Handball

Noch ist alles möglich für Herdecke

Bevor sich das Team bei den eigenen Fans in Attendorn bedankt, wird sich intern noch einmal Mut zugesprochen.

Bevor sich das Team bei den eigenen Fans in Attendorn bedankt, wird sich intern noch einmal Mut zugesprochen.

Foto: Fabian Vogel

Herdecke/Attendorn.   Das Hinspiel ging verloren, dennoch ist noch alles möglich. Am Bleichstein bittet die HSG Herdecke/Ende am Donnerstag zum entscheidenden Spiel.

Das, was den Herdecker Handballern am Dienstagabend vielleicht fehlte, wurde nach dem Spiel offensichtlich. Während die in HSG-Spieler sich auf dem Feld bereits mit gesenkten Köpfen um die Regeneration kümmerten, standen die Akteure der siegreichen SG Attendorn-Ennest um die Auswechselbänke zusammen und genossen Kaltgetränke, die sie sich nach aufreibenden 60 Minuten auch verdient hatten. Im ersten Entscheidungsspiel um den direkten Landesliga-Aufstieg unterlag die HSG aus Herdecke mit 35:31 – und startet damit mit einem 4:0-Rückstand in das Rückspiel am heutigen Abend.

Am Einsatz mangelte es freilich nicht bei der Mannschaft von Trainer Stephan Hellwig. Immer wieder aber rieben sich seine Akteure in Zweikämpfen auf, immer wieder kamen sie gerade in der Schlussphase in der eigenen Defensive einen Schritt zu spät.

Über weite Strecken geführt

Was auch den Grund darin hatte, dass über die volle Spielzeit ein Herdecker den Attendorner Spielmacher Domjanovic in Manndeckung nahm. Die dadurch offenbarten Räume wussten die Sauerländer immer wieder zu nutzen.

Im ersten Durchgang war es vor allem der Linkshänder Lars Müller der selbst erfolgreich abschloss oder für seine Nebenleute initiierte, im zweiten Durchgang kamen dann immer wieder die Attendorner Kreisläufer frei zum Abschluss.

„Ich weiß jetzt noch nicht genau, ob wir am Donnerstag wieder so decken werden“, hält sich HSG-Trainer Stephan Hellwig etwaige Änderungen in der Abwehr offen. Der Übungsleiter musste im zweiten Durchgang mit ansehen, wie seine Mannschaft die kleine aber lange beständige Zwei-Tore-Führung aus der Hand gab und am Ende noch Glück hatte, nicht mit einer noch höheren Bürde ins Rückspiel gehen zu müssen.

Denn Lennard Brauner, der zuvor einige gute Gelegenheiten hatte liegen lassen, konnte wie bereits wenige Tage zuvor den Rückstand der Herdecker kurz vor der Schlusssirene auf vier Tore verkürzen. Und so ist für die HSG am heutigen Donnerstagabend noch alles möglich. „Der Ball liegt jetzt bei Attendorn, wir haben eigentlich nicht mehr viel zu verlieren“, schätzt Stephan Hellwig die Ausgangssituation für sein Team ein.

Für den Gegner hatte er lobende Worte parat. „Sie haben jetzt zwei wirklich gute Spiele gegen uns gemacht. Ich sehe sie nun in der Favoritenrolle“, sagt der HSG-Trainer vor dem Rückspiel heute Abend in der heimischen Bleichsteinhalle. Worin der Vorteil für die Herdecker bestehen könnte, schließlich wurde in der Attendorner Rundturnhalle auf das am Bleichstein erlaubte Harz verzichtet.

HSG gibt noch nicht auf

Entsprechend schwer tat sich die junge Herdecker Mannschaft auch phasenweise mit dem Spielgerät. „Attendorn hat im Gegenteil zu uns kaum Fehler gemacht“, sagt Hellwig. Er selbst wirkte am Dienstagabend kurz nach Ende des Hinspiels noch sehr gefrustet, hatte ein paar Stunden später aber auch wieder den direkten Fokus auf das Rückspiel. „Im Handball ist alles möglich“, sagt er.

Aufgegeben haben die Herdecker den direkten Aufstieg noch nicht, doch dafür müssen sie heute Abend hier volles Potenzial abrufen. Nur wenn das gelingt, kann auch auf die Regeneration nach dem Spiel verzichtet werden. Denn dann erspart sich die HSG zwei weitere Spiele in der Relegation – und nach dem Spiel würden sie dann an der Auswechselbank stehen und ein Kaltgetränk genießen.

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