Fußball

Noah Karthaus setzt sich bei TSG Sprockhövel durch

Noah Karthaus, zu Jugendzeiten beim Hasper SV und SSV Hagen, gewinnt im Trikot des Fußball-Oberligisten TSG Sprockhövel gegen die Sportfreunde Siegen ein Kopfballduell und macht sein erstes Tor.

Noah Karthaus, zu Jugendzeiten beim Hasper SV und SSV Hagen, gewinnt im Trikot des Fußball-Oberligisten TSG Sprockhövel gegen die Sportfreunde Siegen ein Kopfballduell und macht sein erstes Tor.

Foto: Fischer

Hagen.   In seinem ersten Seniorenjahr hat sich Noah Karthaus, früher beim Hasper SV und SSV Hagen, ins Oberliga-Team der TSG Sprockhövel gespielt.

Die meisten Spieler, die in höheren Ligen Fußball spielen, haben eines gemeinsam: Oft haben sie bereits in der Jugend hoch gespielt oder wurden sogar in Nachwuchsleistungszentren ausgebildet. Dass es noch Akteure gibt, die sich aus der Kreisliga bis in die Oberliga hocharbeiten, ist selten. Doch der gebürtige Hagener Noah Karthaus hat genau das geschafft.

In der Jugend lange beim Hasper SV aktiv, wechselte der heute 19-Jährige als B-Jugendlicher zum SSV Hagen in die Kreisliga A. Von dort ging es nach zwei Jahren zum A-Junioren-Westfalenligisten TSG Sprockhövel. „Die Umstellung war sehr schwierig. Das Tempo war deutlich höher und es war technisch ein ganz anderes Niveau“, erinnert sich Karthaus.

Trotzdem gelang es ihm, sich anzupassen. In seinen beiden A-Junioren-Jahren schafften die Sprockhöveler eine Platzierung im oberen Mittelfeld der zweithöchsten Juniorenklasse. Einen Stammplatz erkämpfte sich Karthaus schnell, im zweiten Jahr war er sogar Kapitän des Teams. So wurde die erste Mannschaft der TSG Sprockhövel auf ihn aufmerksam und Karthaus schaffte es in den Kader des Oberligisten.

Ein Sprung in die Senioren-Oberliga ist für jeden Juniorenspieler eine große Herausforderung. 34 Spieltage inklusive englischer Wochen erwarteten ihn jetzt. „Allgemein treffen in der Oberliga zwei Welten aufeinander. Sowohl die, die sich hochgekämpft haben, als auch jene, die aus den Nachwuchsleistungszentren kommen, spielen gegeneinander“, diese Erfahrung hat Karthaus gemacht.

Der gelernte „Sechser“ wird bei den Senioren als Rechtsverteidiger eingesetzt. „Als ehemaliger Kreisligaspieler wird man oft unterschätzt. Umso mehr spornt es einen dann an, die anderen Lügen zu strafen“, so Karthaus. Er sieht sogar Vorteile für Spieler, die aus leistungsschwächeren Ligen kommen: „Ich wusste schon immer, dass ich das Zeug habe. In der Kreisliga bin ich auch zu einem Instinktfußballer geworden. Das hilft mir im Vergleich zu anderen oft.“

Am neunten Spieltag der laufenden Saison war es dann soweit. Ausgerechnet gegen die U23-Mannschaft des FC Schalke 04, die inzwischen den Aufstieg in die Regionalliga West sicher hat, wurde Karthaus in der Halbzeit eingewechselt. „Das war wahrscheinlich das Beste, was mir passieren konnte, da ich mich mit den Besten messen konnte. Natürlich ging da auch ein kleiner Traum in Erfüllung, auch wenn es nur das kleine Schalke war“, witzelt Karthaus.

Gegen den 1. FC Gievenbeck stand er dann im November 2018 das erste Mal in der Startelf. Es gab einen 4:1-Erfolg. „Ich war mehr als zufrieden mit dieser Partie. Dass ich auch in den nächsten vier Spielen in der Anfangself stand, war eine Bestätigung für meine Leistung“, gibt sich Karthaus selbstbewusst. Beim 3:3-Remis gegen die Sportfreunde Siegen gelang ihm im Dezember per Kopf sein erstes Saisontor. „Gerade als Defensivspieler war das ein geiles Gefühl“, beschreibt Karthaus diesen Treffer.

Gerade zum Stammspieler avanciert, brach er sich bei einem Hallenturnier einen Zeh und fiel zwei Monate aus. Aber Karthaus kämpfe sich zurück. „Ich freue mich einfach über jede Minute“, war der Youngster nach seiner Zwangspause auch mit Kurzeinsätzen zufrieden: „Die Spritzigkeit ist zurück.“

Westfalenpokal wäre schön

Das Ziel, sich von den Abstiegsrängen weit weg zu halten, hat die TSG Sprockhövel erreicht. Zwei Spieltage vor Saisonschluss liegt das beste Team des Fußballkreises Hagen/Ennepe-Ruhr auf Rang fünf. „Mit einem Platz unter den ersten Sechs hätten wir die Teilnahme am Westfalenpokal sicher. Das wäre schon eine tolle Erfahrung“, formuliert der Ex-SSVer und Hasper sein persönliches Ziel.

Gegen die letzten beiden Gegner SV Schermbeck und Sportfreunde Siegen kann Noah Karthaus nicht mitwirken. Gerade wieder in der Startelf, zog er sich beim 3:1-Sieg gegen Gievenbeck einen Anriss des linken Kreuzbandes zu und fällt für zwei Monate aus. „Mein Ziel ist es, ab Mitte Juli wieder voll ins Training einzusteigen“, gibt sich der 19-Jährige optimistisch. Bleibt zu hoffen, dass die Sprockhöveler beim Saisonfinale in Siegen auch ohne ein Kopfballtor des Youngsters aus Hagen auskommen.

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