Vor 10 Jahren

Phoenix Hagen: Das Freiwurfdrama von Bayreuth

Im Hagener Fanblock feiert das Phoenix-Team um Quention Pryor (Mitte) am 4. April 2009 den 67:66-Sieg in Bayreuth, der später zum Bundesliga-Aufsteig führt.

Im Hagener Fanblock feiert das Phoenix-Team um Quention Pryor (Mitte) am 4. April 2009 den 67:66-Sieg in Bayreuth, der später zum Bundesliga-Aufsteig führt.

Foto: WP-Archiv/Kolb

Bayreuth, Oberfrankenhalle, 66:67 - die Stichworte elektrisieren noch heute: Vor 10 Jahren legte Phoenix hier die Basis zum Erstliga-Aufstieg.

Der Wert von der Linie war ausgesprochen mäßig für Basketball-Profis: 58 Prozent aller Versuche trafen die ProA-Spieler von Phoenix Hagen, von 24 Freiwürfen waren nur 14 drin. Kaum zu glauben, dass man mit dieser Bilanz ein enges Duell gewinnen kann.

Nein, es handelt sich hier nicht um eine Partie der gerade beendeten Spielzeit, in der Phoenix am Ischeland nicht selten den Sieg an der Freiwurflinie verspielte. Sondern um einen der größten Siege der 15-jährigen Klub-Historie überhaupt. Bayreuth, Oberfrankenhalle, 66:67 - das sind die Stichworte, die etwas ältere Phoenix-Fans noch heute elektrisieren. Knapp 400 von ihnen machten sich an einem sonnigen April-Tag heute vor zehn Jahren auf den Weg ins Fränkische, um dort ganz eigene Festspiele zu erleben. Zwischen Gastgeber BBC Bayreuth und Phoenix ging es im Duell um ProA-Rang zwei um nichts weniger als den späteren Bundesliga-Aufstieg. Und es entwickelte sich unweit der Wagner-Festspielstätte ein Drama der besonderen Art, besonders in den letzten 12 Sekunden.

Nächtliche Tanzeinlagen

Bayreuths Dan Oppland - erst am letzten Samtag mit Heidelberg gegen Phoenix aktiv - hat einen von zwei Freiwürfen getroffen, beim 66:67 liegen die Hagener nurhauchdünn vorn. Und sechsmal dürfen die Spieler beider Teams noch an die Linie. Zunächst Phoenix-Spielmacher Chase Griffin - zweimal vorbei. Dann auf der Gegenseite Bayreuths Jaivon Harris, der aber ebenfalls zweimal nicht trifft. Schließlich wird Zach Freeman gefoult, der Hagener Center soll nun aber wirklich den Sieg perfekt machen. Doch auch Freeman zeigt im Hexenkessel der mehr als 4000 Zuschauer Nerven, kein Ball geht rein. Bange fünf Sekunden müssen die Gäste noch überstehen, bis Bayreuths letzter Verzweiflungswurf vorbeigeht.

Es ist der Auftakt enthemmter Hagener Jubelszenen - in der Halle und später vor dem Mannschafts-Bus, wo die mitgereisten Fans noch nächtliche Tanzeinlagen von Teamkapitän Matthias Grothe und seinen Kollegen einfordern. Und der Beweis, dass man auch mit 58 Prozent Freiwurfquote gewinnen kann. Wenn der Gegner nur 50 Prozent trifft - und genau diesen einen Wurf weniger.

Hier gibt es noch den Original-Bericht vom 5. April 2009 aus dem WP: Archiv: https://www.wp.de/archiv-daten/phoenix-inszeniert-in-bayreuth-hagener-festspiele-id581674.html

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben