2. Bundesliga

Phoenix Hagen gelingt Sieg des Willens in Kirchheim

Freude über den zehnten Auswärtssieg: Phoenix-Kapitän Dominik Spohr (rechts), der sich nach dem Wechsel steigerte, und Jonas Grof

Freude über den zehnten Auswärtssieg: Phoenix-Kapitän Dominik Spohr (rechts), der sich nach dem Wechsel steigerte, und Jonas Grof

Foto: Jörg Laube

Kirchheim.   Phoenix Hagen bleibt durch den 76:61-Sieg in Kirchheim im Playoff-Rennen, doch auch die Konkurrenten siegten auswärts. Es spitzt sich zu.

Das Playoff-Rennen in der 2. Basketball-Bundesliga ProA spitzt sich an den letzten beiden Spieltagen zu. Phoenix Hagen erledigte seine Pflichtaufgabe durch den 76:61 (34:26)-Sieg bei den Kirchheim Knights, raubte den Gastgebern gleichzeitig die letzte Endrundenchance. Doch auch die Konkurrenten Ehingen (87:75 in Rostock), Karlsruhe (100:94 in Tübingen) und Trier (82:78 in Heidelberg) siegten bei schweren Spielen in der Fremde. Alles läuft nun auf einen Kampf dieses Quartetts um drei Playoff-Plätze hinaus. Nachdem sein Team in Kirchheim erneut seine chronische Auswärtsstärke demonstriert hatte, zeigte sich Phoenix-Trainer Chris Harris vorsichtig zuversichtlich. „Die Jungs haben sich schon lange nicht mehr so reingehangen in ein Spiel“, lobte Harris, „wenn wir in der Lage sind, diesen Willen wieder abzurufen, haben wir noch eine Chance auf die Play-offs.“ Trotz des Sieges verharrt seine Mannschaft indes auf Rang neun.

Gegen Kirchheims starke Guards Rohndell Goodwin und DaJuan Graf setzte Phoenix zunächst auf Größe. Erstmals beorderte Harris die Center Alex Herrera und Javon Baumann gemeinsam in die Startfünf, mit Jonas Grof, Jannik Lodders und Dominik Spohr komplettierten die längsten Spieler des Kaders die Startfünf. Als die Aufstellung „kleiner“ wurde, gingen die Gäste erstmals in Führung, als Joel Aminu zum 8:7 aus der Distanz traf (6. Minute). Es sollte der einzige Hagener Dreier bis zur Pause bleiben, doch auch die Gastgeber verzeichneten eine schwache Wurfquote aus der Distanz. Gegen die starke Phoenix-Defensive punktete lediglich Goodwin, die Hagener dagegen hatten mehr offensive Waffen, auch wenn Kris Davis die Trainingswoche mit Fieber gefehlt hatte und nur die Kraft für kürzere Einsätze hatte. Und Kapitän Dominik Spohr zunächst unglücklich agierte und bis zur Pause ohne Punkt blieb.

Dennoch konnten sich die Gäste nach der letzten Knights-Führung durch Andreas Kronhardt (11:12, 9.) um die erste Viertelpause herum langsam absetzen. 13 Zähler gelangen Phoenix in Serie, nach dem 24:12 durch einen Herrera-Dunking (13.) bat Knights-Coach Mauro Parra zur Auszeit. Es war eine der wenigen starken Offensivaktionen des glücklos agierenden Phoenix-Centers, der schon früh sein drittes Foul sah, Vertreter Baumann agierte erneut deutlich stärker. Die Knights-Center Kronhardt und Keith Rendleman ließen beide allerdings kaum zur Entfaltung kommen. Und da die Gäste – allen voran Jannik Lodders – Kirchheims Topwerfer Goodwin hart um jeden Wurf kämpfen ließen, blieben sie dank der besseren Wurfquote (56:29%) bis zur Pausensirene vorn.

Starker Lodders-Auftritt

Das galt auch für das gefürchtete dritte Viertel. Zwar trafen die Gastgeber nun besser aus der Distanz, Graf und Goodwin verkürzten auf 45:40 (27.). Doch Phoenix konterte ebenfalls von der Dreierlinie, die starken Aminu und Lodders (Harris: „Er hat eines seiner besten Spiele gemacht, seitdem er hier ist“) stellten beim 51:40 (28.) den zweistelligen Vorsprung wieder her. Noch einmal verkürzte Kirchheim auf 64:59 (37.), nachdem bei den Gästen nach Herrera auch Grof sein viertes Foul begangen hatte. Doch mit intensiver Defensive stoppte Phoenix die Aufholjagd der Knights. Und als auch Grof 80 Sekunden vor dem Ende aus der Distanz zum 70:59 traf, war der bereits zehnte Auswärtssieg perfekt. Zum Sprung zurück auf die Playoff-Ränge reichte das noch nicht. Dazu braucht es am nächsten Sonntag gegen Rostock endlich auch einen Heimsieg.

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