Basketball

Occeus’ Leistungsexplosion bringt Phoenix Hagen den Heimsieg

| Lesedauer: 6 Minuten
Shawn Occeus (rechts) macht sein bestes Spiel der Saison für Phoenix, Phillip Daubner (links) und Karrington Ward freuen sich für ihn.

Shawn Occeus (rechts) macht sein bestes Spiel der Saison für Phoenix, Phillip Daubner (links) und Karrington Ward freuen sich für ihn.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Phoenix Hagen erkämpft sich in der 2. Basketball-Bundesliga ProA den vierten Sieg in Folge. Hochdramatisches Spiel gegen Eisbären Bremerhaven.

Selten legt Shawn Occeus sein Pokerface ab. Ob spektakulärer Block oder wichtiger Dreier – der US-amerikanische Guard von Phoenix Hagen behält stets einen ruhigen, coolen Gesichtsausdruck. Doch als Occeus am 18. Spieltag der 2. Liga ProA gegen die Eisbären Bremerhaven die spielentscheidenden Dinger zum 90:85 und wenig später zum 92:87 in den Basketballkorb legt, lässt sich aus seinem entschlossenen Blick Genugtuung deuten. Vor allem dank der Leistungsexplosion des 24-Jährigen, der 27 Punkte auflegte, besiegt Phoenix Hagen die Eisbären mit 95:93 (48:50). Es ist der vierte Volmestädter Sieg in Folge – kein anderes ProA-Team hat aktuell einen so guten Lauf.

Das sagen die Trainer nach dem Spiel

„Ich bin unfassbar stolz auf meine Jungs“, sagte Hagens Trainer Chris nach dem Spiel. „In der Schlussphase hatten wir ein paar schwierige Würfe erzwungen, das war in meinen Augen der Schlüssel zum Sieg. Ich glaube, heute haben wir etwas Reife gezeigt – das hatten wir in Bochum und gegen Quakenbrück nicht unbedingt getan. Ich bin zufrieden, mit den Schritten, die die Mannschaft nach vorne macht. Auch wenn wir manchmal noch mentale Aussetzer haben.“

Auch Bremerhavens Coach Michael Mai war – trotz der Niederlage – stolz auf sein Team. Das lag vor allem daran, dass die Norddeutschen drei Auswärtsspiele binnen sechs Tage bewältigen mussten. Und das mit einer Rotation von nur sieben Spielern. „Die letzte Woche war tough für uns, aber wir wollen keine Entschuldigen suchen und müssen Hagens Leistung anerkennen. Sie haben den Ball besser bewegt und waren konsequenter, wir haben unser Glück zu sehr im Eins-gegen-eins gesucht. Das hat den Unterschied gemacht.“

Spohr dreht in den ersten Minuten auf

Die Eisbären können punkten, das war schon vor dem Hochball klar. Und die Gäste ließen auch keine Zeit verstreichen, ihre Offensivpower unter Beweis zu stellen. Nach nicht mal vier gespielten Minuten erzielte Carrington Love per Korbleger das 10:17. Aber auch Phoenix war im Angriff munter aufgelegt. Teamkapitän Dominik Spohr verwandelte in der fünften Minute seinen bereits dritten Dreier zum 16:17. Die Hagener blieben aber im Hintertreffen, vor allem, weil Bremerhavens schlagfertiges Duo Kevin Yebo und Armani Moore kaum aufzuhalten war. Letzterer setzte sich immer wieder mit dem Rücken zum Korb durch. Moores zwei Korbleger in Folge zum 28:38 brachten die Gäste von der Küste erstmals zweistellig in Front.

Allerdings spielte Moores Namensvetter Marquise für Phoenix eine starke erste Halbzeit und war von seinen Gegnern ebenfalls kaum zu stoppen (10 Punkte, 4 Rebounds, 3 Assists). Zudem bekamen die Gastgeber in den letzten vier Minuten der ersten Halbzeit besseren Zugriff in der Verteidigung und packten beherzt beim Rebound zu. So blieb man nach 20 gespielten Minuten fast gleichauf (48:50).

Daubner holt die Hagener Führung zurück

Verflixtes drittes Phoenix-Viertel? Diesmal nicht. Das Spiel wurde nach der Halbzeit zerfahrener, aber die Hagener blieben dran. Shawn Occeus erzielte im dritten Spielabschnitt acht Punkte, darunter einen Distanzwurf zum 55:56 (25.). Drei Minuten später stellte Ward per Dreier aus der linken Ecke den lang ersehnten 63:63-Ausgleich her. Und zu Beginn des letzten Viertels gingen die Volmestädter durch einen Layup von Phillip Daubner erstmals seit der dritten Minute wieder in Führung (69:67).

Die Dramatik spitzte sich in den Schlussminuten zu. Marcel Keßen, der bis dahin kein gutes Spiel machte, traf einen Dreier über den ausgestreckten Arm von Bremerhavens Hünen Robert Oehle zum 82:80 (37.). Doch der Mann der Crunchtime war Shawn Occeus. Der Shooting Guard versenkte bei nur noch 45 zu spielenden Sekunden einen unfassbar wichtigen Dreier zum 90:85. Zwar foulte er auf der anderen Seite Carrington Love bei dessen Dreipunktewurf, doch der Bremerhavener verwandelte nur zwei von drei Würfen von der Linie. Und direkt im Anschluss machte Occeus seinen Fehler wieder gut, spielte sich in Korbnähe frei und verwandelte das Anspiel von CJ Walker zum 92:87.

Love unterläuft folgenschwerer Fehler

Das war es aber noch nicht. Der bockstarke Armani Moore setzte einen völlig freien Dreier ins Netz, auf der anderen Seite verwandelte der gefoulte Walker nur einen von zwei Freiwürfen. Doch jetzt unterlief Carrington Love ein haarsträubender Fauxpas. Bremerhavens Aufbauspieler dribbelte den Ball nach vorne, doch berührte nach Ansicht der Schiedsrichter die Auslinie mit einem Fuß – Ballbesitz Phoenix! Die Gäste foulten Dominik Spohr, der beide Freiwürfe zum 95:90 traf. Daniel Lasters Dreier mit der Schlusssirene war somit wertlos.

Phoenix musste diesmal ohne Shooting Guard Paul Giese auskommen. Der 24-Jährige hat muskuläre Probleme im Rücken, hat aber schon wieder mit leichtem Training begonnen.

+++ Statistiken +++

Phoenix: Occeus (27, 5 Rebounds, 5/8 Dreier), Zajic, Keßen (7, 5 Rebounds), Walker (15, 5 Assists), Daubner (9), Ward (6, 9 Rebounds), Spohr (15), Moore (12, 5 Rebounds), Moreaux (2), Baumann (2).

Bremerhaven: Richards (9), Moore (21, 7 Rebounds, 9 Assists), Reischel (7), Kruhl, Drijencic (3), Laster (9), Oehle (11, 8 Rebounds), Love (12, 10 Assists), Yebo (21, 8 Rebounds).

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