Handball

Ohne Linksaußen: Galavorstellung von Eintracht Hagen

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Der starke Rückhalt zwischen den Pfosten: Torwart Maurice Paske hält Eintracht Hagen mit 16 Paraden im Spiel.

Der starke Rückhalt zwischen den Pfosten: Torwart Maurice Paske hält Eintracht Hagen mit 16 Paraden im Spiel.

Foto: Michael Kleinrensing

Lübeck.  Gegen den VfL Lübeck-Schwartau siegt Handball-Zweitligist Eintracht Hagen mit 33:27. Auch Verletzungssorgen stoppen das Neff-Team nicht.

Kein einziger gelernter Linksaußen, nur ein einziger Kreisläufer: Mit großen Verletzungssorgen gingen die Zweitliga-Handballer von Eintracht Hagen in das Auswärtsspiel. Doch eine mannschaftliche Geschlossenheit und viel Tempo sorgten dafür, dass am Ende ein verdienter 33:27 (16:13)-Sieg beim eigentlich heimstarken Team des VfL Lübeck-Schwartau gefeiert wurde. Und ein Spieler wurde für die Hagener zum Matchwinner: Maurice Paske war mit 16 Paraden ein starker Rückhalt im Tor der Eintracht.

„Man kann nur den Hut vor der Mannschaft ziehen“, war auch Sportdirektor Michael Stock von dem Auftritt seiner Spieler begeistert. Denn von der ersten Sekunde an bestimmten die Hagener die Partie in der mit 1284 Zuschauern besetzten Hansehalle.

Schmidt auf Linksaußen

Mit einer aggressiven Deckung und einem schnellen Umschaltspiel ließen die Spieler von Trainer Stefan Neff den Gastgebern keine Chance. Und wenn doch mal ein Ball auf das Eintracht-Tor kam, war Maurice Paske zur Stelle. Bei den Schwartauern kam zudem noch Pech hinzu: Allein in den ersten zehn Minuten gingen vier Würfe an das Aluminium. So erarbeiteten sich die Gäste Schritt für Schritt eine 12:7-Führung (21.). Kapitän Valentin Schmidt besetzte dabei die vakante Position auf Linksaußen und traf zwei seiner drei Würfe.

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie hitziger. Lübeck-Schwartau reagierte mit einer deutlich offensiveren Abwehr auf die Dominanz der Hagener – und mit einer ruppigeren Gangart. In der 38. Minute sah Paul Skorupa die Rote Karte, nachdem er Hagens Pouya Norouzi bei einer Abwehraktion eine Hand ins Gesicht schlug. Der iranische Nationalspieler ging mit einer blutigen Unterlippe vom Feld, während für den Schwartauer die Partie beendet war. Dennoch verkürzten die Gastgeber, angetrieben von einer lautstarken Halle, auf 17:19 (39.). Drohte die Partie etwa doch noch zu kippen?

Konstante Leistung über 60 Minuten

Aber anders als zuletzt, schafften es die Hagener diesmal, ihre gute Leistung konstant über 60 Minuten zu halten und nicht nervös zu werden. „Das war eine sehr, sehr reife Leistung“, freute sich Trainer Neff und ergänzte: „Die Spieler haben allesamt Verantwortung übernommen.“ Und egal, was die Hausherren versuchten, die Volmestädter hatten auf alles die richtige Antwort.

Als Unterstützung am Kreis war auch Arne Quittmann mit nach Lübeck gereist. Der Spieler der zweiten beziehungsweise dritten Mannschaft der Hagener durfte sich über seinen ersten Einsatz in der 2. Handball-Bundesliga freuen. „Auch eine verrückte Geschichte. Er hat bisher nicht einmal bei uns mittrainiert und ich habe ihn noch nicht spielen gesehen“, musste sich Coach Neff blind auf die Qualitäten des Handballers verlassen. Und er wurde belohnt: „Es ist toll zu sehen, dass auch bei den Spielern aus der zweiten und dritten Mannschaft die Bereitschaft da ist, uns auf den Auswärtsspielen zu begleiten. Ich freue mich sehr über den Einsatz.“

Vierter Sieg im fünften Spiel

Für die Eintracht war es der vierte Sieg aus den vergangenen fünft Spielen. Die Formkurve bei der Neff-Mannschaft zeigt trotz vieler Ausfälle zuletzt deutlich nach oben. Umso glücklicher war auch Torwart Paske nach der Partie: „Die Freude über den Sieg übertrifft alles. Wir hatten eine schwere Phase und haben auch die Woche über nur mit einem kleinen Kader trainiert. Auch in der hitzigen Phase haben wir uns viel erarbeitet.“

Eintracht Hagen: Paske, Mahncke; Norouzi (6), Pröhl (2), Schmidt (3/1), Voss-Fels (5), Vorlicek (1), Spohn (5), Gaubatz(4), Quittmann, Stefan (4), Toromanovic (1), Busch (2), Schlottmann.

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