Vor 16 Jahren war heimisches Basketball-Trio dabei:

"Olympia als Erlebnis bleibt unvergesslich"

Foto: AFP

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Erstmals seit 16 Jahren sind die deutschen Basketballer für Olympia qualifiziert. 1992 in Barcelona war ein heimisches Trio dabei.

Nach dem Qualifikations-Triumph von Dirk Nowitzki und Co. in Athen ist der deutsche Basketball erstmals seit 16 Jahren bei den Olympischen Spielen vertreten. Nach Peking fliegt auch der Hagener Wolfgang Brenscheidt, Generalsekretär des Deutschen Basketball-Bundes, der in Athen erkrankt fehlte, mit. 1992 in Barcelona war sogar ein Trio aus der Region dabei - Delegationsleiter Jörg Trapp, Spieler Arnd Neuhaus und der in Herdecke wohnende Bundestrainer Svetislav Pesic.

Im Vorfeld der Olympia-Qualifikation war Wolfgang Brenscheidt vielbeschäftigt, vor allem um die rechtzeitige Spielberechtigung für den eingebürgerten Chris Kamann zu erreichen. Als der NBA-Center in Athen maßgeblich dazu beitrug, das Peking-Ticket zu sichern, fehlte der DBB-Generalsekretär wegen einer Virus-Infektion. „In so einer wichtigen Phase will man keinen Spieler anstecken”, begründet Brenscheidt seinen Verzicht. Beim Flug am 2. August nach Peking will der 45-Jährige allerdings dabeisein.

Olympia-Flair genießen konnten bereits einige andere heimische Korbjäger. Als Erster Jochen Pollex, der 1972 in München dabei war. 20 Jahre später führte Jörg Trapp, damals Vizepräsident des Deutschen Basketball-Bundes, die Delegation nach Barcelona an, der - neben NBA-Profi Detlef Schrempf - als Spieler der Breckerfelder Arnd Neuhaus sowie der damals in Herdecke wohnende Bundestrainer Svetislav Pesic angehörten. „Olympia als Erlebnis bleibt unvergesslich, das waren tolle Tage”, erinnert sich Trapp, „ich verstehe Nowitzki und die gesamte Mannschaft, dass sie jetzt so hochmotiviert war.” 1992 bereitete sich die deutsche Mannschaft, die auch damals erst kurz vor Olympia in Murcia und Saragossa die Quaklifikation knapp geschafft hatte, in Hagen auf die Spiele vor. Mit einem letzten Testspiel übrigens gegen das russische Team (damals „GUS”) vor 600 Zuschauern in der Vorhaller Karl-Adam-Halle (!) - heute undenkbar.

In Barcelona gab es zusätzlich den Anreiz, dass die USA erstmals mit dem sogenannten Dreamteam antraten. Gegen die Show von Michael Jordan, Magic Johnson, Larry Bird und den anderen NBA-Legenden war das Pesic-Team - wie alle anderen - nur Staffage. 68:111 hieß es am Ende, Neuhaus durfte vier Punkte beitragen. Und Center Hansi Gnad, später mehrere Jahre bei Brandt Hagen aktiv und heute Co-Trainer des Nationalteams, erinnert sich: „Ich weiß noch genau, wie locker sich die Amis in Badeschlappen in der Aufwärmhalle eingeworfen haben und wir schon die Hose voll hatten.” Vom „einmaligen Erlebnis Olympia”, schwärmt indes auch Gnad, nun kann er es von der Bank noch einmal erleben. „Damals gab es neben Schrempf mit Gnad, Welp, Harnisch oder Koch mehr Persönlichkeiten”, sieht Trapp im Vergleich das aktuelle Team um Nowitzki als weniger ausgeglichen als die 92er an. Der 65-Jährige hofft, dass der Schwung des Peking-Starts genutzt wird, und mahnt: „Basketball muss mehr Fernsehpräsenz auch nach Olympia bekommen. Sonst verpufft das wieder.”

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