung seiner Anlage, die schon länger Zweitliga-Bedingungen erfüllt. Das 2017 diagonal gegenüber dem Hauptplatz installierte Nachwuchs-Feld „Little Temper-Field“ erhält nun eine mit Eisenbahnschwellen eingefasste und mit Terrassenplatten ausgelegte Umrandung. Darauf werden „Dug-Outs“ - überdachte Spielerbänke -, Verkaufs-Häuschen, Schiedsrichter-Umkleide und ein Unterstand für den Anschreiber gebaut, die gesamte Anlage hat Jens Elstermeier, Vater von zwei Chipmunks-Nachwuchsspielerinnen, geplant. „Wenn die Aufbauten fertig sind, ist das „Little Temper-Field“ spielfähig“, sagt Michaelis, „dann können bei uns Kinder und Damen-Mannschaft parallel spielen.“ Zuvor allerdings muss an den drei Masten über dem „Backstop“ noch Hand angelegt und neu geflaggt werden, die bisherigen Fahnen - für Hagen, NRW und Deutschland - sind arg zerschlissen.

Die Termine im Sommer

Am nächsten Samstag startet die Saison, wenn Extrabreit-Gitarrist Stefan Kleinkrieg um 15 Uhr den traditionellen „First Pitch“, den ersten Wurf, beim Auftakt der Chipmunks-Reserve gegen die Verl/Gütersloh Yaks II übernimmt. Tags darauf starten dann die Landesliga-Herren gegen die Rheine Mavericks. „Wir sind freiwillig eine Klasse tiefer gegangen“, erklärt Michaelis, nach dem Abgang von acht Spielern - vor allem Werfern wie Daniel Settino - sah man sich in der Verbandsliga nicht mehr konkurrenzfähig. „Das ist qualitativ schon ein ziemlicher Aderlass“, weiß Michaelis, der selbst noch spielt: „Und nur mit mir und unseren Nachwuchsspielern am Wurf wäre es wohl etwas dünn.“ Zumal in der Verbandsliga immer zwei Partien pro Spieltag stattfinden, in der Landesliga dagegen nur eine.

Sportliches Aushängeschild sind nun die Damen in der Softball-Verbandsliga, der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Hier profitieren die Chipmunks von ihrer guten Nachwuchsarbeit, im Vorjahr wurden die U16-Mädchen deutscher Vizemeister. Und mit der Düsseldorferin Tamara Machtans stößt noch eine U17-Nationalspielerin zum Team, das allerdings erst am 12. Mai in die Saison startet.

Was ist im Winter passiert?

Der Baseball-Betrieb ruhte weitgehend, in den wenigen verfügbaren Halleneinheiten wurde hauptsächlich Konditionstraining absolviert. Lediglich die U13-Jugend der Chipmunks spielte in der „Fielders Choice“-Winterliga mit, ein Spieltag fand in Wetter statt. Dort war auch Claudia Volkmann, Pitcherin der deutschen Nationalmannschaft von den Wesseling Vermins, zu Gast, die die Werferinnen und Fängerinnen der Chipmunks-Damen trainierte.

Was bietet der Verein?

Insgesamt zehn Mannschaften, so viele wie noch nie, bieten die Chipmunks in der nun beginnenden Saison auf, davon sind acht im Spielbetrieb. „Erstmals in unserer Vereinsgeschichte haben wir alle Altersstufen auch im Softball besetzt“, freut sich Thorsten Michaelis. Verbandsliga-Damen, Juniorinnen (16-19) und weibliche Jugend (12-15) treten in der vorwiegend von Frauen gespielten Baseball-Variante an. Zwei Herren-Teams sind in Landesliga und Bezirksliga aktiv, dazu kommen gemischte U15-Jugend und Schüler (Softball ohne Liga und Toss-Ball, 8-11) sowie eine Mixed-Softball-Mannschaft. Dazu kommen die Jüngsten der Bee-Baller (5-8) ohne offiziellen Ligenbetrieb, sie spielen in Camps und Turnieren der City League der „Westfalenbande“ mit.

Was ist geplant?

An ihrem „Temper Field“, benannt in Anlehnung an die alten Hasper Hüttenbetriebe, arbeiten die Chipmunks in jedem Jahr. Das Projekt einer Zuschauer-Terrasse unterhalb des Clubhauses, wo zu den Spielen stilecht Hot Dogs und Hamburger angeboten werden, wurde verschoben. 1500 Euro Spenden dafür hatte man bereits eingesammelt, doch der Bau wurde - wie auch das „Little Temper Field“ - deutlich teurer als gedacht. Noch in diesem Jahr hofft man auf eine Realisierung.

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